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1 (1845) A bis Balbuena
Entstehung
Seite
711
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Bad 7L1

ahmungen der natürlichen Mineralwässer, theils andere beliebige Mischungen. V»n mi-neralischen Substanzen mischt man uilter das Wasser Koch-, Stein- und Seesalz, salz-sauren Kalk, Salpetersalzsäure, ätzenden Quecksilbersublimat, ätzendes und kohlcnsauresKalioder Natron, Asche, Seife, Schwefel und Eisen; von vegetabilischen Wein, Essig, Auflö-sungen ätherischer Öle, Aufgüsse von Thymian, Rosmarin, Lavendel, Wermuth, Kalmus,Weiden-, Eichen-, Chinarinde u. s. w.; von animalischen Milch, Blut, Fleischbrühe u. s. w.Die Wirkungen der mit mineralischen Stoffen zusammengesetzten Bäder sind sehr verschieden;die mit vegetabilischen und animalischen Substanzen wirken fast durchgehend stärkend, undzwar die erstem durch Erregung des Nerven- und Blutlebens, die andern durch wirkliche Er-nährung. Auch dem Wasser, welches man als Dampf auf den Körper einwirken läßt, hatman mit gutem Erfolg Arzneistoffe zugesetzt, die natürlich flüchtiger Natur sein müssen. Istdas Dampfbad allgemein, so müssen Stoffe vermieden werden, welche einen nachtheiligenEinfluß auf die Respirationsorgane äußern, bei partiellen, die in gewissen Apparaten ange-wendet werden, ist dieses weniger zu berücksichtigen. Hieran schließen sich die sogenanntenRauchbäder, in denen der ganze Körper mit Ausschluß des Kopfes oder einzelner Theiledesselben mit Dämpfen in Berührung gebracht werden, die man durch vollständige oder teil-weise Verflüchtigung trockener Arzneistoffe erzeugt. Angewendet werden hierzu harzige aro-matische Substanzen, Weihrauch, Myrrhe, Benzoe, Bernstein, Schwefel und Quecksilber.Die Anwendung muß in einem sogenannten Räucherungskastcn geschehen, in welchem nur derbestimmte Körpertheil mit den Dämpfen eingeschlossen wird, damit die Respirationsorganenicht belästigt werden. Die größte Vorsicht ist bei denRauchbädern von Schwefelund Queck-silber nöthig, weil sie leicht gefährliche Zufälle herbeiführen; zudem ist ihr guter Erfolg immerunsicher. Eine Art animalisches Rauch- oder Dunstbad ist das sogenannte Thierbad, wel-ches schon den Alten bekannt war. Entweder wird der ganze Körper in die Haut eines frischgeschlachteten Thiers eingehüllt, oder es werden die kranken Theile in die geöffnete Brust-oderBauchhöhle des noch lebenswarmen Thiers hincingehalten. Auch legt man kleinere gespalteneeben getödtete Thiere auf die kranken Stellen des Körpers. Besonders erweisen sich dieseBäder bei Lähmungen nützlich. Hierher dürfte wol auch der Aufenthalt in Kuhställen zurechnen sein; ja um nichts unversucht zu lassen, hat man Kranken, deren Hauptübel allge-meine Schwäche war, das Bad in der Atmosphäre gesunder, kräftiger Menschen durch Zu-sammenliegen im Bette verordnet.

Die Gasarten, die man zu Bädern verwendet, sind Schwefelwasserstcffgas und Koh-lensäure. Erstercs, in geringer Quantität der atmosphärischen Luft zugesetzt, stimmt dieReizbarkeit der Lungen herab und mäßigt die Beschwerden der Krankheiten, denen Lungen-reizung zu Grunde liegt. In stärkerer Quantität mit der Haut in Berührung gebracht, ist csbei Krankheiten von Nutzen, welche sich von unterdrückten Hautfunctionen herleiten lassen.Letztere wirkt ziemlich in derselben Art. Beide müssen, wenn sie nur aufdie Haut wirken sollen,in besonder« Apparaten angcwendet werden. Ein Bad in einer imponderabeln Flüssigkeit ge-braucht man, wenn man den Körper den Einwirkungen des Sonnenlichts oder der Elcktri-cität aussetzt. Letztere wird entweder so angcwendet, daß man den Körper isolirt und mit Elek«tricität anfüllt, oder daß man den elektrischen Hauch wie eine Douche auf eine bestimmteStelle ausströmen läßt. Beide Arten sind in gewissen Nervenleiden von Nutzen. Bäder infestwcichen Substanzen sind dieSchlammbäder. (S.Mincralwässer.) Unter die Bä-der in festen Stoffen endlich rechnet man das Schneebad, das Erdbad, das Sandbad, dasAschenbad und das Bad in trockenen Vegetabilien. Das Schneebad wendet man an, umErfrorene wieder ins Leben zurückzurufen. Man umgibt den ganzen Körper mit Schnee undbringt diesen durch äußere Wärme zum Schmelzen. Das Erdbad, nämlich das Eingrabcnoder Bedecken des ganzen Körpers ausschließlich des Kopfes mit frischer Erde wird mitNutzen bei Scheintod nach dem Blitzschläge angewendet. Trockene Aschen- und Sand-bäder, mäßig erwärmt, haben besonders bei Wiederbelebung Ertrunkener gute Dienstegeleistet. Fußbäder in trockenem Birkenlaube wirken kräftig schweißtreibend. Die Be-nennungen Wasserbad und Sandbad sind auch in die Chemie übergcgangcn und be-zeichnen eine Vorrichtung, mittels welcher Gefäße, die erhitzt werden sollen, nicht unmittel-bar mit dem Fener in Berührung kommen, sondern mittelbar durch heißes Wasser oder heißen