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1 (1845) A bis Balbuena
Entstehung
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707
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Bad 707

düng strömender oder fallender Flüssigkeiten auf den ganzen Körper den Namen eines Ba-des. Endlich werden auch die Orte Bäder genannt, in denen die nöthigen Vorrichtungenund Anstalten zum leichtern und bequemer» Gebrauch des Badens getroffen sind. Abge-sehen von den Bädern in der letzten Bedeutung, theilt nian dieselben ein: l) nach den Sub-stanzen, mit welchen man den Körper umgibt, in Wasser-, Wein-, Blut-, Milch-, Gas-,Erd-, Sand- und elektrische Bäder; 2) nach der Art, auf welche diese Substanzen demKörper applicirt werden, in Fluß-, Wannen-, Sturz-, Tauch-, Tropf-, Dampf- undDou-chebäder; 3) nach den Theilen des Körpers', welche der Behandlung mit diesen Substanzenausgesetzt werden, in ganze, halbe, Fluß-, Hand- und Augenbäder; und 3) nach der Tem-peratur, welche die den Körper umgebenden Substanzen haben, in kalte, laue, warme undheiße Bäder.

Der Gebrauch des Bades steigt unstreitig zu den frühesten Zeiten des Menschenge-schlechts hinauf, und schon die ältesten Nachrichten, die wir haben, erwähnen desselben.Die Tochter Pharao's ging sich zu baden, als sie Moses fand, und Letzterer sch.lug die Be-deutung und Wichtigkeit des Bades so hoch an, daß er in seiner Gesetzgebung den Gebrauchdesselben als eine der äußern Neligionsübungen einsetztc. Ohne Zweifel wurde das Badschon bei den Ägyptern in dieser Eigenschaft angewendet, da wir im ganzen Alterthume dieMeinung verbreitet finden, daß durch körperliche Reinigung auch eine moralische Reinheithcrbcigeführt werde. Nein an Körper und Seele sollte der Mensch bei einer Handlung er-scheinen, mit welcher er seinem Gotte diente, oder durch welche er mit diesem in unmittelbareBerührung zu kommen meinte. Moses mag bei der Änordnung des Bades wol als Haupt-zweck im Auge gehabt haben, sein Volk vor den im Orient so häufigen ansteckenden Haut-krankheiten zu bewahren, und diese selbst durch öfteres Baden schneller zu heilen. Daß dieJuden schon damals meist in ihren Wohnungen badeten, geht daraus hervor, daß die mo-saischen Gesetze in einigen Fällen ausdrücklich den Gebrauch fließenden Wassers vorschrei-ben. In Palästina hatten die Vornehmen eigene Badeanstalten im Hause, auch Bassinsin den Gärten, eine Einrichtung, die in allen cultivirtcn Theilen des Orients herrschendwar. Außerdem gab es öffentliche Badehäuser sowol bei den Juden als bei den Heiden.Auch unter den Griechen war das Bad in sehr früher Zeit im Gebrauche. Die Mytheläßt Midas durch ein Bad im Paktolus von seiner Goldkrankheit heilen und Aeson durchdie Medea mittels eines Kräuterbades verjüngen. Im Homer wird häufig der Bäder ge-dacht; die Helden vor Troja bedienen sich derselben in ihren Zelten, und das Erste, wasman dem Gast bietet, ist, daß man ihm ein Bad bereitet. Wie bei den andern altenVölkern des Orients, gehörte bei den Griechen dasBad zu den gottesdienstlichen Handlun-gen und war mit den Vorbereitungen zum Opfern, zum Empfange der Orakelsprüche, zurHochzeit u. s. w. verbunden. Über die Einrichtung aber sowol der Privat- als der öffcnt-lichen Bäder in Griechenland, welche letztere meist mit den Gymnasien verbunden waren,mangeln uns ausführliche Nachrichten. Übrigens scheint dem Griechen das Bad nicht einsolches Lebensbedürfniß gewesen zu sein, wie dem Römer, da der Gebrauch des warmenBades in der Blütezeit Griechenlands häufig für Lurus erklärt wird. Die Männer ba-deten gemeinschaftlich; daß cs für Frauen öffentliche Bäder gegeben habe, machen verschie-' dene Denkmale des Alterthums wahrscheinlich; doch dürfte solches schwerlich in Athen derFall gewesen sein, da hier die ganze Lebensweise der Frauen widerspricht.

Bei den Römern kamen die Bäder (tbermav), wenn schon sie auch in der frühestenZeit angewendet wurden, doch erst später mehr in Aufnahme, wo aber freilich der gestei-gerte und allgemeine Luxus den eigentlichen Zweck des Bades fast ganz in den Hintergrunddrängte, sodaß die öffentlichen Bäder nur als allgemeine Vergnügungsorte betrachtet wur-den. Die meisten derselben wurden vor und unter den Kaisern erbaut. Zn Rom gab esderen über 80V, und in den Provinzialstädten eine verhältnißmäßige Anzahl. Ihre Ein-richtung läßt sich aus den zahlreichen Überresten derselben und ihren Beschreibungen bei denröm. Schriftstellern entnehmen. Wesentlich gehörte zu einem Bade: 1) DasHypocaustumj oder Heizzimmer im Kellergeschoß zur Erwärmung sowol der Badezimmer als des Badewas-sers. Letzteres b cfand sich in drei Kesseln, welche ^ übereinander angebracht waren, daß der

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