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übrigen Verfügungen des Urtheils wurden gemildert, und selbst der König wendete ihm wie-der seine Gunst zu. Nach Karl's I. Thronbesteigung ward er völlig begnadigt und sogarwieder ins Parlament gewählt, doch erlaubte ihm seine Kränklichkeit nicht, seinen Sitz einzu-nehmen. Er starb auf einer Reise im Landhause des Grafen von Arundel zu Highgate im Apr.1626. Alle Studien rmd Bestrebungen dieses von Natur so herrlich ausgestattctcn Mannesgingen auf eine Reform in den Systemen der Wissenschaften. Er übersah den ganzen Kreisder menschlichen Kenntnisse, hatte die Beziehungen, durch welche sie untereinander verbun-den sind, genau erforscht und suchte sie in seiner Encyklopädie der Wissenschaften „De cki^ni- !istv et suFmsntis scisntiorum" (1605; lat. Lond. 1623; deutsch von Pfingsten, 2 Bde.,Pesth 1783) nach den verschiedenen Fähigkeiten des menschlichen Geistes, welche sie vorzugs-weise in Anspruch nehmen, zu ordnen. Den Sah, daß in allen Zweigen der positiven Wis-senschaften der einzige Weg zur Wahrheit die Beobachtung der Natur sei, suchte er, wie schonindem erwähnten Werke, so insbesondere in dem „Novum orgsnum scientiurum" (1620;deutsch von Brück, Lpz. 1830) durchzuführen. Als Physiker hat er sehr sinnreiche Ansichtenaufgestellt und sich auf dem Wege mehrer wichtigen Entdeckungen befunden. Er hatte eineArt pneumatischer Maschine ersonnen, mittels welcher er der Elasticität und Schwere derLust, die Galilei und Torricelli nach ihm entdeckten, auf die Spur gekommerl'zu sein scheint.Von der Anziehung der Körper, die später Newton bewies, hatte er die richtigsten Begriffe.Auch die Naturgeschichte behandelte er inseinem Werke „8xlva szävarum". Selbst über Arz-neikunde hat er mehre Aussätze geschrieben. Die Rechtswissenschaft betrachtete er nicht alsbloßer Rechtsgelehrter, sondern auch als Gesetzgeber und Philosoph. Man hat von ihmAphorismen, ebenso merkwürdig durch Tiefe der Gedanken wie durch die Kraft und Genauig-keit des Ausdrucks. Von der Moral handelt eins seiner schönsten Werke, die „Sermoneskiieles", ein Schatz der tiefsten Kenntniß des Menschen und der menschlichen Verhältnisse,in einem blühenden, kraftvollen Stil. Seine „Nova ^tlsaiis", eine Allegorie, beziehen Ei-nige auf die Freimaurerei. Als Geschichtschreiber hat er in seiner „llistoria regni Leo- ,rici VII., Vn^l, rsgis" nur wenig geleistet. Von seiner Kenntniß des Alterthums aber zeugtsein Werk „De sspieutia vslerum", worin er die Fabeln der alten Zeit durch sinnreiche Alle-gorien erklärt. Die einzige Wissenschaft, in der B. weniger gründliche Kenntnisse besaß,war die Mathematik, und diesem Mangel ist cs zuzuschreiben, daß er, der allenthalben dieJrrthümer entdeckte und die richtigen Lehrarten anzeigtc, das Kopcrnicanische System be-streiten konnte. Nur in diesem Punkte allein stand er tiefer als die aufgeklärten Männerseiner Zeit; in allen übrigen Thcilen der menschlichen Forschung hatte er sich zu einer Höhecmporgeschwungen, daß keiner seiner Zeitgenossen die Kraft seines Genies, die Richtigkeitseiner Ansichten und die Wichtigkeit seiner Arbeiten vollkommen zu würdigen vermochte. Erdurfte daher mit gerechtem Stolze in seinem letzten Willen sagen: „Meinen Namen undmein Andenken vererbe ich den Nationen des Auslandes und meinen eigenen Mitbürgern,wann einige Zeit verflossen sein wird." Die Schriften B.'s sind theils in engl., theils i» lat.Sprache geschrieben und sehr oft neu gedruckt worden. Eine Ausgabe seiner sämmtlichenWerke von Mallet, der auch das Leben B.'s schrieb, erschien in fünf Bänden (Lond.
1765, 4.) und wurde öfter wiederholt.'
Bacon (John), ausgezeichneter engl. Bildhauer, geb. 17 40 zu London, starb daselbst >am 7. Aug. 17SS. Anfangs Porzellanmalcr, fing er erst inseinem 23. Jahre an, in Mar-mor zu arbeiten; doch erhielt er neben andern Preisen schon 1768 den ersten bei der könig-lichen Akademie, deren Mitglied er bald nachher wurde. Berühmt machte ihn zunächst seineStatue des Mars. Zu seinen vorzüglichsten Werken gehören zwei Büsten Georg's 111. (imChristchurch-College zu Oxford und in der Universitätsbibliothek zu Göttingen), die Denk-male auf Lord Chatham in der Westminsterabtei und in Guildhall, Howard's und SamuelJohnson's Statuen in der Paulskirche zu London und Blackstone's Marmorbild in Oxford.
Bad nennt man im engern Sinne die längere oder kürzere Eintauchung des mensch-lichen Körpers oder einzelner Theile desselben in eine tropfbare Flüssigkeit; im weiterndas Eintauchen oder Einhüllen in dunst- und dampfförmige, gasartige, selbst imponderable »Flüssigkeiten und trockene oder fcstweiche Substanzen. Nicht minder gibt man der Anwen-