702 Bacharach Bachmaun (Ludw. Ernst) -
ftoph Fricdr. B., der bückeburger B. genannt, gcb. 1732, gest. 1795 als Kapell- !meister des Grafen Wilhelm von Schaumburg zu Bückcburg, lieferte mehre Compositionen ^für das Clavier und verschiedene Gesangwerke, darunter ein größeres, „DieAmerikanerin".
- Bacharach, ein romantisch gelegenes Städtchen der preuß. Nheinprovinz am linken >Rhcinufer südöstlich von Koblenz, mit 1650 E-, im Besitze einer Sasfianfabrik, lebhaf-ken Handels- und Schiffahrtsverkehrs und guten Weinbaues, soll, wie man meint, nachBacchus den Namen erhalten haben. Der bacharacher Wein gehört jedoch keineswegszu den besten Rheinweinen, wol aber war hier vor Erweiterung des Bingerlochs eineHauptniederlage und Stapelplatz aller edlen Rheinweine. Im Verein mit den ThälernMannubach, Dicbach und Steg bildet B. den Bezirk der sogenannten Vierthäler, welchedie Wiege der bis über Heidelberg hinausreichenden Pfalz ausmachten, eigentlich zu Köln igehörten und von da aus einem Grafen Goßwin von Stahleck aufderBurg bei B. zur Lehengegeben wurden. Durch des Letztem Sohn Hermann kam zwar die Grafschaft Stahleck anKonrad, den Halbbruder Friedrich Barbarossas; sie verblieb jedoch nächst den Vicrthälernfortan bei der Pfalzgrafschafk, deren Herren mit den Bischöfen von Köln vielerlei Gerecht-same und Einkünfte theilen mußten. Der Bischof von Köln hatte zu B. den Fronhof, denlangen Hofund den Saal, den frühem Palast der fränkischen Könige, und mußte nach bemal-ten bacharacher Blutrechte als Lehnherr und Schultheiß einen Unterschultheiß cinsetzen. Einerdieser letzten war der Vater des Malers Gerh. von Küg eigen (s. d.). Die Burg Stahleck,jetzt ein Eigenthum der Königin von Preußen, gehört zu den schönsten Ruinen der Rheinufer. .
Bachmann (Karl Friedrich), Geh. Hofrath und Professor der Philosophie zu Jena,geb. zu Altenburg am 23. Juni 1785, besuchte das dasige Gymnasium und seit Ostern 1893die Universität zu Jena, wo er erst Theologie, nachher Philosophie studirte. Im Frühjahre1897 ging er nach Dresden, um durch die Benutzung der dortigen Bibliothek sich auf dieakademische Laufbahn vorzubereiten, im Herbste 1808 nach Heidelberg, in der Absicht,daselbst als Privatdocent aufzutrcten. Eine Krankheit veranlaßte ihn, eine Hauslehrerstelle ,in der Nähe von Bern anzunehmen. Im Sommer 1810 kehrte er nach Jena zurück, wo ersich nun habilitirte, 1812 eine außerordentliche und 1813 die ordentliche Professur der Mo-ralund Politik erhielt. Noch mehre Jahre besuchte er hier die naturwissenschaftlichen Vor-lesungen seiner Collegen und mit ganz besonderer Liebe wendete er sich dem Studium derMineralogie zu. Nach des Bergraths Lenz Tode, 1832, wurde er daher auch zum Direktorder Mineralogischen Gesellschaft ernannt. Von seinen Schriften erwähnen wir neben derAbhandlung „Über dieHoffnung einer Vereinigung zwischen Physik und Psychologie" (Utrecht1821 ), die von der Gesellschaft der Künste und Wissenschaften in Utrecht mit dem Preisegekrönt wurde, sein sehr fleißig gearbeitetes „System der Logik" (Lpz. 1828), welches 1831ins Russische übersetzt wurde. Seit 1833 trat er mit scharfer Polemik gegen das Hegel'scheSystem auf und wurde deshalb namentlich von K. Rosenkranz angegriffen.
Bachmann (Ludw. Ernst), ordentlicher Professor der klassischen Literatur an der Uni-versität zu Rostock und Director des Gymnasiums und der Realschule daselbst, gcb. am I.Jan. 1792 zu Leipzig, war 1806—12 in Pforte und studirte dann bis 1816 zu Leipzig undJena. Hierauf nahm er eine Lehrerstelle am Pädagogium in Halle und einige Monatespäteran dem Gymnasium zu Wertheim in Baden an; legte jedoch letztere 1823 freiwillig nieder, ^um eine größere wissenschaftliche Reise unternehmen zu können. Drei Jahre lang benutzteer nun namentlich die Bibliotheken zu Wien, Nom, Neapel und Paris für literarische Zwecke,und als Ergebnisse dieser Reise erschienen von ihm'in der Zeit seines Aufenthalts in Leipzig„Die ägypt. Papyrus der Vatikanischen Bibliothek" (Lpz. 1828) und „^necdoM ssraecso codd. bil-I. ress, psiis." (2 Bde., Lpz. 1828), in welchem lehtern Werke er alles Das voll-ständig gab, was Bekker in seinen „^uecdotu graeca" aus guten Gründen entweder nurim Auszuge mitgetheilt oder als unbrauchbar gänzlich verworfen hatte. Seine Bearbeitungder „Alexandra" des Lykophron wurde mit dem ersten Bande (Lpz. 1839), welcher den Textnebst kritischen Anmerkungen enthält, unterbrochen. Während der Zeit seiner Amtsthätig-kcit in Rostock, wohin er 1832 berufen wurde, hat er als Früchte seiner fortgesetzten literari- /schen Beschäftigung neben einigen Programmen die „Sclloliu in Homeri Iliadem ex cod. Idibl. kaull. acad. lüji». nunc primum intessra edita" (3 Abtheil., Lpz. 1835—38) geliefert.