Druckschrift 
1 (1845) A bis Balbuena
Entstehung
Seite
700
Einzelbild herunterladen
 

700 Bach Bach (AamMr)

Grufl, belgesehk. Ihr Sohn Friedrich Napoleon B., geb. in Codroipa bei Mineim Aug. > 810 , starb zu Nom am 7. Apr. 1833 in Folge eines Sturzes vom Pferde.Ihre Tochter Napoleone Elisa B., geb. am 3. Juni t 806, die große Ähnlichkeit mit >Napoleon haben soll, vermählte sich 1825 mit dem Grafen Camorasa, einem der reichstenEdellcute der Mark Ancona, und lebt seit 1836 auf dem Schlosse Canale bei Görz.

Büch nennt man ein natürlich fließendes Gewässer von so geringer Wasserfülle, daßeS noch überall zu durchwaten ist. Gebirgige Gegenden sind reicher an Bächen und zwaran solchen mit tiefcingeschnittenem, steinigem und sehr oft den Waffcrstand wechselndem Bett,als die Niederungen, wo die Wassermcnge sich häufiger in Weichland und Seen sammelt, be-vor sie Bäche in bestimmt eingefurchten Betten bildet. Man unterscheidet folgende Arten Bä-che: 1) Faulbäche; sie gehören den Niederungen an, haben oft ein so geringes Gefälle, daßsie zu stehen scheinen und vereinen oft mit tiefem Bett weiche Ufcrränder, sodaß sie schwer zupassirensind; 2) Regen fließe, die erst nach anhaltendem Regen mit Wasser gefüllt erschei-nen und im lockern Sandboden am häufigsten Vorkommen; 3) Wild- oder R egen che;sie enthalten ebenfalls nur periodisch Wasser in Folge der Schneeschmelze und heftiger Re-gen, man findet sie aber nur im Gebirge, durch felsige, steile und wildeBetten ausgczeich-net, zur Zeit ihrer Trockenheit oft zu Wegen nach sonst unzugänglichen Gegenden benutzt)

4) Gieß- und Waldbäche, die fast nie versiegen, da sie aus Quellen entstehen;

5) Gletscherbäche, die den Gletschern ihr Dasein verdanken, und daher nie ausblei-ben; sie wachsen wie die vorher angeführten bei vermehrtem Niederschlag nicht selten zutiefen Flüssen an und geben wie diese den meisten großen Flüssen ihre Entstehung;

6) Rausch-, Sturz- und Staubbäche, d. h. solche, welche mit heftigem Geräusch

stark geneigte oder senkrechte Felswände Hinabstürzen, dann Wasserfälle bilden oder durchden Widerstand der Luft bei hohem Fall gleichsam in Staubregen aufgelöst werden undeinen romantischen Naturschmuck vieler Hochgebirge bilden; und 7) Steppenbäche, diesich im Sande ohne eine bestimmte Mündung verlieren. '

Büch ist der Familienname mehcer sehr berühmter deutscher Tonkünstlcr des vorigenJahrhunderts. Die Familie stammt aus Prcsburg in Ungarn, und ein VeitB. wird als ihrStammvater genannt. Er, oder nach Andern ein Nachkomme desselben, Joh. Ambro-sius B., gest. 1695 als Hofmusikus in Eisenach, verließ Ungarn der Religion wegen undübersiedelte nach Deutschland. Sein Sohn,Joh. SebastianB-, dieser größte deutscheCantor, geb. zu Eisenach am 21. März 1685,gest. 28.Juli 1750 zu Leipzig, erhielt zuerstUnterricht durch seinen Bruder Joh. Eh ristophB. zu Ohrdrufs, dann in Hamburg durchden berühmten Organisten Reinke. Nach einander wurde er Organist in Arnstadt, Mühl-hausen und Weimar, 1714 Concertmeistcr, >717 Kapellmeister des Fürsten von Anhalt-Kö-then und 1723 Cantor an der Thomasschule zu Leipzig. Hier war es, wo er durch Lehreund Vorbild einen Stamm trefflicher Organisten und Cantoren bildete, der zunächst durchSachsen und Thüringen über ganz Norddeutschland sich verbreitete. Was Albrechtsberger,Kirnberger und Marpurg in der Theorie des Satzes geleistet, läßt sich auf B. zurücksühren,gleichwie in ihm jene Clavierschule wurzelt, die durch seinen Sohn Philipp Emanuel Auf-sehen erregte, durch Clement! und Cramer weiter geführt ward und in Hummel scheinbar ihrenAbschluß erhalten hat. Wieweit, was seitdem geltend geworden im Clavierspiel, neu, "wieweites gleichfalls in B. wurzelnd nur ein einseitig überwuchernder Zweig jener Schulesein möge, ist hier nicht zu erörtern; so viel aber ist gewiß, daß Das, was man Vollstim-migkeit, orchestcrmäßiges Spiel und dergleichen nennt, jene blendende, dem Virtuosenthumso zusagende Vieltönigkeit gegen Bach'sche Vielstimmigkeit arm und unkünstlerisch erscheint.Wenn schon indeß dieser entschiedene, lange nachwirkende Einfluß B.'s in Theorie und Pra-xis auf den Culturgang der musikalischen Kunst und Wissenschaft unbezwcifelt ist, und mehrals irgend Jemand B. das Prädicat eines Vaters der neuern Musik zukommt, so ist es doch ^noch mehr der reiche Schatz seiner Compositionen an sich, abgesehen von ihrer Einwirkung aufZeitgenossen und Nachkommen, wodurch er sich vor Allem das Andenken der Nachwelt ge-sichert hat. Noch mag wol Mancher meinen, es liege das Hauptvcrdicnst, ja das eigentlichste sWesen der B. 'schen Compositionen in der hohen contrapunktischen Kunst, in der Meisterschaftder Arbeit, ur,e> allerdings ist diese Kunst so groß und reich, daß ihr Studium allein schon