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mrchen. Als aber Seleucüs I., der sie 312 dem Antigonus abnahm, Seleucia am Tigrisgründete und die Bewohner des acht Stunden davon entfernten Babylons dahin versetzte,verfiel sie und verschwindet seitdem in der Geschichte. Die Ruinen Babylons werden amgenauesten beschrieben in Rich's „dlemoir on ibe ruins ok Usliz-Ion" (3. Aust., Land.1818, mit Kpftn.) und Keppel's „Lersonal narrative os a snukns^ to L»Alan6, 8us-sorab, Lsgäscl, tbe ruins ok Lair^Ion etc." (Lond. 1826,1.). Rich, Nicbuhr und Ren-ne! nehmen die Lage des alten Babylon im türk. Paschalik Bagdad, bei dem Orte Hill oderHella an, der an der Ostseite des Euphrat liegt und etwa 7060 E. enthält. Die Ruinenbestehen in großen Haufen und Hügeln gebrannter und ungebrannter Ziegel, die auf derOberfläche wieder zu Erde geworden, im Innern noch unversehrt sind und unter denen manCylinder von Achaten, Jntaglios auf Onyxen und auch Basreliefs findet. Während DellaWalle und Rennel in der Ruine, genannt El-mukallibe, den Thurm des Baal gefundenzu haben meinten, glaubten ihn Rich und Kcr Porter in dem ungeheuren Oblongum an derWestseite des Euphrat, von den Arabern Birs-Nimrud, d. i. Thurm des Nimrod, zu ent-decken. Um die Entzifferung der an den Ruinen enthaltenen keilförmigen Inschriften Haisich vorzüglich G. E. Grotefend (s. d.) verdient gemacht.
Baecalaureus oder, wie es in alten Urkunden heißt, Baccalareus, Bacuke.rius und BacillariuS, gewöhnlich abgeleitet von baccs laurc», Lorber, oder lisculu«,der Stock, bezeichnete im mittelalterlichen Latein einen Knappen, der unter einem Ritterdiente und den Ritterschlag zu erhalten wünschte (Lscbslier); dann einen Kanonikus desuntersten Rangs. Als akademischer Titel wurde eS im 13. Jahrh. durch Papst Gregor IX.auf der Universität zu Paris in der theologischen Facultät eingeführt, zur Bezeichnung einesCandidaten, der die akademischen Cursus oder Prüfungen bestanden hatte und Vorlesungenzu Hallen berechtigt war, ohne jedoch den selbständigen Docenten beigezählt zu werden. Nachden drei zu bestehenden Prüfungen unterschied man drei Elasten Baccalaureen: 1) den8. simplsx, 2) den 8 . biblicus oder currens, dem es erlaubt war, über die Bibel Vorlesungenzu halten, und 3) den 8. sententisrius oder formst, is, der des PetrusLombardus „8eotco-tias" erklären durste. Erst der Letztere konnte Licentiat werden, d. h. alle Rechte eines akade-mischen Docenten erhalten. Später wurde das Baccalaureat auch bei den andern Facultätenals niedrigste akademische Würde eingeführt. Noch jetzt besteht es in alterthümlicher Einrichtungin England, wo man zwischen kormsä bsekelor, dem verfassungsmäßig creirten, und currentbsclielor, dem durch ein Diplom außerordentlich creirten Baecalaureus unterscheidet, undauch Baccalaureen der Musik ernennt. In Frankreich hat die Revolution die ursprünglicheEinrichtung des Baccalaureats beseitigt. Auf den meisten deutschen Universitäten ist c§ alserster Grad für die zu Doctoren zu Promovirenden beibehalten worden.
Bacchanalien, s. Bacchus.
Bacchanten hießen im Alterthume die Theilnehmer an den nächtlichen Bacchusfesten;im 12. und 13. Jahrh. die angehenden Studenten, die 8esm, Gelbschnäbel, Rabschnäbel,später Füchse genannt; im 11., 15. und 16. Jahrh. die erwachsenen fahrenden Schüler,welche von einer Schule zur andern wanderten, um entweder bessern Unterricht oder ein bes-seres Unterkommen zu suchen. Durch die damaligen Sitten und die fromme Wohlthätigkeitder Kirche wie der Privaten wurde die herumschwcifcnde Lebensart der B. begünstigt; in grö-ßern Städten bestanden oft sogar Verpflegungsanstalten für sie. Noch im 16. Jahrh. wares für eine Schule rühmlich, viele solcher Individuen zu haben. Die B. hatten jüngere fah-rende Schüler, Schützen genannt, bei sich, die Schutz und Unterricht von ihnen erhaltensollten, dafür mußten aber die Schützen ihnen aufwarten, für sie betteln, ja stehlen und wur-den meist sehr tyrannisch behandelt. Nicht selten blieben die B. bis in ihr 32. Lebensjahr inden Schulen und erhielten dann oft Unterlehrerstellen. Die merkwürdigsten Beispiele von B.liefern Burkard Zingg und Thomas Plater, die ihr Leben selbst beschrieben haben.
Bucchttls oder Baccheus, s. Rhythmus.
Bacchus, Bakchos, Dionysos, auch, besonders in den Mysterien, Jakchos ge-nannt, der Wcingott, war der Sohn des Zeus und derSemele (s.d.) der Tochter des Kad-mus. Semcle fand noch vor seiner Geburt den Tod, indem sie ein Opfer des arglistigen Rathesder eifersüchtigen Here ward, von der sie zu der thörichten Bitte sich verleiten ließ, den Zeus