Druckschrift 
1 (1845) A bis Balbuena
Entstehung
Seite
687
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Ayrenhoff Ayuntanüento 687

seiner Gedichte noch mehre lyrische ((lantures und Decires) beigefügt, die bald moralisch-ascetische Betrachtungen, bald den Ausdruck subjectivcr Gefühle und Zustände, bald mystisch-fromme Bitt- und Lobgesängc, besonders auf die Jungfrau Maria, enthalten und die theilsnoch in den altern nationalen, theils schon in den der provenzalischenHofpocsie nachgebildctenFormen abgefaßt sind, sodaß A. auch in seinen poetischen Werken als ein merkwürdigerRepräsentant jener Übergangscpochc der span. Nationalliteratur aus einer mehr volksmäßi-gen, originalen in eine mehr kunstmaßige, nachahmende erscheint.

Ayrenhoff (Corn. Herm. von), einer der bessern Lustspieldichtcr des vorigen Jahrh.geb. 1734 zu Wien, wurde 1814 als Feldmarschallieutcnant pensionirt und starb 1819.Man besitzt von ihm sechs Trauerspiele, welche nach dem Maßstabe der Weiße'schen Pe-riode zugeschnitten und höchstens von Seiten der Anlage zu loben sind, und neun Lust-spiele, die, in ziemlich fließenden Alexandrinern geschrieben, einige Munterkeit und Launeentwickeln. Unter ihnen erwarb ihm das LustspielDer Postzug" einen bedeutenden Ruf,da es zu den wenigen Productcn deutscher Dichtkunst gehörte, welche vor Friedrich des Gro-ßen Augen Gnade fanden. Auch das LustspielDie große Batterie" gehört zu seinen bessernArbeiten. A. war und blieb ein Gegner Shakspeare's, wie der gesammten neuern Rich-tung, welche in Goethe und dessen Zeitgenossen in Deutschland zum Durchbruche kam.Außerdem hat man von ihmBriefe über Italien" (Wien > 803) undKleine Gedichte"(Wien 1816). SeineSämmtlichen Werke" (6 Vdc., Wien 1863) wurden in der 3. Auf-läge von Freiherr» von Netzer herausgegeben (6 Bde., Wien 1814).

Ayrer (Jak.) ist nächst HansSachs der fruchtbarste und bedeutendste dramatischeDichter der Deutschen im 16. Jahrh, Überfeine Lebensumstände herrscht Dunkel; wahrschein-lich ist er aus Franken gebürtig; in Nürnberg begründete er mit geringen Mitteln einenEisenkram. Später soll er nach Bamberg gegangen sein und dort als Schreiber die Grund-lage zu seiner künftigen höhern Bildung und Stellung erworben haben. So viel ist gewiß,daß er 1594 Bürger und Gerichtsprocurator in Nürnberg war, wohin znrückzugehcn ihn, wiecs heißt, Neligionsstreitigkeiten veranlaßten, daß er später auch kaiserlicher Notar wurde und>605 starb. Von seinen Lustspielen sind bei seinen Lebzeiten einzelne gedruckt worden, abererst seine Erben sammelten einen Theil derselben unter dem TitelOpus tüestricum, drei-ßig ausbündig schöne Komödien und Tragödien u.s.w., sammt noch andern 36 schönen lusti-gen und kurzweiligen Fastnachtspielen" (Nürnb. 1618, Fol.); ein zweiter Theil mit 40 Ko-mödien und Tragödien ist in der Vorrede zwar versprochen, aber nicht erschienen. Geschichte,Volkssage und Legende bieten die Stoffe zu A.'s Dramen; Livius, Plautus, das Helden-buch, Frischlin, Boccaccio, Chroniken, Volksbücher und gleichzeitige Nachrichten sind dieQuellen, aus denen er schöpft und die er in der Regel durch den Mund des Ehrenholds, derals Prolvgus das Stück cinleitet und als Epilogus schließt, getreulich aufzählt. Als Lust-spieldichier steht er dem Hans Sachs am nächsten; er hat mit ihm die geschwätzige Breitedes-iogs gemein, doch ist er regelmäßiger als jener. Seine Tragödien sind dialogisirteGeschichte ohne wahre Einheit der Handlung, und mit sehr häufigem Wechsel von Zeit undOrt, und Ernst und Scherz mischen sich in ihnen willkürlich durcheinander. Unverkennbar istin denselben, namentlich in seinerPetinoxeria", sowie auch in den Werken der ZeitgenossenA.'s, der Einfluß altenglischer Stücke, die durch wandernde engl. Schauspieler in Deutschlandbekannt wurden. Das dramatische Talent A.'s bekundet sich indessen deutlich in geschickterAnlage, namentlich in den Lustspielen, und in einem freilich nicht immer gelungenen Strebennach Charakterzciclmung. Seine Sprache ist körnig und gediegen und erhebt sich durch Rein-heit und Leichtigkeit weit über die seiner Vorgänger. Merkwürdig ist, daß manche seinerFastnachtspiele, in denen er übrigens an Witz und Laune seinem Vorgänger Hans Sachsnachsteht, sich durch eine eigenthümliche Vcrsification, lyrische Strophen, die gleich lang,aber in dialogische Absätze ungleich zerschnitten sind, und die wie ein Volkslied und zwarnoch mehre nach Einer Melodie gesungen wurden, dem Singspiele nähern. Tieck hat inseinDeutsches Theater" (Bd. 1) fünf Stücke von A. ausgenommen.

Ayuntamiento heißt in Spanien zunächst die Municipalgewalt; dann versteht mandarunter eine Vereinigung der in der Ausübung getrennten Gemeindebehörden zu einer dieGesammtcorporation darstellenden Junta. Das sranzösirende Gesetz über die Ayuntamicntos