AutolyknS Auvergne L79
heit anzudcuten. — Von Kant ward in der Philosophie durch Autokratie die Herrschaftder Vernunft über die widerstrebenden Neigungen bezeichnet.
Autolykus, griech. Astronom und Mathematiker aus Pitane in Äolien, um 330v. Chr., schrieb über die sich bewegende Sphäre und über Auf- und Untergang der Fix-sterne. Beide Werke, abgedruckt in Dasypodius „Uropositiones ckoctr. ?z>!u>erici»e"(Strasb. >572), enthalten größtcntheils nur solche Aufgaben der sphärischen Astronomie,welche mit Hülfe eines Globus gefunden werden können, und welche, statt die Kenntnißder sphärischen Trigonometrie vorauszusetzen, vielmehr zu beweisen scheinen, daßA. diese selbstnoch nicht gekannt hat.
» Automat nennt man einen sich selbst bewegenden leblosen Körper, überhaupt jedeMaschine, welche ihre bewegende Kraft in sich verborgen hält und sich also von selbst zuI bewegen scheint. Hat der Automat die Gestalt eines Menschen, so nennt man ihn auchAndroide. Schon die Alten kannten Aukomate; die wandelnden Statuen des Däda-lus und die fliegende Taube des Archytas scheinen solche gewesen zu sein. Im Mittelaltersollen Noger Baco, Albertus Magnus und Negiomontanus an Automaten gearbeitet haben.
, Im 10. Jahrh. fertigten Hans Slottheim und Christoph Schißler dergleichen Maschinen;im >7. Achilles Langenbucher, der wegen seiner Geschicklichkeit WIO in Augsburg das Bür-gerrecht erhielt. Unter die bewundernswürdigsten Automate gehören aus dem 18. Jahrh.die von Vaucanson (s. d.) und die der beiden Brüder Droz (s. d.) in Chaux-de-Foüds;ferner aus neuerer Zeit die von Mälzt in Wien und Kaufmann in Dresden. Die Schach-maschine Kempclen's kann nicht zu den Automaten oder Androiden gerechnet werden, weilsie der Hülfe eines (versteckten) Menschen bedurfte.
Antonömie, d. h. Sclbstgesetzgebung, ist die Einrichtung, vermöge welcher die Bürgereines Staats ihre Gesetzgebung und Verwaltung selbst besorgen, im Gegensätze der Auto-kratie, wo dies durch einen Andern ohne Theilnahme des Bürgers geschieht. — In der' Moralphilosophie Kant's wird Autonomie die Vernunftgesetzgebung genannt, weil sie dieeigene Gesetzgebung des Menschen ist, das Gesetz, welchem der Mensch folgt, wenn er demdurch eigene Vernunft erkannten Sittcngesetze gemäß handelt und daher diejenige Beschaffen-heit eines vernunftgemäßen Willens, wodurch er sich selbst Gesetz ist, ohne Einfluß äußererTriebfedern. Ihr entgegen steht die Hetero n o mie des Willens, wenn derselbe einem frem-den, außer der Vernunft liegenden Antriebe folgt. Unabhängigkeit von den bestimmendenUrsachen der Sinnenwelt ist Freiheit in negativer Bedeutung, und mit dieser steht diese Auto-nomie des Willens in unzertrennlicher Verbindung.
Autopsie oder Augenschein nennt man die eigene, sinnliche Wahrnehmung irgendeines Naturgcgenstandcs, im Gegensätze der Kenntniß, welche man durch Beschreibung, Er-zählung u. s. w. davon erhalten kann. In der Naturwissenschaft überhaupt und in der Arz-neikunst insbesondere ist die Autopsie ein Bildungsmittel, welches alle andern übcrtrifft;doch darf die Anleitung dabei nicht fehlen.
Auvergne, eine südliche Centrallandschaft Frankreichs, zwischen Bourbvnnais,Marche, Limousin, Guienne, Languedoc und Lyonnais, führte früher den Titel einer Graf-schaft, in der Größe von 302 lüM. mit beinahe 900000 E., war vor der Revolution einebesondere Provinz und bildet jetzt fast ausschließlich die Departements des Cantal undPuy-de-Dome. Zwischen dem Allier und dem obern Lauf der Dordogne und des Loterhebt sich die A. als ein Hochland, zu dem man über die Vorterrassen von Boürbonnais,Limousin und Nouerge aus den westlichen Tiefebenen aufsteigt, während es im Osten an dieSevennen und die Centrallandschaft des südlichen Hochfrankreichs gelagert ist. Nicht alleinder plateauartige Charakter der kahlen Oberfläche und die kegel- und domförmige Gestaltungder Gipfel verräth die vulkanische Bildung, sondern auch die mächtigen, aus einer Granit-und Gneisplatte hervorbrechendcn Basalt- und Trachytmassen, wie andere Schlackcngcstcine,lassen hier einen Hanptherd der plutonischcn Hebungen suchen. Unter den Gipfeln, die früherwahrscheinlich Vulkane waren, sind am bedeutendsten der Cantal (6320 F.), der Mont-d'Ors (6 > 60 F.) und der Puy-dc-Domc (1781F.). Nach einer natürlichen Eintheilung zerfällt die A.in die südliche Ober- und nördliche Nicderauvergne, in welcher letzter» am linken Ufer des Allier