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1 (1845) A bis Balbuena
Entstehung
Seite
677
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Auteroche Auto da Fe 677

bensjahren, mit dem Studium der Bibel, kvie die nach seinem Lode erschienenenAnsichtenüber Natur-und Seelenleben" (Stutkg. 1836 ) und seine NedeÜber den Menschen undseine Hoffnung einer Fortdauer" (Tüb. 1825 ) darthun. Sein Hauptwerk ist dasHand-buch der empirischen menschlichen Physiologie" (3 Vde., Tüb. 1801 2 ). Mit Neil gab erdasArchiv für Physiologie" (Vd. 7 12 ) und mit von Bohnenberger dieTübinger Blät-rer für Naturwissenschaft und Arzneikunde" (3 Bde., Tüb. < 815 17 ) heraus. SeinSohn Her in. Friedr. A. wurde am 5 . Mai 1790 zu Tübingen geboren und erhielt auchhier seine wissenschaftliche Bildung als Arzt. Nach seiner Promotion im J. 1821 machte ergroße Reisen, namentlich auch nach Großbritannien, als deren Resultat seine SchriftÜber dieVolkskrankheiten in Großbritannien" (Tüb. 1823 ) erschien. Jni J. 1823 nach seiner Vater-stadt zurückgekehrt, habilitirte er sich bald nachher daselbst als Privatdocent; im I. 1826wurde er außerordentlicher Professor und übernahm später einen Theil der Vorlesungen sei-nes Vaters, dem cr später im Amte folgte. Außer mehren Dissertationen besitzen wir vonihm ein WerkÜber das Gift der Fische" (Tüb. 1833 ) und die SchriftDas Schwefel-bad zu Sebastiansweilec in Würtemberg" (Tüb. 1833 ).

Auteroche, s. Chappe d'A Utero che zJean).

Auteuil, ein Dorf mit 1 800 E., am Eingänge des Gehölzes von Boulogne, einekleine Meile von Paris, ist als Wohnort literarisch bcrühmterMänner bekannt. Hier lebtenBoileau, Moliere, den Andrienr in seinem ,,->I»!iörs »vse sss amis, ou Io sou^er 5 aufdie Bühne brachte, und des Helvetius geistreiche Witwe, in deren Gesellschaften auch Bo-naparte in den I. 1798 und 1799 sehr oft weilte. Letztere wurde in ihrem Garten zu A.begraben. Auf dem Kirchhofe findet sich des Kanzlers d'Aguesscau (s. d.) Grabmal.

Authentlken (^utllenticue) sind kurze Auszüge aus denjenigen Stellen der Novel-len (s. d.), welche Abänderungen einzelner im Codex oder den Pandekten sich findenden Be-stimmungen enthalten. Um diese Abänderungen bei den betreffenden Stellen leichter zuübersehen, verfaßten die Glossatoren solche Auszüge, die sie mit ex mitlientici« bezeichneten,weil sie die Novellen selbst sutkenticas nannten. Später legte man jenen Auszügen denobgleich unpassenden Namen ^utlionticae bei, während man den Novellen ihren jetzigenNamen gab. Sie sind zwar in dem Ooiqnis juils ausgenommen, haben aber als bloße Pri-vatarbeit keine Gesetzeskraft. Dagegen haben die ^utdentioae b'riclericiauae, dreizehn Ver-ordnungen, welche die deutschen Kaiser Friedrich I. und Friedrich 11. in Italien erließen und andie Juristen in Bologna mit dem Befehle schickten, sie, gleich den obgenannten Authentiken,an passenden Orten in den Justinianeischcn Codex einzuschalten, praktische Gültigkeit.

Authentisch wird eine Schrift oderUrkunde genannt, insofern sie in derThat von demVerfasser herrührt, dem sie beigelegt wird. Über Auth entie der biblischen Bücher s. Bib-lische Ein lei tung und Kanon. DieGesehcrklärung oder Interpretation heißt authen-tisch, wenn sie von dem Gesetzgeber selbst gegeben wird, daher z.B. in constitutionellen Staateneine authentische Interpretation nur unter Mitwirkung der Stände erfolgen kann. Im wei-tern Sinne als beglaubigt, wird das Wort in der franz. Rechtssprache gebraucht, wenn manvon titre nutkentique spricht. über authentische Tonarten s. Ton und Tonarten.

Autobiographie heißt nach dem Griechischen eine selbstverfaßte Biographie. Es ge-hört zur Autobiographie ein seltener Grad von Selbsterkenntnis; und ein noch seltenerer Gradvon Wahrheitsliebe, zwei Eigenschaften, die nur von Demjenigen zu erwarten sind, der imgerechten Gefühle seines moralischen Wcrthcs auch seine Schwächen und Fehler ohne Be-schämung bekennen darf, wie wir dies z. B. in Alfieri's trefflicher Autobiographie finden.

Auto da Fe (actu8 liclei) hieß die sonst in Spanien und Portugal mit den von derInquisition (s. d.) zum Tode verurtheilten Ketzern vorgenommene Procession. Gewöhn-lich ward dieselbe an einem Sonntage zwischen Pfingsten und Advent, sehr oft amTage AUcr-heiligen veranstaltet. Bei Tagesanbruch ertönte der dumpfe Schall der großen Glocke derHauptkirche als Zeichen zum Beginn des schrecklichen Schauspiels; denn als solches ward esvom Volke betrachtet, das in Scharen sich herandrängte, da man im bloßen Zuschauenschon ein gutes Werk zu verrichten meinte. Die vornehmsten Männer rechneten cs sich zumVerdienst, bei diesen Processionen dem heiligen Gerichte sich gefällig zu erweisen und selbstGranden von Castilien scheuten sich nicht, die Schergen der Inquisition zu machen. Dm