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1 (1845) A bis Balbuena
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664
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664 Aussteuer Austerlitz

Nürnberg und Prag stattfindcndcn den ersten Rang ein. Die sächs. Industrie wird in den allerzwei bis drei Jahre in Dresden und Leipzig stattfindcndcn Ausstellungen repräsentirt. DieIdee einer allgemeinen deutschen Industrieausstellung ward zuerst 1842 in Mainz in Aus-führung gebracht. Auch gibt es an verschiedenen Orten Blumen- und Fruchtausstellungen,z. B. in Dresden; auch Ausstellungen von besondern Gegenständen der Industrie.

Aussteuer oder Ausstattung heißt im Allgemeinen Dasjenige, was die Töchterbei ihrer Verheirathung aus dem älterlichen Vermögen erhalten. Es gelten hierüber in dendeutschen Particularrcchten sehr verschiedene Bestimmungen, sowol was die Verpflichtungder Altern zur Aussteuer und die Größe derselben anlangt, als in Betreff der Anrechnungderselben bei der Erbtheilung. Hervorzuheben ist als eine besondere Art die Aussteuer derTöchter verstorbener Lehnsbesißer. Bisweilen wurde dieses Wort auch von ähnlichen Ver-hältnissen bei den Söhnen gebraucht, z. B. von Dem, was die in ein Kloster eintretendenGeistlichen Seiten ihrer Familie erhielten.

Ausflüßen heißt in der Chemie aus einem Körper die darin befindlichen auflöslichenTheile durch Waschen mit Wasser hinwcgschaffen.

Austerlitz, ein Städtchen in der fürstlich Kaunitz-Rietberg'schcn Herrschaft gleichesNamens in Mähren, zwei Meilen östlich von Brünn, mit 22Ü0 E., Schloß und Park, istinsbesondere bekannt durch die Schlacht am 2. Dec. und den Waffenstillstand am 6. Dec.1805. Der Sieg Napoleon's bei A. vereitelte nicht nur Pitt's Plan, schon damalsFrankreichs Macht durch brit.-ruff.-östr. Waffen in die Grenzen zurückzuführen, welchezehn Jahre später der pariser Friede ihr anwies, sondern er gründete auch recht eigentlichNapoleon's Continental- und Föderativst stem. Napoleon hatte nach Mack's Capital«-tion in Ulm am 17. Oct., weder durch die Östreicher bei Lambach und Mariazell nochdurch die Russen bei Dürnstein aufgehalten, Wien besetzt und sich sogleich der Donau-brücke nach Mähren bemächtigt. Dadurch geschah es, daß Marschall Lannes schon am 15.das ruff. Heer unter Kutusow erreichte, der, um sich zu retten, die Nachhut von 6000 M.unter dem Fürsten Bagration aufzuopfern beschloß, denen es jedoch gelang, sich durchzu-schlagen und zu dem Hauptheere zu stoßen. Nachdem Kaiser Alexander am 18. Nov. ausBerlin eingetroffen und an demselben Tage das zweite ruff. Heer unter Buxhöwden mitKutusow sich vereinigt hatte, auch am 24. Nov. die ruff. Garden, 10006 M. stark, angelangtwaren, beschlossen die beiden Kaiser, Alexander und Franz, in ihren Hauptquartieren zuOlmütz, zumal da das Heer an Lebensmitteln Mangel litt, am 2 7. Nov. aus dervortheilhaftenStellung von Olschen, 8 Meilen von A., in fünfParallelcolonnen gegen Brünn, wo Napoleonschon am 20. Nov. sein Hauptquartier genommen hatte, zu marschiren und ihm die Schlachtanzubieten. Allein die Russen verloren durch wiederholte Veränderungen in ihrem An-griffsplane mehre Tage, und Napoleon täuschte sie, indem er nicht nur Unterhandlungen an-knüpfte, sondern auch, als ob er den Angriff vermeiden wollte, sich zurückzog und, um seineStärke zu verbergen, die Truppen auf einen engen Raum zusammendrängte. Dadurchgewann er Zeit, bis zum I. Dec. das Corps unter Bernadotte und zwei Divisionen vonD avoust an sich zu ziehen, woraufer sofort sein Heer, an Brünn gelehnt, zur Schlacht ordneteund den Sieg des kommenden Tags, des Jahrestags seiner Krönung, den Truppen ver-kündigte. Das franz. Heer, in einer Stellung, die Kutusow nicht kannte, war gegen 80000 W,stark; das Heer der Verbündeten zählte gegen 84000 M. mit 16000 Pferden, darunter20000 M. Ostreicher. Am Morgen des 2. um 7 Uhr begann dieSchlacht. Französischerseitscommandirten Murat, Davoust, Soult, Bernadotte, Lannes, Suchet, Caffarelli, Rivaud,Drouet, Vandamme, St.-Hilairc, Lcgrand u.s.w.; ausSciten der Verbündeten Kienmaycr,Doctorow, Langeron, Przybyszewski, Kollowrat, Liechtenstein, Bagration und GroßfürstKonstantin. Das Ende der Schlacht war so sonderbar, daß franz. Truppen von dem rechtenFlügel mit dem Rücken gegen A. gelehnt die Neste des linken Flügels der Verbündeten an-griffen und zu dem Ende von denselben Anhöhen herabkamen, von welchen herab die Ver-bündeten am Morgen gegen sie marschirt waren. Der linke Flügel litt besonders, als er sichüber die gefrorenen Teiche bei Kobelnih und Satzschan und über einen schmalen Damm zu-rückzog und Napoleon das Eis mit Kartätschen einschießen ließ. In dieser Verwickelungwußte Generallieutenant Przybyszewski mit IIS Offizieren und 6000 M. das Gewehr