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1 (1845) A bis Balbuena
Entstehung
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663
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^ Ausstellung 663

! an Besseres gewöhnen und so allmälig eine nationale Kunst- einen nationalen Kunstge-! fchmack herbeiführen könne. Gerade in lehtercr Hinsicht aber haben die Kunstausstellungen, entschieden günstig gewirkt; der Geschmacksinn hat sich wesentlich gebessert, man hat urtheilenund das Bessere vom Schlechtem unterscheiden gelernt, man hat diesen gereinigten Ge-schmack auch auf andere Gegenstände des modernen Lebens übertragen und die Hervor-bringungen des Gewerbsicißes haben eine kunstgemäßere Form gewonnen. Auch kann mannicht leugnen, daß besonders zu der Zeit, als die Kunstausstellungen in intensiv höchster Blütestanden, zu Anfang der dreißiger Jahre dieses Jahrh., in Frankreich wie in Deutschland großeTalentedurch sie geweckt wurden odersich vollendeten und treffliche den Moment überdauerndeWerke entstanden. Aber der plötzliche Aufschwung hatte eine ebenso schnelle Erschlaffungund Enttäuschung zur Folge, und obgleich die Theilnahme an den Kunstausstellungen fort-während extensiv in Zunahme begriffen ist, so stehen wir jetzt in Deutschland, die von könig-licher Gunst gepflegten mehr monumentalen und nicht transportablen Kunstleistungen inMünchen abgerechnet, ziemlich auf demselbenStandpunktederKunst, vonwo aus der Anlaufgenommen wurde. Ähnliche Klagen werden auch in Frankreich und in England laut. Diehistorische Malerei, die ohnehin größeres Talent und größern Aufwand an Zeitund Geldopfcrnverlangt, ist immer mehr von den flüchtigem und käuflichem Ephemeren der gangbarer»und leichter verständlichen Genremalerei verdrängt worden, zu welcher nur die wenigstenKünstler den erfoderlichen Fonds von Humorund Naturkraft besitzen ^sentimentale, glänzendeToilettenstücke werden beifälliger ausgenommen als Gemälde, denen der Stempeleines ernsten,strengen und großen Talents und Strcbens aufgedrückt ist u. s. w. Rühmend ist noch hervor-zuheben, daß mit den Kunstausstellungen zugleich das Bestehen der so wohlthätigen Kunst-vereine (s. d.) eng verflochten ist, die wiederum auf die Fortbildung der Kupferstechkunstden günstigsten Einfluß haben, und daß die Ausstellungen jetzt das Transportmittel gewordensind, durch welche nicht blos die verschiedenen Gegenden und Städte des deutschen Vaterlandes,, sondern auch Belgien, Frankreich und Deutschland und umgekehrt ihre Kunftschöpfungcnzur gegenseitigen Kenntniß bringen. Am berühmtesten sind in Deutschland die Kunstaus-stellungen in Berlin, die vorzugsweise die Blüte der düsseldorfer Kunst zur Folge hatten, dieAusstellungen zu Dresden und zu Leipzig, wo ein lebendiger Verkehr der verschiedenen deut-schen Schulen, ja selbst der franz. und belg. Kunst wahrgenommen wird, die zu Wien in denSälen des Polytechnischen Instituts, die zu Prag, diedcsAlbrecht-DürervereinsinNürnbergu. s. w. München hat eine fortwährende Kunstausstellung. Die westlich von der Elbe gele-legenen Kunstvereine zu Münster, Halbcrstadt, Hannover, Magdeburg, Halle und Braun-schweig sind zur abwechselnden Ausstellung von Kunstwerken in den betreffenden Städtenverbunden, ebenso die rheinischen Städte Mainz, Darmstadt, Manheim, Karlsruhe und Stras-burg, von denen jene im 1.1841 eine Summe von 2" 800 Thlr., diese von 16948 Fl. aufden Ankauf von Gemälden verwenden konnten, und dann die Städte Danzig, Königsberg,Stettin, Breslau und Posen. Gleichwie im Norden Deutschlands verschiedene Vereine, so ver-anstalten auch in der Schwei; die zürichcr Kunstgescllschaft und der deiner und baseler Kunst-verein Kunstausstellungen. In Brüssel findet eine Nationalkuustausstellung statt; berühmtist die zu Paris in den Sälen des Louvre, die aber nicht blos im Wcrthe der ausgestellten1 Kunstwerke, sondern auch ihrer Zahl nach gesunken ist, indem im I. >801 derKatalog 3050Nummern, 1833 sogar 3318 Nummern, dagegen 1842 nur 2121 zur Anzeige brachte.Außerdem haben noch viele Provinzialstädte Frankreichs Kunstausstellungen, wie Nantes,Grenoble, Lyon, Besancon; doch können diese Provinzialaussiellungen nicht gedeihen, sondernsinken vielmehr tiefer und tiefer, da auch in dieser wie in jeder andern Hinsicht Paris Allesverschlingt und an sich reißt. In London ist, außer der Ausstellung des Britischen Instituts,l noch die größere der Königlichen Akademie zu erwähnen, welche 1842 zum 4 7. Male stattfand,

i und die der Gesellschaft der Aquarellmaler. Selbst in Italien, besonders zu Rom, blühen die

Ausstellungen oder fangen an zu blühen. Hieran schließt sich die Ausstellung von Kupfer-stichen und Nadirungen in historischer Überschau, welche der Kunstvercin zu Leipzig seit 1841verrustaltet hat, sowie die Ausstellung typographischer Leistungen im I. 1840 und die inFolge der Versammlung der Architekten in Leipzig veranlaßtc Ausstellung. Unter den In-dustricausstellungen nehmen die von Zeit zu Zeit in Paris und Brüssel, ferner die in