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1 (1845) A bis Balbuena
Entstehung
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Aussatzhäuser Ausschuß 659

gangsstellcn zwischen Süden und Norden bilden, zeigte sich ein Gemisch der verschiedenen For-men, woraus sich auch die Unbestimmtheit in der Beschreibung der Grundformen des Aus-satzes erklärt. Über die Verhältnisse im Norden ist aus jenen Zeiten wenig bekannt, wahrschein-lich finden sich aber die noch jetzt bestehenden wenigstens an den Küstenstrichen, wo noch ge-genwärtig die läetrasa in Island, die Radesyge (s. d.) in Schweden und Norwegen, dieKrimsche Krankheit in der Krim als Aussaßformen betrachtet werden. In den feuchtendumpfen Thälern des südlichen Deutschlands und Tirols, sowie in den waldigsten Niederun-gen kam cs bei der fast gänzlichen Unthätigkeit der Haut selten oder nie zur Ausstoßung derKrankheitsproducte durch sie; die Skrofulosis zerstörte die innern Theile und trat besondersin Form der Rhachitis und des Kretinismus auf, nur die Hautdrüsen des Kopfs scheinenfür die der übrigen Haut zu reagiren, und der Weichselzopf, welcher von Ungarn bis Lieflandseinen Sitz hatte, gesellte sich zu den Entstellungen des Knochensystems. Im Mittelalterbegünstigten viele Verhältnisse die Entstehung wie Verbreitung der dyskrasischen Haut-krankheiten in Europa, wohin auch die Kreuzzüge gehörten; aber eingeführtwurde der Aus-satz durch dieselben nicht, wie so Viele behaupten, er fand sich längst vor. Überall schritt ermit torpidem Charakter einher, bis zu Ende des I S.Jahrh. eine epidemische, exanthematischeConstitution auftrat, die chronischen oder Grindsormen in acute oder Pustelformen um-wandelte und so fast überall der Heilung zuführte, sodaß nur noch Spuren des Aussatzesübrigblieben. Die Lustseuche hat ihn weder verdrängt noch sich aus ihm entwickelt, wie manirrigerweise geglaubt hat. Beiträge zur ärztlichen Geschichte des Aussatzes liefert Hensler,Vom abendländischen Aussatze im Mittelalter" (Hamb. 1700). Auch Thiere und Pflan-zen leiden an Aussatz; bei den Schweinen hat man die Finnen, bei den Bäumen die Flech-ten so genannt. DerAussatz der Kleiderin dem Alten Testament bezeichnet Stock-flecke, Schimmelbildungen u. s. w-, wie sie als Signakeln im Mittelalter häufig vorkamen,derAussatz derHäuserist salpetriger Mauerfraß.

Aussatzhäuser, Leproserien oder Malanterien nannte man im Mittelalterdie zur Aufnahme der Aussätzigen bestimmten Hospitäler, mit deren Erbauung und Ein-richtung der fromme Glaube einen nicht unbedeutenden Luxus trieb, wie denn Frankreichim 13. Jahrh. allein 2000 solcher Gebäude zählte.

Ausschnitt eines Kreises oder Srctor heißt in der Geometrie derjenige Theil einerKreisfläche, der durch zwei Halbmesser (Radien) und einen Bogen oder Theil des Ümfangs(der Peripherie) eingeschlossen wird.

Ausschuß. Während der gewöhnliche Sprachgebrauch mit diesem Ausdrucke in derRegel Das bezeichnet, was als nicht oder minder tauglich von dem Normalen abgesondert oderausgeschossen wird, z. B. schadhafte Papierbogen, fleckiges Porzellan, schlechtes Geld, so kommtdasselbe Wort im corporativen Leben der Auswahl der Tüchtigsten, der zu einem besonder»Geschäfte Erlesenen, der Repräsentanten und der Vorsteher der Gesellschaft zu. FörmlicheBehörden werden damit bezeichnet, wiewol nur solche, welche auf Wahl beruhen. Ganzbesondere Bedeutung aberhaben die Ausschüsse der deutschen Landstände. Nur imNamen liegt hier die Eigenthümlichkeit, sobald cs sich blos um die Deputationen, Commissio-nen und Comite's handelt, wie sie auch in England und Frankreich Vorkommen, die aber inDeutschland häufig in Erinnerung älterer Institute Ausschüsse genannt werden. Aber eineandere Bedeutung hat die Sache, wenn man an solche Deputationen denkt, die nicht blosden Standen Vorarbeiten, sondern dieselben vertreten und eigene Rechte ausüben sollen.Dieses Institut war besonders in dem ältern deutschen Ständewesen wichtig, wo die ur-sprünglich nur auf Zeit gewählten Ausschüsse, die man zur Vereinfachung und Abkürzung,der Verhandlungen zu benutzen schon durch die große Zahl der damaligen Ständemitgliederveranlaßt war, allmälig stehend wurden, eigene Gewalten, gewissermaßen Kammern mitCuriatstimme darstellten und meist die erfahrensten und einflußreichsten Ständemitglicdcrin sich vereinigten. Sie gehörten in jenes damalige System, das, ganz im Widerspruch zudem neuern franz., aber wol in dem Geiste des engl., Regierung und Stände zu verschmel-zen und die Stände auch bei der Verwaltung zu betheiligen suchte. Sie bildeten den großenStaatsrath des Fürsten und des Landes; in ihrer Mitte saßen seine ersten Räche, wenn sie

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