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AuSkeilen Auslieferung 655
auf röm. Inschriften, desgleichen zu Mur in demselben Canton auf Inschriften, die einerGöttin Ortio und Noria gedenken, sowie auf mehre Bronzen.
In Rußland hat besonders der Kaiser Alexander die Trümmer vergangener Jahr-hunderte dem Schwarzen Meere entlang und in Taurien entweder weiter zu Tage fördernoder zeichnen lassen. Eine besondere Aufmerksamkeit haben seit 1828 die Altcrthümer vonKertsch, dem alten Panticapäum, in Taurien auf sich gezogen. Man fand hier in einemGrabe Vasen, Halsbänder und andern Schmuck, theils aus massivem Golde, theils Filigran-arbeiten, ferner dünne Goldbleche mit getriebenen Arbeiten, bei spätem Nachgrabungen einenröm. Sarkophag mit Basreliefs und zuletzt eine etruskische Vase mit theilweise vergoldetenReliefs. An der Mündung des Liman ins Schwarze Meer bei Otschakow, dem alten Axiakos,stieß man auf eine ^ Elle lange und Elle breite Marmorplatte mit einer gut erhaltenengriech. Inschrift aus dem 2. Jahrh. n. Ehr., die der von den Griechen am Pontus Euxinuszu Ehren des Achilles angestellten berühmten Spiele erwähnt; in der Nähe des StädtchensStaraja-Rjasan oder Alt-Räsan auf zwei steinerne Mauern mit Säulen und Nischen unddrei Altäre. In der Walachei wurde bei Karakal, einem Marktflecken an der Alma,ein großer steinerner Sarkophag aus Einem Stücke mit Zierathen und Waffen zum Vor-schein gebracht; in einem andern Grabhügel fand man Urnen und goldene Ohrringe.
Aus Asien ist uns in der neuesten Zeit nur Vereinzeltes zugekommcn. Zu Tchafder(Azoni) stieß der Franzose Texier auf Inschriften, Tempel, Theater; er fand in den Königs-gräbern von Phrygien tausende von Sculpturen und in den Ruinen von Pessinunt Porti-ken, die von der Familie des Attalus errichtet waren. Die Ruinen des Sonnentempels inVaalbeck entdeckte Russegger; über die Theater von Sagalaffa berichtete 1828 Arundell,über die Altcrthümer bei Thyatira und auf dem Jda Prokesch; die Gräber von Jlium unter-suchte Choiseul-Goufsier; auch fand man eine Karyatide von dem Grabmal des Mausolus zuHalikarnaß. In neuester Zeit zogen die vermeintlichen Monumente des Scsostris bei Nahr-el-kelb in der Nähe von Bairut die Aufmerksamkeit auf sich. In Afrika wurde nament-lich Ägypten genauer untersucht. Einer der frühern Reisenden, die hier Ausgrabungenanstellten, war Pietro della Valle. Namentlich hat aber das Interesse für die Hieroglyphen-schrift manches Denkmal zu Tage gefördert. Wichtig war die Entdeckung eines reichen Gold-schatzes, bestehend in massiven Goldringen mit eingegrabenen Figuren, in Armbändern undandern Gegenständen, welcher 1834 in einer Pyramide von Meroe durch Ferlini aus Bolognagemacht wurde. Zu Kairo wurde 1835 ein Monument aus der Zeit Rhamses'Il. vom Schuttbefreit. Auf Anrathen des damaligen stanz. Consuls Mimaut und Champollion's hat derVicekönig von Ägypten 1838 ein Museum zu Kairo gegründet und die Ausfuhr von Alter-thümern untersagt. Vieles läßt sich aus dem Staate von Algier nach der Besitznahmedurch die Franzosen erwarten; besonders reich an röm. Alterthümern ist die Stadt Konstan-tine, das alte Cirta, und die stanz. Regierung hat für diesen Zweck seit einiger Zeit eine eigenewissenschaftliche Commission ernannt. Selbst in Nordamerika gaben die seit 25 Jah-ren fortgesetzten Ausgrabungen, die nicht nur alte Geräthe, sondern auch große Bauwerkeaufgedeckt haben, interessante Ausschlüsse über den Culturzustand der Urbewohner. Die be-deutendsten Altcrthümer finden sich in Mexico und den mexikanischen Staaten. Schon1750 entdeckten einige Spanier in den Einöden des Bezirks Carmen von Guatemala dieungeheuren Trümmer einer Stadt; nähere Nachforschungen wurden erst 1786 von Seitender span. Regierung angestellt, deren Ergebnisse in den Archiven von Mexico blieben. ImI. 1805 aber sandte Spanien den Hauptmann Dupaix nebst dem Zeichner Castanedadahin, und was diese bis 1808 gesammelt haben, wird in den „Lntiyuites mericsioes"(Par. 1835 fg.) mitgetheilt.
Auskeilen sagt man von Gängen und Gebirgsschichten, wenn sie nach oben oderunten immer schmaler werden und endlich ganz aufhören.
Auslegung, s. Exegese und Hermeneutik.
Auslieferung. Die Auslieferung Derer, welche der Verübung eines Verbrechens be-schuldigt sind, ist einer der verwickeltsten Punkte des Völkerrechts. Eine allgemeine Pflichtdazu läßt sich nicht aunehmen, denn der Staat, welcher einem Fremden einmal seinenSchutz bewilligt hat, würbe oft durch Aufkündigung desselben auf die einseitige Beschuldigung