654 Ausgrabungen
l'ullArorum, ein polygones Säulcnfragment mit der Angabe der verschiedenen Ortsentfer-nungen; auchinHolland stieß man 1841 an verschiedenen Orten auf Überbrückungenaus der Nömerzeit. — Nur Weniges hatEngland geliefert. Zwischen Jork und Dring.Hauses fand man 1836 ein schön gravirtes Siegel mit dem Profil des Flavius Domitius(81—96 n. Chr.), und in demselben Jahre bei der Ausgrabung zur Herstellung des westli-chen Markts von Exeter Überbleibsel einer alten röm. Stadt, wahrscheinlich Jsca. Unterden hier aufgefundenen Gegenständen sind 400 Kupfer- und Silbermünzen von Claudiusbis Valens, sowie eine große Menge rother Gefäße von samischer Erde, Graburnen, Opfer-schalen und Lanzen bemerkenswerth.
Nicht unwichtig waren die Ausgrabungen neuerer Zeit inDeutschland, wo fie auchdurch mehre der Historischen Vereine (s.d.) gefördert wurden. Am frühesten untersuchteman die Römerstraßen am Rhein. Die Römerreste inBaiern wurden besonders durch Naisererforscht; namentlich entdeckte man beim Ausgraben des Ludwigkanals in derNähe von Bam-berg röm. Alterthümer, unter diesen einen Ring mit schöner Mosaikarbeit. In Wirrten,-berg fand man zu Unterhorzen im Oberamte Wangen 1836 ein defectes antikes Gefäß mit600 röm. Kaisermünzen von Silber, bei Rottenburg mehre röm. Münzen von Kupfer undAurichalcum, einen 1F. hohen und i F.breitenDenkstein mit einer Abbildung des Apollon,ferner Gefäße aus Siegelerde; bei Nottweil Mosaiken und Frescobilder. Im Großhcr-zogthum Baden wurde in einem eine Stunde von der Stadt Baden gelegenen Dorfe Oosein irdener Topf mit 5000 Bracteaten und 5000 Solidi ausgegrabcn, unter denen Münzenvom deutschen König Konrad, einige vom venetianischen Dogen Ziani (1172 gewählt) undviele des Bisthums Köln, namentlich von den Bischöfen Heinrich und Otto sich befinden;zu Bischofsheim kam man 1835 unter dem Fundamente der Kirche auf Alterthümer einesröm. Tempels, bestehend aus einer Minerva, einem Mercur und Bruchstücken anderer Sta-tuen ; Anderes entdeckte man bei Steinsfurt. Die um Baden gefundenen Denkmäler sindin dem Museum Paläotechnicum daselbst aufbewahrt. Auch im Großherzogthum H essenwurde in dem Mainz gegenüberliegenden Städtchen Kastel unter Massen von Brandschuttein gut erhaltener vierseitiger röm. Altar hervorgezogen, mit einer Inschrift und mittelmäßi-gen Darstellungen von fünf Gottheiten mit ihren Attributen in Basrelief, der sich jetzt zuWiesbaden im Museum der Alterthümer befindet; Anderes lieferte die Umgegend von MainzundAlzei. Ansehnliche röm. Ruinen fand man in einigen Gegenden des Herzogthums Nas-sau, z. B. bei Hedernheim, Dolzheim und Marienfels; Mithras-Denkmäler kamen in derNähe von Wiesbaden zum Vorschein. Eine reichere Ausbeute gaben die Nachgrabungen inPreußen. Besonders wurden in der Nheinprovinz, wie bei Bonn, Neuwied u. s. w., vieleröm. Denkmäler zu Tage gefördert, und namentlich stieß man 1842 in Köln auf mehre Mo-saikböden aus der Römerzeit und einige Jahre früher in der Nähe von Aachen an dem Wegenach Frankenberg auf eine gut erhaltene röm. Wasserleitung. Doch auch andere Provinzenlieferten nicht Unbedeutendes. In der Nähe des Dorfes Günstedt bei Erfurt entdeckte manbeim Graben einer Chaussee eine Urne von schwarzem, äußerlich glänzendem Thon und50 Stück gut erhaltene röm. Silbermünzen und drei silberne, einfach von Draht gewundeneArmbänder; bei Kolberg 1836 einen schön geflochtenen Halsring, ein zierlich gearbeitetesOhrgehänge und andern Schmuck von Silber, vielleicht aus dem Orient abstammend, des-gleichen eine abassidische Münze aus dem Jahre der Hedschra 228, außerdem Münzen vomKaiser Lothar und Heinrich III.; endlich in der Nähe von Kleinkatz bei Danzig ein Hei-dengrab mit Urnen, die mit Schmuckketten und Ringen von unedlem Metall angefüllt waren.Ostreich hat erst in neuester Zeit Ausgrabungen anstellen lassen; die bei Lienz inTirol,wo das röm. Loncium gestanden haben soll, leitete 1829 Professor von Muchar; in Laibachentdeckte man 1836 beim Grundbau eines Hauses eine stark vergoldete männliche Kupfer-statue. Bei Pesth in Ungarn fand man eine ägypt. Vase von Silber; weit bedeutenderaber waren die Funde in der Gegend des alten Sabaria, wo sich ein röm. Begräbnißortbefand. In der Schweiz stieß man 1835 zu Zürich beim Grundgraben eines öffentli-chen Gebäudes auf einen röm. Begräbnißplatz und fand zwei vortrefflich gearbeitete Urnenvon röthlichem und schwarzem Thone; zu Amsoldingen im Canton Bern 1807 und 1813