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1 (1845) A bis Balbuena
Entstehung
Seite
648
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K 18 Auskultation Ausdünstung

diese Weinlorten rein und echt. Auch am Rhein hat man das Ausbrechcn der reifsten und ^schönsten Weinbeeren angefangen, um besonders edle Weine zu erzielen.

Auskultation nennt man diejenige ärztliche Untersuchungsmethode, mittels welcherman die In und an dem menschlichen Körper wahrnehmbaren Töne und Geräusche zu erfor-schen und zu unterscheiden sucht, um dadurch den gesunden oder kranken Zustand seinerTheile oder Organe zu erkennen. Schon sehr frühzeitig hat man allerdings auf das Röchelnin der Brust bei Schleimanhäufungen in den Luftwegen, auf das knarrende Geräusch oder dieCrcpitation der gebrochenen Knocken, auf den Schall, welchen Wasseranhäufungen in Brustund Bauch erregen, auf den hörbaren Schlag des Herzens geachtet und daraus auf die be- 'treffenden Krankheitszustände geschlossen, indessen waren dies immer nur vereinzelte Mo-mente und betrafen Geräusche, welche man schon in einiger Entfernung des Kranken wahr-nehmen konnte; daher gebührt dem ftanz. Arzte Laennec unzweifelhaft das Verdienst, dieWichtigkeit des Gehörsinns für die Diagnose der Krankheiten zuerst in einem wissenschaft-lichen Zusammenhange..thatsächlich nachgewiesen und so wenigstens für die Krankheiten derBrustorgane eine neue Ara geschaffen zu haben; denn er zeigte dem Arzte, wie man zu hörenvermöge, was im Innersten des Körpers vorgehe, indem er zugleich für diejenigen Fälle, wodas Ohr nicht im Stande ist, die zu schwachen Schallstrahlen zu sammeln, das Stethoskop(s. d.) erfand, wodurch die mittelbare Auscultation ausgeübt wird, während die unmittelbaredurch das bloße an die Körperwandungen gelegte Ohr geschieht. Die Töne und Geräusche,welche wir auf diese Weise wahrnehmen, sind nun entweder natürlich vorhandene oder künst-lich erregte; die Art und Weise, wie die letzter» hervorgerufen und beobachtet werden, belegtman mit dem Namen Percussion (s. d.). Die natürlichen Töne sind entweder solche,welche im gesunden, oder solche, welche im kranken Zustande wahrgenommen werden, undletztere sind wieder entweder bloße Abänderungen der erster« oder durch die krankhaften Ver-hältnisse ganz neu hervorgerufene. Hieraus erhellt, daß Jeder, welcher sich mit der Aus-cultation beschäftigen will, nothwendig zuerst sich eine genaue Kenntniß der gesunden oder inormalen Töne verschaffen muß, indem er nur dann im Stande ist, über das Vorhanden-sein von krankhaften Tönen und deren Beschaffenheit und Bedeutung zu urthcilen. Daßhierzu vor Allem ein sehr feingebildetes musikalisches Gehör nothwendig ist, bedarf kaumder Erinnerung, dennoch aber scheinen gar Viele dieses erste Requisit nicht zu kennen, und sokommt es, daß gar häufig die Phantasie das Fehlende ersetzt oder der Untersnchungsmcthode -Mängel und Fehler zugeschrieben werden, welche nur dem Untersucher anheimfallen. Daßdaher über viele der wahrzunehmenden Töne wie über ihre richtige Deutung noch Zweifelherrschen, kann nicht Wunder nehmen, um so mehr, da Vorurtheil und verkehrtes Scham-gefühl nicht selten einer ausreichenden Anwendung der Auscultation entgegen sind, um somehr, da der größere Theil der ältern Ärzte noch immer ihr Vorhandensein ignorirt, wäh-rend die jüngern freilich damit nicht gar selten eine gewisse Charlatanerie treiben. VglLaennec,Von den Krankheiten der Lungen und des Herzens und der mittelbaren Auscul-tation als eines Mittels zu ihrer Erkenntniß" (deutsch von Meißner, 2 Bde., Lpz. 1832)und Skoda,Über Percussion und Auscultation" ( 2 . Aust., Wien l 8-12). ,

Ausdehnung, s. Expansion und Elasticität.

Ausdruck bezeichnet figürlich das Äußern eines innern Zustandes, das lebendige Her- ^vortreten des Geistigen im Körperlichen. Sollen Wörter Ausdruck haben, so kommt esdarauf an, daß sie genau Dem entsprechen, was der Darstellende uns durch sie mittheilenwollte. Von einem Gesichte oder von einem Bildnisse sagen wir, daß es Ausdruck habe,wenn in demselben nicht blos die allgemeine Form eines menschlichen Gesichts überhauptsich findet, sondern wenn die dem Individuum, welchem es angehörk, inwohnende Seele in denZügen des Gesichts'oder Bildnisses sich ankündigt. Der Anatom Charles Bell wollte ein beson-deres Nervensystem als Vermittelung des psychologischenAusdrucks entdeckt haben.Vgl. dessen ou Ille anstoni^ SN<I pbilo8n;>li^ ok expreosion" (Lond. 1821, 1.).

Ausdünstung heißt die Entwickelung von Dämpfen aus festen oder tropfbar flüssigenKörpern. Geschieht diese Ausdünstung sehr rasch, so erhält sie denNamenVerdampfung. lAlle Körper, feste sowol als flüssige, dünsten aus, um so mehr, je stärker sic erwärmt werden.Selbst Schnee und Eis entwickeln Dünste und verschwinden dadurch allmälig. Viele Dünste