Druckschrift 
1 (1845) A bis Balbuena
Entstehung
Seite
647
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AuSarten Ausbruch 64?

günstigen Lage zwischen Bengalen, Delhi, Bombay und Hyderabad verspricht eS ein bal-diges Emporblühen gegen den gänzlichen Verfall seiner Größe und Pracht, die der mongo-lische Beherrscher Indiens Auren g-Zeyb (s. d.) gegründet, nach welchem es den Namenerhielt, während es früher Kirki hieß. Drei Meilen nordwestlich von A-, jenseit der merk-würdigen Festung Daulatabadss. d.), des prächtigen Grabmals Aureng-Zeyb's und deswundervolleni Grottenbaus von Ellora (s. d.) liegt auf einer romantischen Tafelhöhe dasDorfRosah, das Montpellier Indiens, ausgezeichnet durchseine gesunde Luft und daheraus weiten Fernen besucht.

Ausarten und Entarten. Das Ausarten ist eine bestimmte Umbildungsformder Gewächse, die in zweifacher Gestalt auftritt, einmal als wirkliche Abartung (ckegeaeratio),dann als Zurückartung einer Abart zu der ursprünglichen Art. Die wirkliche Abartungfindet statt, wenn der Samenstaub der einen Art auf die Narbe einer andern derselben Gat-tung angehörenden Pflanze gebracht wird, was besonders bei den Leguminosen und Cruciatender Fall ist. Die Zurückartung tritt in der Regel ein, wenn die Blumen der Abartenmit Samenstaub der väterlichen oder mütterlichen Pflanze befruchtet werden, wodurch zuerst! Übergangsformen entstehen, die endlich zur ursprünglichen Art zurückkehren. Hierbei trittl die noch unerklärte Erscheinung ein, daß zuweilen unter ganz reinem Samen einer Abarteinige Körner die ursprüngliche Art wieder Hervorbringen, während die übrigen die gewünschteAbart geben, was besonders am Samen gefüllter Blumen beobachtet wird. Das sichersteMittel zur Verhütung der Ausartung in ihren beiden Formen besteht darin, daß die Pflanze,deren Art rein erhalten werden soll, möglichst vor der Nachbarschaft ähnlicher und verwand-ter Arten bewahrt bleibe, damit kein Austausch des Samenstaubs stattfinden kann, und daßman sämmrliche Verhältnisse, unter denen die Art vorher gedieh, genau berücksichtigt, weildas Ausarten zuweilen auch stattfindet, wenn die Abart entweder durch besondere, dem Bo-den mitgetheilte Stoffe oder unter Mitwirkung einer besonders kräftigen Ernährung erzeugti wurde. Die Entartung wird im gewöhnlichen Leben für eine bestimmte Bildungs-odervielmehr Umbildungsform der Pflanzen erklärt und diese Ansicht nicht blos auf die Erfah-rung, sondern auch auf die angeblich im Thierreiche wahrzunehmende Analogie gestützt.Aber die Erscheinungen, welche zum Beweis einer solchen Entartung dienen sollen, sind! zum Theil so ganz von rein aus das animalische Leben bezüglichen Verhältnissen abhängig,

^ daß die Vergleichung derselben mit Zuständen des pflanzlichen Lebens nicht snzuwenden ist.

Man leitet die Entartung davon her, daß der Same, der auf einem Stück Landes gewachsen,

! zur neuen Aussaat aus dasselbe Land gedient habe. So wäre also allein der Jncest, zu dem> der Same gezwungen wird, wenn derselbe dem nämlichen Boden, auf dem er gewachsen ist,wieder anvertraut wird, die Ursache der Entartung. Es wäre demnach eine Möglichkeit der Ent-artung, d. i. Verschlechterung, darin gegeben, daß die Aussaat mit schlecht eingeerntetcm, inFolge der Witterungsverhältnisse u. s. w. oder durch schlechte Aufbewahrung verdorbenemSamen gemacht worden ist. Die Entartung wird aber auch herbeigeführt, wenn eine ein-zige der Bedingungen, die die Pflanze zu ihrem Wachsthum nothwendig braucht, mangelt.Der Boden ist allerdings die Ursache der Schwächung der Vegetation, die dann auch keinenso vollkommenen Samen Hervorbringen kann als im normalen Zustande. Trotzdem kann^ von einer wirklichen, im Pflanzenlcben begründeten Entartung, d. i. Verschlechterung derArt, nicht wohl die Rede sein, vielmehr hat die Botanik kein Wort für diesen Begriff.

Ausbeute beißt im Bergwesen der reine Gewinn einer Grube für die Gewerken oderBesitzer der Kuxe, nach Abzug aller Kosten. Zur Auszahlung dieses Gewinns schlägt manauch die sogenannten Ausbeutethaler.

Ausbruch heißen in Ungarn, vornehmlich zu Tokay, Eperies, St.-Georgen, Siklosch! und Mcngosch diejenigen Weine, welche aus den schönsten und reifsten Beeren, ^die man! kurz vor der allgemeinen Lese besonders ausgebrochen hat, gekeltert werden. Uber demAusbruch steht dieEssenz, welche aus den abgewelkten, rosinenartigcn Weinbeeren ohnePresse durch das eigene Gewicht sich auspreßt. Werden die Trauben, welche Essenz gege-ben haben, mit Most von andern frischen guten Trauben begossen und gelind ausgepreßt, soheißt auch diese Sorte oft Ausbruch, richtiger aber Maschlach oder Maschlasch. EsgehtsehrViel Betrug sowol mit dem Ausbruch als auch mit der Essenz vor, und selten bekommt man