646 Aurikel Aurungabad ,
Schleusen gegen die Überflutung des Meers geschützt wird; der Rand, die sogenannte»Polder, d. i. vom Meere angcsctztcs Marschland, ist der fruchtbarste Boden des ganzen La»,des, während im Innern sich fast nur Moor und Haide finden. Die Einwohner treiben vor-zugsweise Ackerbau, Viehzucht und Scehandcl. Im blühendsten Zustande ist die Land-wirthschaft in den Marschgegcnden. Pferde, Nindcr, gemästete Gänse, Getreide und Torfsind die Hauptproducte. Bedeutend ist die Hcringsfischerci an den schott. Küsten und derAalfang in den Binnenwässern. Der Fabrikfleiß ist sehr gering. Es gibt wenig Waldungund außer den Hasen fast gar kein Wild, häufig aber sind wilde Enten, Rebhühner undSchnepfen. Die Mehrzahl der Einwohner bekennt sich zur protestantischen und zwar zur re- ,formirten Kirche, doch gibt es auch einige katholische, menkwnitischc und jüdische Gemeinden. ^In frühesten Zeiten war das Land unter mehre Häuptlinge vertheilt, bis es als eine Graf- lschaft an die FamilieZirksena kam, unter welcher cs 1657 zum Fürstcnthum erhoben wurde.
Nach dem Tode des letzten Fürsten aus diesem Geschlechts, Karl Edgard's, nahm es 174t ^
Preußen in Besitz, worauf cs im tilsiter Frieden nebst den Herrschaften Jever und Knip- !Hausen an Holland kam, mit dem es l8I» dem franz. Reiche als Provinz einverleibt wurde.
Im I. 1813 kam Preußen wieder in Besitz des Landes, das zufolge der Bestimmung deswiener Congresses 1815 an Hannover abgetreten wurde. — DieHauplstadt der Landdrostci ^und des Fürstenthums ist Aurich, ziemlich in der Mitte gelegen, mit 3400 E-, einem pro- !testantischcn Konsistorium, einem Gymnasium und einer öffentlichen Bibliothek, mehren !Leder-, Pfeifen- und Tabacksfabriken und zahlreich besuchten Pferdcmärkten. Zur Beför-derung des Handels dient die Treckfurt, ein durch Moor und Marsch über drei Meilen vonA. nach Emden gezogener Kanal. Im Schlosse zu A. halten die Landdrostci und die Pro-vinzialstände des Fürstenthums ihre Sitzungen. In der Nähe beim Dorfe Nahe ist der be-rühmte Upstalsboom, wo sich in uralten Zeiten die Friesen versammelten. Zu A. gehörtauchdie Insel Norderney (s. d.). Um die Geschichte und Sprache der Ostfriesen hat sich Wiardagroßes Verdienst erworben, namentlich verdanken wir ihm eine „Ostfriesischc Geschichte bis s1813" (lO Vdc., Brem. 1791 —1817). Vgl. auch Arend, „Ostfriesland und Jever, in geo-graphischer, statistischer und besonders landwirthschaftlicherHinsicht" (3 Vde., Emden 1820).
Aurikel (primiiln suriculu), eine beliebte Eartenblume, wächst ursprünglich auf Al-pen und Voralpen des Mittlern und südlichen Europas an schattigen, feuchten Orten. Durch idie Cultur hat sie an Schönheit und Farbenpracht sehr gewonnen. Man kennt mehr als ^300 Spielarten. Die wilde Aurikel ist immer einfach gelb, und ihr Geruch ist angenehmund lieblich. Sie blüht im April und Mai, oft auch im Herbste zum zweiten Mal. Man j
pflanzt sie entweder durch Absenker oder durch Samen fort; doch fodert die letztere Art derFortpflanzung großen Fleiß.
Aurora, die Göttin des Frühroths, war die Tochter des Hyperion und der Theia, dieSchwester des HelioS und der Selene und die Gemahlin des Titanen Asträus, dem sie denZcphyrus, Boreas und Notus, den Hesperus und die übrigen Gestirne gebar. Sic erhebtsich des Morgens aus ihrem Lager, fährt mit den göttlichen Rossen Lampus und Phaetonaus der Tiefe des Meers herauf und hebt mit ihren Rosenfingern den Schleier der Nacht.
Nach Homer erscheint sic oft als Tagesgöttin und wird, besonders von den Tragikern, mitder Hemra identisicirt. Von den Sterblichen, welche sie liebte und deswegen entführte, er-wähnen spätere Dichter den Orion, Klitus, Tithonus, dem sie den Mcmnon und Emathiongebar, und den Gemahl der Prokris, Cephalus. Dargestellt wird sie in rothgelbem Gewändemit einem Stern auf dem Haupte und einer Fackel in der Rechten.
Aurungabad oder Auren gabad ist dieHauptstadt der gleichnamigen Subah, d. h.Provinz des Staats des Nizam von Hyderabad oder des Königreichs Dekan, des größtenbrit. Schuhstaats in Vorderindien. Die Stadt liegt 40 Meilen östlich von Bombay an demzum Godavery südlich abfließenden Bergstrom Kowlah, der sie von der Vorstadt Bcgum-purah trennt, in einem wasserreichen, zum Thcil sumpfigen, ungesunden Bassin, umgebenvon ziemlich nackten Felshöhen. A. ist die wasserreichste Stadt' Indiens; jedes Haus hatein Wasserbassin, eine eigene Quelle und einen Springbrunnen im Hofraume. Es stehr >
ganz auf Aquäducten, die freilich zu großem Theile ebenso verfallen sind, wie die zahllose» I
Moscheen und Paläste. Noch hat es indeß 00000 E., einen gutgefüllten Bazar und in der