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1 (1845) A bis Balbuena
Entstehung
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AugnstuS 643

er. Um dem Volke den Wunsch einzuflößen, ihn als unumschränkten Herrscher zu sehen,schaffte er die Gesetze des Triumvirats ab, verschönerte die Stadt und beschäftigte sich mitAusrottung der während der Bürgerkriege eingerissencn Misbräuche. Am Ende seines sie-benten Consulats im I. 27 v. Ehr., begab er sich in den Senat und erklärte seine Absicht,die Negierung niederzulcgen. Der Senat, erstaunt über seine Mäßigung, beschwor ihn,die höchste Gewalt auch ferner zu behalten, und Octavian gab diesen dringenden Bittennach. Er erhielt nun den Beinamen Augustus, der die geweihte Heiligkeit seiner Personund Würde bezeichnet?, und vereinigte nach und nach als Princeps, wodurch zunächst nur derVorrang vor den Senatoren und damit vor allen übrigen Bürgern bezeichnet ward, in sich dieGewalt eines Imperators zu Wasser und zu Lande, der über Krieg und Frieden entschied,eines Proconsuls über alle Provinzen, eines beständigen Volkstribunen, wodurch seine Per-son für unverletzlich erklärt und ihm das Recht ertheilt war, sich allen Beschlüssen des Se-nats und der Magistrate widersetzen zu können, endlich eines Censors und Oberaufsehers derSitten und eines Pontifex Maximus oder,Oberhauptes aller religiösen Angelegenheiten.Die Gesetze selbst wurden ihm untergeordnet, und die Beobachtung derselben seiner Willküranheimgestellt. Seine eigenen Verordnungen (Constitutionen) sollten Gesetzeskraft haben,auch die unbegrenzte Strafgcwalt hatte er, und so ward durch ihn diejenige Form der räm.Monarchie festgestellt, die im Wesentlichen unverändert bis auf Diocletian bestand. Zu allenjenen Vorrechten fügte man den Titel eines Vaters des Vaterlandes. Es lag im Geiste seinerStaatsklugheit, die herkömmlichen republikanischen Namen und Formen beizubehalten; da-her verweigerte er es standhaft, den durch Sulla und Cäsar verhaßt gewordenen Nameneines Diktators anzunehmen.

A. führte mehre Kriege in Afrika, Asien und besonders in Spanien, wo er nach gro-ßen Anstrengungen über die Cantabrer und Asturer, 18 v. Chr., triumphirte. Seine Waf-fen unterwarfen unter Tiberius, dem ältern Sohn der Livia, Pannonien, Dalmatien, Jl-lyrien; unter Drusus, seinem jüngcrn Stiefsohn, der bis an die Elbe drang, die westlichenGermanen; sie hielten die Dacier, Numidier und Äthiopier in Schranken. MitdenPar-thern schloß er ein Bündniß, demzufolge sie Armenien abtraten und die dem Crassus undÄntonius genommenen Adler Zurückgaben. Am Fuße der Alpen errichtete er Denkmälerseiner Triumphe über die Bergvölker, von denen man noch zu Susa und Aosta stolze Über-reste sieht. Nachdem er zu Lande und zur See die Welt beruhigt hatte, schloß er zum drit-ten Male seit Roms Erbauung 19 v. Chr. den Tempel des Janus. Dieser Friede ward9 n. Chr. durch die Niederlage des Varus gestört, der drei Legionen gegen die Germanen unterHcrmann (s. d.) verlor und verzweiflungsvoll sich selbst tödtete. Die Nachricht dieses Un-glücks erschütterte A. tief. Er ließ seinen Bart und seine Haare wachsen und rief oft im äu-ßersten Schmerz:O Varus, gib mir meine Legionen wieder!" Doch wurden die Deut-schen fortwährend durch Tiberius in Schranken gehalten. Während des Friedens erließ A.viele nützliche Verordnungen und stellte die Misbräuche in der Verwaltung ab. Er gab demSenat eine neue Gestalt, beschäftigte sich mit der Verbesserung der Sitten, besonders durchBegünstigung der Ehen (die Lex Julia und Papia Poppäa), gab Luxusgesetze und stelltedie Kriegszucht bei den Heeren und die Ordnung bei den circensischen Spielen wieder her;er verschönerte Rom, das er, wie er mit Wahrheit sich rühmte, aus Backsteinen erbaut ge-funden hatte und aus Marmor erbaut hinterließ. Äuch machte er Reisen, um allenthalbendie Segnungen des Friedens zu verbreiten; er besuchte Sicilien und Griechenland, Klein-asien, Syrien und Gallien; in mehren Gegenden gründete er Städte und Colonien. DieVölker errichteten ihm Altäre, und durch ein Decret des Senats ward dem Monate Sexti-lis der Name Augustus gegeben. Zwei Verschwörungen, die A.'s Leben bedrohten, scheiter-ten ; die eine leiteten Cäpio, Murena und Egnatius, die dafür mit dem Tode büßen mußten,die andere Cinna, dem A. großmüthig verzieh.

Großen Kummer verursachten A. die Ausschweifungen seiner Tochter (von der Scn-bonia) Julia (s. d.); daher zeigte er sich auch härter gegen Diejenigen, welche die Ehreseiner Familie verletzt, als gegen Diejenigen, die sein Leben bedroht hatten. Die Geschichtesagt, daß er in höherm Alter von der Livia beherrscht wurde, vielleicht der einzigen Person,

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