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1 (1845) A bis Balbuena
Entstehung
Seite
642
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642 Augustus

dessen Beendigung er bald seine wahre Gesinnung offenbarte und den Optimaten feindlichevkgegentrat. Er söhnte sich mit Antonius aus, als dieser mit Lepidus aus Gallien nachItalien zurückkehrte, und errichtete in Gemeinschaft mit Beiden ein Triumvirat, worauf sie,nach den schrecklichsten Blutscenen in Rom und Italien, das republikanische Heer unter Bru-Iris and Cassius in Macedonien besiegten. (S. Antonius.)

Nach seiner Rückkehr nach Italien erregte 41 v. Ehr. Fulvia, des Antonius Gemahlin,in Gemeinschaft mit dessen Bruder Lucius Antonius, einen Krieg (den Perusinischcn) gegenihn, in welchem auch die Bewohner von 18 italischen Städten, deren Besitzungen er seinen Ve-teranen hatte geben müssen, sich mit seinen Feinden verbanden. Anfangs siegreich, ließ sich Lu-cius Antonius durch Agrippa und Salvidicnus, Octavian's Feldherrn, in Perusia einschließen,wo er sich bald daraufergeben mußte. Man plünderte die Stadt, und 30V Senatoren wur-den als ein den Manen des vergötterten Cäsar dargebrachtes Opfer zum Tode verurtheill.Fulvia entwich nach Griechenland; ihrer Tochter, Clodia, des Antonius Stieftochter, diean Octavian verheirathet war, hatte dieser den Scheidebrief zugeschickt. Schon drohte derKrieg zwischen Antonius, der sich mit Sextus Pompejus verband und nach Italien zurück-kehrte, und Octavian auszubrechen, als der Tod der Fulvia eine Aussöhnung erleichterte.Durch den brundisinischcn Vergleich im I. 30, der durch die Verheirathung des Anto-nius mit Octavia, Octavian's tugendhafter Schwester, befestigt ward, erhielt Octa-vian den Westen des Reichs von Jllyrien an, also auch Italien. Octavian aber vermähltesich im folgenden Jahre, nachdem er seine zweite Gemahlin, Scribonia, verstoßen hatte,mit der berühmten Livia Drusilla, der Gemahlin des Claudius Nero, den er nöthigte, sichvon ihr scheiden zu lassen. Mit Sextus Pompejus, dem die Zusagen, die ihm in dem Vergleichvon Miftnum im I. 30 gethan worden waren', von Octavian nicht gehalten wurden,kam es im I. 38 zu einem Kriege, den Agrippa glücklich für den Letztem im J. 36 durch dieSiege bei Mylä und Messana beendete. Lepidus, der Sicilien in Anspruch nahm, ver-lor, da ihn seine Truppen verließen, auch Afrika, das ihm im I. 40 gegeben wordenwar, mußte sich an Octavian ergeben und lebte fortan mit der Würde eines PontiferMaximus bekleidet, ohne weitern Antheil an den politischen Ereignissen. So war nunGewalt und Reich nur noch unter zwei Männer getheilt. Doch während Antonius imOrient allen Genüssen der Liebe und des Luxus sich hingab, verfolgte Octavian unausgesetztseinen Plan, sich zum alleinigen Herrscher zu machen. Vor Allem strebte er sich die Liebedes Volks zu erwerben; er zeigte Milde und Großmuth, ohne den Schein zu haben, alsstrebe er nach der höchsten Gewalt, vielmehr erklärte er sich bereit, die Herrschaft niederzu-legen, sobald Antonius von dem Kriege gegen die Parther zurückgekehrt sein würde. Jemehr er sich dem Volke näherte, um so offener erklärte er sich gegen Antonius. Besondersgelang es ihm, durch Bekanntmachung eines Testaments, worin Antonius die mit derKleo-patra erzeugten Söhne zu seinen Erben erklärte, den Unwillen der,Römer gegen denselbenrege zu machen. Diese Stimmung benutzend, ließ er der Königin von Ägypten den Krieg erklä-ren und führte eine bedeutende Kriegsmacht zur See und zu Lande nach dem AmbracischenMeerbusen, wo Agrippa (s. d.) die Schlacht bei Actium(s. d.) gewann, die den Octavian31 v. Chr. zum Beherrscher der Welt machte. Er verfolgte seinen Nebenbuhler nach Ägyptenund endigte hier den Krieg, nachdem er den Vorschlag des Antonius, ihre Streitigkeitendurch einen Zweikampf zu entscheiden, verworfen hatte. Kleopatra und Antoniusj, die sichselbst den Tod gaben, ließ er prachtvoll bestatten; einen Sohn des Antonius und der Fulviaopferte er seiner Sicherheit; gleiches Schicksal hatte Cäsarion, ein Sohn Cäsar's und derKleopatra; alle andere Verwandte des Antonius blieben verschont, und im Ganzen brauchteer seine Macht mit Mäßigung. Er verweilte zwei Jahre im Orient, um die ÄngelegenheitenÄgyptens, Griechenlands/Syriens, Kleinasicns und der Inseln zu ordnen; bei seinerRück-kehr nach Nom im 1.29 v. Chr. hielt er einen dreitägigen Triumph, und die Schließungdes Janustemvels bezeichnete die Herstellung vollkommenen Friedens.

Befreit von seinen Nebenbuhlern und Herr der Welt, war er einen Augenblick unentschie-den über die Art seiner künftigen Gewalt und befragte darüber seine Vertrauten. Agrippa,dessen Siege ihm die Herrschaft gewonnen, rieth ihm, darauf Verzicht zu leisten; Mäcenaswar der entgegengesetzten Meinung, und diesem, oder wol mehr seiner eigenen Neigung, folgt!