Druckschrift 
1 (1845) A bis Balbuena
Entstehung
Seite
637
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Attgust (Emil Leopold), Herzog zu Sachsen-Gotha und Altenbnrg 637

geachtet schien Polen zufrieden und glücklich. Als Friedrich ll. Schlesien erobert hatte, ver-band sich A., durch diese schnelle Vergrößerung Preußens beunruhigt, im Der. >7-12 mitMaria Theresia und verpflichtete sich im geheimen Tractate zu Leipzig am l8. Mai 1745für die Hülfsgelder, welche England und Holland zu zahlen versprachen, 36666 M. Hülss-kruppen zu stellen, die, nachdem sie in Schlesien cingerückt waren und sich niit dem östr. Heerevereinigt hatten, bei Hohenfriedberg am Juni 1745 eine gänzliche Niederlage erlitten.Sofort griff Friedrich II. Sachsen selbst an. Der Fürst Leopold von Dessau schlug bei Kes-selsdorf unter den Mauern von Dresden das sächs. Heer abermals am 15. Dec. 1745. A.verließ seine Hauptstadt und rettete seine Kunstschätze, vergaß aber die Staatsarchive, die,namentlich was den geheimen Tractat zu Leipzig von 1745 anlangt, durch die Verräthcrcides geheimen Kanzclisten Menzel in die Hände des Siegers fielen. Durch den Frieden zuDresden am 25. Dec. 1745 erhielt A. im nächsten Jahre Sachsen zurück; dochschon 1756sah er sich aufs neue in einen Krieg mit Preußen verwickelt. DaA.'s Neutralitätsvorschlägcvon Friedrich II. abgelchnt wurden, verließ er Dresden am 16. Sept. und begab sich ins La-ger bei Pirna, wo 17666 M. sächs. Truppen versammelt waren. Friedrich II. aber schloßdiese hier dermaßen ein, daß sie sich am 14. Oct. als Gefangene ergeben mußten. A.selbst flüchtete auf den Königstein und später nach Polen. Hier, wo sein Ansehen schonvorher nicht bedeutend gewesen war, sank es nach dem Verluste Sachsens noch tiefer. Da-zu kam, daß die Kaiserin Katharina von Rußland die sächs Fürsten, als die VerbündetenFrankreichs, auf alle Weise aus Polen zu verdrängen suchte. Erst nach dem Abschlüsse deshubcrtsburger Friedens kehrte A. von Warschau nach Dresden zurück, wo er aber schon am5. Oct. 1763starb. Sein Sohn, Friedrich Christian, folgte ihm als Kurfürst vonSachsen, und Stanislaus Poniatowski (s. d.) als König von Polen. Friedrich Chri-stian starb schon am 17. Dec. 17ß3, und unter Vormundschaft des Prinzen -kavier folgteihm sein unmündiger Sohn Friedrich August I. (s. d.).

August (Emil Leopold), Herzog zu Sachsen-Gotha und Altenburg, der Sohn Her-zog Ernst's >>. und der Prinzessin Charlotte Amalie von Sachsen-Meiningen, geb. am 23.Nov. 1772, studirte seit 1788 nebst seinem jüngern Bruder Friedrich in Genf. Er ver-mählte sich 1767 mit der Prinzessin Luise Charlotte von Mecklenburg-Schwerin, un!ials sie in ihrem ersten Wochenbette 1866 gestorben, mit der Prinzessin Karolinc Ama-lie von Hessen-Kassel. Nach dem Ableben seines Vaters trat er am 26. Apr. 1864 die Re-gierung an, die er eben so gerecht als mild handhabte, während er zugleich Gewerbe, Han-del, Sicherheit und Lebensglück seiner Unterthanen möglichst zu fördern bemüht war. Da-her blieb, obschon er für die eigene Ökonomie allzu wenig Sorge trug, der Credit des Landesselbst in den schwierigsten Zeiten ungeschwächt; es mehrte sich der Wohlstand desselben; csblühten die Bildungsanstalten aller Art; es wurden die wissenschaftlichen und Kunstsamm-lungen ansehnlich vermehrt, neue hinzugefügt und dem Gebrauche geöffnet, die Städte ver-schönert, die Landstraßen verbessert und neue angelegt. Ganz besonders nützte dem Landedie Gunst, in der er bei Napoleon stand, den er aber auch als Beförderer der Wissen-schaft und Kunst hoch verehrte. Nicht minder genoß er nach Napoleon's Sturze die Achtungaller Monarchen, da er die Gunst des Kaisers nie zu persönlichen Vorthcilen benutzt undnach wiederhergestelltem Frieden zur Verpflegung und Fortschaffung der Truppen die mn-stcrhaftesten Einrichtungen getroffen hatte. Er starb am 17. Mai 1822 an einer Brust-krankhcit und wurde neben seinem Vater auf einer Insel in dem von diesem angelegtenGarten zu Gotha begraben. Von Jugend auf schwächlich, halte sich sein Körper in denJahren der Reife so glücklich entwickelt, daß man ihn einen schönen Mann nennen konnte;doch liebte er ein weichliches Leben, sodaß er häufig einen großen Theil des Tages im Bettezubrachtc. Er besaß viele und mannichfaltige Kenntnisse; überwiegend waren in ihm Phan-taste, Gcmüth und Witz. Im Umgänge sehr anziehend, war er jedoch leicht reizbar und hef-tig. Für Wissenschaften und Künste that er sehr viel; unter Andern ließ erSeetzen (s. d.)im Oriente reisen ; auch begründete er das sogenannte Chinesische Cabinct. Von seinen schrift-stellerischen Erzeugnissen ist nur eines,Kyllenion oder Auch ich war in Arkadien" (186s>),im Druck erschienen; andere, wiePanedone" undEmilianische Briefe", sind Manuscrirtgeblieben. Vgl. Eichstädt,lUemoria ^UAiisti ctneig 8i»xoii>ae prineij.is <I>,tlnni->rum nie."