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August kl. (Kurfürst von Sachsen)
auf seine Politik hatte. Nach seines Bruders, Georg's IV., Tode am 24. Apr. 1694 zur Kur-würde gelangt, übernahm er, statt der anfänglich ihm bestimmten Führung des Reichshecrsgegen Frankreich, den Oberbefehl über das östr.-sächs. Heer gegen die Türken in Ungarn.Nach der Schlacht bei Olasch am 27. Aug. 1696 legte er indeß den Befehl nieder und kehrtenach Wien zurück, wo der Plan, um den durch den Tod Johann Sobieski's erledigten poln.Thron sich zu bewerben, von seinem eigenen Ehrgeize ihm eingegcben oder von OstreichsPolitik angeregt wurde. Nachdem der nachmalige Feldmarschall Flcmming den franz. Ge-sandten in Warschau, Abbe von Polignac, der den Prinzen von Conti auf den poln. Thronzu bringen suchte, ausgestochcn und von den feilen Großen die Krone für 16 Mill. poln.Gulden erworben hatte, entfernte A. das fernere Hindcrniß seiner Wahl sehr leicht dadurch,daßcram23. Mai 1697 zuBadcnbei Wien zur katholischen Kirche überging. DieKauffummeaufzubringen, verkaufte und verpfändete er mehre Thcile seines Erblandes, ja sogar an Bran-denburg die letzten Überreste der Besitzungen des Stammhauses Wetlin. Am 27. Juni warder von dem versammelten Reichstage zum Könige erwählt; da indeß eine Partei sich durchausfür den Prinzen von Conti erklärte, so rückte er mit 16666 Sachsen in Polen ein, woraufam 15. Sept. seine Krönung in Krakau stattfand, Conti aber Danzig verlassen und nachFrankreich zurückkehren mußte. Sehr bald fühlte Sachsen die Last der neuen Krone. A.hatte bei seiner Thronbesteigung versprochen, die an Schweden abgetretenen poln. Provinzenwieder mit dem Reiche zu vereinigen; dessenungeachtet waren die poln. Großen dem Kampfeabgeneigt, den nun A. mit sächs. Truppen und auf Kosten seines Erblandes führen mußte.(S- Nordischer Krieg.) Er verband sich mitDänemarkund dem ZarPetcr; doch Karl XII.nöthigte Dänemark zum Frieden von Travendal am 18. Aug. 1766; die Russen aber be-siegte er beiNarva,und nachdem er am 26. Juli 1762 bei Kliffow einen vollständigen Sieg überdie Sachsen erfochten und am 1. Mai 1763 die Reste des sächs. Heers bei Pultusk vollendsgeschlagen hatte, erklärte der Rcichsrath A. am 14. Fcbr. 1764 der poln. Krone verlustig,worauf am 12. Juli 1764 Stanislaus Lesczinski, Woiwode von Posen, als König erwähltwurde, den A. bald nachher, jedoch vergebens, in Warschau aufzuheben suchte. Das Vor-dringen Karl's Xll. nach Sachsen, in Folge des Sieges bei Fraustadt am 14. Febr. 1766über den Feldmarschall Grafen Schulenburg, nöthigte A., der in Polen beim russ. Heere ge-blieben war, 1766 in Unterhandlungen zu treten, die den Frieden zu Altranstädt (s. d.)zur Folge hatten. Er besuchte Karl XII. am 18. Der. 17 66 im Lager zu Altranstädt, der, umseine Demüthigung vollständig zu machen, ihn nöthigte, Stanislaus mit einem Glück-wünschungsbriefe die Juwelen und die Archive der Krone zu übersenden. Nach seiner Rück-kehr nach Dresden erhielt er ganz unerwartet von dem heimkehrenden Karl XII. einen Be-such. Unter fremdem Namen wohnte er 1768 dem Feldzuge gegen die Franzosen bei. ZuEugen's Heere in den Niederlanden ließ er 9666 M. Sachsen stoßen. Er hatte sich zueinem neuen Zuge nach Polen gerüstet, als er die Nachricht von Karl's Xll. Niederlage beiPultawa erhielt, worauf er in einer Bekanntmachung vom 8. Aug. 1769 den Bruch des Ver-trags von Altranstädt zu rechtfertigen suchte. Mit einem glänzend gerüsteten Heere ging ernach Polen; aufs neue verband er sich mit dem Zar Peter, und es begann nun wieder derKrieg mit Schweden, der nach Karl's Xll. Rückkehr mit um so größerer Erbitterung ent-brannte, bis der Tod des Letzter« in den Laufgräben bei Friedrichshall im Dec. 1718 derSache eine andere Wendung gab. Die nächste Folge war der Waffenstillstand mit Schweden,der 1719 zu Stande kam, aber erst 1732 in einen Frieden verwandelt wurde. InPolen bildete sich jedoch gegen die sächs. Truppen eine Konföderation, an deren Spitze einEdelmann, Ledekuski, stand; die Sachsen wurden auf allen Punkten angegriffen undmußten sich ergeben. Endlich kam es unter Peter's Vermittelung 1716 zwischen A. und derRepublik Polen zu dem sogenannten warschauer Vertrage, zufolge dessen die sächs. Truppendas Königreich verlassen mußten. So sah sich A. genöthigt, den Gedanken, die Nation mitGewalt unterwürfig zu machen, aufzugeben, und suchte nun durch andere Mittel seinenZweck zu erreichen. In der Thal gelang es ihm, die Polen durch den Reiz eines glänzendenund üppigen Hofes zu gewinnen, und nur zu sehr folgten die Großen dem Beispiel ihresKönigs. Sachsen aber hatte in Folge der Vereinigung beider Länder unter einem Beherr-scher schwere Opfer zu bringen, und bald gcrieth der Staatshaushalt des ohncdis schon ver-