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doch nicht zu starkes Licht haben. Man hüte sich, die Lichtstrahlen unmittelbar in bas Auge !fallen zu lassen. Bei dem Sonnenlichte vermeidet es Jedermann zumeist schon von selbst,weil die Folgen schnell und auffallend eintrcten, und es eine vorübergehende Lähmung derAugennerven, ja selbst schwarzen Staar verursachen kann. Allein auch die Strahlen einesLichts, das öftere Blicken ins Feuer und besonders in den Blitz ist der Sehkraft des Augesnachtheilig und verzehrt und vernichtet allmälig seine Nervcnkraft. Das Licht darf aber nichtzu schwach sein, weil das Auge sich dabei zu sehr anstrengcn muß, die Strahlen zu sammeln.Daher ist das Dämmerlicht zum Sehen so nachtheilig für die Augen. Am besten ist dasmilde Licht des Tages; nur darf beim Lesen, Schreiben, Nähen u. s. w. die Sonne nicht un-mittelbar auf den weißen Gegenstand scheinen, weil durch dieses zu starke Licht die Ncrven-kraft der Netzhaut im Auge zu sehr gereizt und daher erschöpft wird. Wer des Abends zuarbeiten nicht vermeiden kann, muß auf die Auswahl der Beleuchtung die gehörige Sorgfaltwenden, wenn er seinen Augen nicht schaden will. Die beste Beleuchtung des Abends ist dievon einer guten Lampe mit breitem Dochte. Ihr Licht ist hell genug und doch mild, gleich-mäßig, nicht flackernd. Weniger gut ist das Wachslicht; eins gibt nicht Heilung genug, mehregeben verschiedene Schatten, was schon unangenehm für die Augen ist. Am wenigsten taug-lich sind die Unschlittlichter, theils weil sie ein unstetes, flackerndes Licht geben, theils weil dasöfters nöthige Putzen den Arbeitenden nöthigt, zu oft in das Licht selbst zu sehen. Die besteArt der Beleuchtung wäre die von oben. Der Arbeiter muß das Licht zur linken Hand habenund hoch stellen; auf diese Weise ist die Beleuchtung auf dem Papiere am vortheilhaftesten.
Das Zimmer, in welchem man am Tage arbeitet, sollte, der gleichmäßigen Beleuchtung wegen,nur auf einer Seite Fenster haben. Der Arbeitstisch muß so stehen, daß die Fenster zur linkenHand sind. Hat das Zimmer auf mehren Seiten Fenster, so bedecke man die der andernSeite mit grünen Vorhängen. Als Arbeitszimmer wähle man wo möglich keins mit derAussicht auf eine hell erleuchtete, weiß, gelb oder roth angestrichene Wand; denn nichts istschädlicher für die Augen als eine solche stete überreizende Einwirkung auf die Ncrvenkraft sder Netzhaut. Die Mittel, mit welchen man schwachen Augen zu Hülfe kommen kann, sindzunächst Brillen (s. d.). Die grünen sind gewöhnlich flach, vergrößern und verkleinernnicht und sind nur für solche Personen nützlich, welche empfindliche Augen haben und vielauf weiße Gegenstände, z. B. Papier, Leinwand u. dgl., bei starkem Lichte sehen müssen.
Sie mildern blos die zu starke Einwirkung des Lichts auf die Augen. Die erhaben geschlif-fenen oder convexen Brillengläser, welche nach Maßgabe ihrer Rundung die Gegenständevergrößern, kommen den weitsichtigen Augen zu Hülfe, weil sie dieselben in der Kraft, dieLichtstrahlen so zu vereinigen, daß von den Gegenständen ein deutliches Bild im Auge ent-stehen kann, unterstützen. Das Glas muß gerade nur so viel convex fein, als dem AugeKraft fehlt, die Strahlen zu brechen; cs darf also nicht als Vergrößerungsglas auf das Augewirken, sondern blos dazu helfen, das Bild naher Gegenstände, das ohne Glas undeutlichist, ganz deutlich zu machen. Dies ist das Zeichen, daß es für das Auge paffend ist. Diehohlgeschliffencn oder concavcn Gläser kommen den kurzsichtigen Augen zu Hülfe, sie dürfennur um so viel die Lichtstrahlen auseinanderstreuen, als das kurzsichtige Auge sie zu sehr !bricht und daher zu bald vereinigt, und dürfen daher die Gegenstände nicht verkleinern, son- !dcrn nur deutlich machen. Bei der Auswahl einer Brille ist große Vorsicht anzuwenden. Pas- 'ssende Brillen sind dem Auge sehr nützlich, unterstützen das Sehvermögen und erleichtern daS jSchm so sehr, daß sich oft ein schwaches Auge wieder erholt; unpassende Gläser schaden, in-dem sie das Auge zwingen, sich mehr anzustrengcn, um wieder dem Fehler der Gläser cnt-gcgcnzuarbeiten. Ein weitsichtiges Auge, dem man eine zu convexe Brille gibt, wodurch die !nahen Gegenstände vergrößert werden, zwingt man, noch weitsichtiger zu werden. Ein kurz- !sichtiges Auge, dem man ein zu concavcs, die Gegenstände verkleinerndes Glas gibt, zwingt ^man, sich anzustrengen, noch kurzsichtiger zu werden. Auch muß, wer weitsichtig ist, sich hüten,mit einer Brille, die ihm nahe Gegenstände deutlich macht, in die Ferne zu sehen; er muß,wenn er z. B. nicht mehr schreib^ oder liest, die Brille sogleich ablegen. Ein zweites Mittel,den Augen zu Hülfe zu kommen, besteht darin, die Nervcnkraft derselben zu erhöhen. Mittel,bar geschieht dies dadurch, daß man dem krankhaften Blutandrange nach den Augen Einhaltthut. Die Nervcnkraft und die Gewalt des Bluts stehen bis auf einen gewissen Punkt mit»