Achse Acht ' 63
hinsichtlich der Zerstreuung der Farben verschiedene Gesetze befolgen. Wenn man nun eineconvexe Crownglas- und eine coucavc Flintglaslinse miteinander zu einer einzigen Linse ver-bindet und diese als Objectivglas nimmt, so kann bei einer gewissen Auswahl der Dimensio-nen beider Gläser auf eine hier nicht näher anzugebcnde Weise eine Wiedervereinigung dergetrennten Farben bewirkt werden, indem zwei Bilder, deren Farben sogenannte Complemen-kär- oder Ergänzungsfarben sind, auf dieselbe Stelle treffen und vereinigt ein weißes Bildgeben Dreifache Objective, die man kurz nach Erfindung der achromatischen Gläser häu-figer anwandte, bestehend aus zwei convexen Crownglaslinscn und einer zwischen ihnen be-findlichen concaven Flintglaslinse, sind wenig mehr in Gebrauch und haben den Nachtheil,daß sie mehr Licht verlieren als die doppelten. Die Verfertigung der achromatischen Gläserund Fernröhre ist theils durch den Erfinder selbst, theils durch dessen Sohn, Peter Dollond,ferner durch den engl. Optiker Ramsden, namentlich aber in neuerer Zeit durch denfrüh verstorbenen Fraunhofer, der eine Methode erfand, um die Glasarten vollkommenrein darzustellen, was namentlich bei dem Flintglase große Schwierigkeiten hat, nach undnach zu großer Vollkommenheit echoben worden. Fernröhre dieser Art leisten bei weit ge-ringerer Länge weit mehr als die ältern, nicht achromatischen. Eine wichtige Verbesserungder achromatischen Fernröhre verdanken wir dem Optiker Plößl in Wien, welcher in derneuesten Zeit die dialytischen Fernröhre erfand, bei denen die das Objectivglas bildenden Lin-sen verschiedener Glasarten nicht mehr wie bisher dicht hintereinander, sondern in einem an-gemessenen größer» Abstande voneinander angebracht sind, was abermals eine Verkürzungder Nöhre möglich gemacht hat.
Achse. Inder Geometrie ist Achse einer krummen Linie diejenige gerade Linie,welche die krumme in zwei gleiche, ähnliche und symmetrische, d. h. ähnlich liegende Thciletheilt, z. B. in der Parabel, Ellipse und Hyperbel. Achse eines geometrischen Kör-pers ist diejenige gerade Linie, welche durch die Mittelpunkte aller ähnlichen parallelenDurchschnitte des Körpers geht; in diesem Sinne haben Cylinder, Kegel, Sphäroid eineAchse. Insbesondere versteht man unter der Achse (auch Umdrehungsachse) eines Körperseine gerade Linie, um welche der ganze Körper sich bewegt, sodaß nur jene Linie in Ruhebleibt. — In der Physik ist die Achse eines Linsenglases die durch den Mittelvunkt bei-der Kugelflächen oder beider Seiten des Glases gehende Linie. Die Achse eines Fernrohrsist die verlängerte Achse aller darin enthaltenen Gläser. Die Achse des Auges ist eine durchdie Mitte der Pupille und der Krystalllinse gehende gerade Linie. — Die Achsen an denWagen hat man in neuerer Zeit ganz von Eisen gemacht. Sie erleichtern, da sie wegen derDünne weniger Reibung geben, das Fahren, und sind für lange Zeit dauerhaft. Über ihreZweckmäßigkeit bei schweren Fahrzeugen ist man einverstanden, weshalb sie auch in mehrenStaaten bei der Artillerie eingesührt sind. Um das Springen, namentlich in der Kälte, nichtbefürchten zu dürfen, bedient man sich damascirter eiserner Achsen. Die Achsen mit beweg-lichen Schenkeln, eine engl. Erfindung, zeichnen sich dadurch aus, daß die Schenkel ganz vonder Mittelachse getrennt sind. Durch die Enden der letztem gehen eiserne Bolzen, an denendie Schenkel befestigt sind, und um die sich die Schenkel, wie bei gewöhnlicher Einrich-tung der Vorderachse, horizontal bewegen, sodaß auf diese Weise das Lenken erleichtert unddas aus andern Rücksichten verwerfliche sogenannte Unterkricchen der Vorderräder erspartw>rd. Doch sind diese beweglichen Schenkel nur bei leichtem Fuhrwerk anwendbar. Diefran;., pr.uß. und fast alle deutsche Artillerien bedienen sich der Achsen ganz von Eisen, dieengl, ist die einzige, bei der zwar die Achsschenkel von Eisen sind, die Mittelachse aber ausHolz besteht. Die russ. Artillerie hat noch hölzerne Achsen, weil sie den Krieg häufig in un-wirthbaren Gegenden führt, wo der Ersatz eiserner Achsen schwierig sein würde; auch ist csbei ihr ein Grundsatz, daß alles Material so viel als möglich von den Artilleristen selbst ge-fertigt und ausgebessert wird, was auf eiserne Achsen sich nicht ausdehnen lassen würde.
Acht oder Bann (bsnmim) heißt die Erklärung der Gerichte gegen ungehorsam«usbleibende Parteien, wodurch sie des Schutzes der Gesetze für verlustig erklärt werden. Inältern Zeiten kam die Acht auch wegen bloß bürgerlicher Rechtssachen (bsnimm contmns-ciae) in Anwendung, so auch in England seit der normännischen Eroberung, wo sie nochjetzt üblich ist, insoweit besondere Gesetze es bestimmen. In Deutschland ist die Acht als blos