Achard Achclöus 59
ghier ist, hat die Stadt, deren Bewohner fast nur Kauflcute und Handwerker sind, ihre Be-deutung verloren. A. hat acht größtentheils armenische Kirchen, eine Synagoge und unterden meist zertrümmerten Moscheen eine sehr schön erhaltene in der Festung, welche der Kai-ser in eine rufs. Kirche umzuwandeln befohlen hat.
Achard (Franz Karl), ein verdienstvoller Naturforscher und Chemiker, geb. 28. Apr.17 3 l zu Berlin, erwarb sich insbesondere große Verdienste um die Vervollkommnung derRunkelrübenzuckersabrikation, indem er die Versuche Marggrass wiederaufnahm und crwei-terte und später eine vollständige Nübenzuckerfabrik und eine Lehranstalt errichtete. In seinendesfallsigen Bemühungen wurde er durch das persönliche Interesse, das der König von Preu-ßen an diesem Industriezweige nahm, wesentlich unterstützt, indem ihm das Laboratoriumder Akademie zu weitern Versuchen überwiesen wurde. Obgleich die Resultate seiner For-schungen 179» und 1800 von dem Ministerium öffentlich bekannt gemacht wurden, so fan-den sie doch keine Anwendung in der Praxis, weshalb ihm der König das Gut Cunern inder Niedcrlausitz unter der Bedingung verlieh, daselbst eine Musterfabrik zu errichten. DenUntersuchungen aller Forschungen mußte sich der Kreisphysikus Neubeck unterziehen, und sogeschah cs, daß durch die Vermittelung des Königs A. in Verbindung mit Neubeck nach sechsmühevollen Jahren den richtigen Weg zur Abscheidung des Zuckers fand, und daß dieA.'scheRübenzuckcrfabrikation nun überall Anklang und Nacheiferung fand. Im I. 1812 wurdeauf Befehl des Königs, da die Fabrik in Cunern, namentlich während der Continentalsperre,glänzende Geschäfte machte, daselbst eine Lehranstalt für Runkelrübenzuckersabrikation er-richtet. Als Director der physikalischen Classe der Akademie der Wissenschaften nach Berlinberufen, starb A. daselbst am 20. Apr. 1821. Unter seinen Schriften, die sich zumeist aufRunkelrüben und deren industrielle Anwendung erstrecken, heben wir hervor: „Die euro-päische Zuckerfabrikation aus Runkelrüben, in Verbindung mit der des Branntweins, Es-sigs und Kaffecsurrogats aus-ihren Abfällen" (3 Bde., Lpz. 1809; neue Aust. >812).
Acharius (Erik), schwedischer Naturforscher, geb. 10. Oct. 1737 in Geste, gest. am13. Aug. 1819 zu Wadstena, studirte von >773 an in Upsala, wo er Linne zum Lehrerhatte, von dem er seines Talentes wegen nicht unbeachtet blieb. Nachher begab er sich nachStockholm, wo er die Zeichnungen naturwissenschaftlicher Gegenstände für die Akademie derWissenschaften besorgte; im I. 1782 ward er in Lund Doctor der Mcdicin, prakticirte hier-auf als Arzt in Schonen, bis er 1789 als Provinzialarzt eine Anstellung in Wadstena be-kam, welches Amt mit dem Titel eines Professors er bis zu seinem Tode bekleidete. In derNaturgeschichte erwählte er sich die Flechten >u seinem Häuptstndium, und gleich seine erstendaraus bezüglichen Schriften („lüctionograpliiae suocicae prnckromiis", Linköp. 1798, und„lVIettioclus, oinnes ciotootns l.ieiwnos illustrere toutavit",Stockh.1803) fanden allge-meinen Beifall. Aus allen Theilen der Welt kamen ihm reiche Flechtensendungen zur Be-stimmung und Aufnahme in seinem Systeme zu. Hierauf ließ er seine „bächenn^ropliiaMliversslis" (Gött. 1810) und die „8M0PSIS meilioclica IHreuiim" (Lund 1813) erschei-nen; doch die Masse der ihm vorliegenden Materialien, vielleicht auch die häufige Unter-brechung seiner Studien ducch Amtsgeschäfte schadete dem Ganzen und brachte ein gewissesSchwanken in sein System. Sehr bald trat Flöcke als entschiedener Gegner dieses Systemsauf, das er und seine Schule ununterbrochen mit großer Bitterkeit, selbst noch nach des A.Tode, der aber nie eine Gegenschrift erscheinen ließ, bekämpfte. Mußten auch in Folge an-derwciter Forschungen die größcrn systematischen Arbeiten des A. sehr schnell veralten, sogebührt ihm doch die Ehre, die Bahn gebrochen zu haben. Sein Name wurde mehren Ge-wächsen, wie dem 6enus .Vcliorio, Conierva.^cbririi, blrceoloria.-^cbarii, IlhiLvinorpha^cksrii und dem Insekt lortrix ^cbarians, beigelegt. Er hinterließ eine aus 11000 Spe-cks bestehende Gewächssammlung, deren wichtigster Theil, die Lichcnen, an die Universitätzu Helsingfors verkauft wurde. Kleinere Aufsätze und Monographien von ihm befinden sichin den Verhandlungen mehrer in- und ausländischer Akademien und Gesellschaften.
Achat, s. Quarz.
Achelöus, früher Thoas, jetzt Aspropotamo, der größte Fluß Griechenlands,entspringt auf dem Pindus, strömt durch das Land der Doloper, trennt dann Ätolien vonAkarnanien, die Ursitze der Hellenen, und fällt in das Jonische Meer, da, wo man den Korin-