Accusationsproceß Achaja 57
einen Reisenden, gewöhnlich auf bestimmte Summen, damit derselbe entweder an bestimm»tcn Orten oder überall das benöthigte Geld erheben kann.
Accusationsproceß, s. Anklage.
Acerbi (Giuseppe), ein bekannter ital. Reisender, gcb. zu Castel-Goffredo in derLombardei, verlebte einen Theil seiner Jugend in Mantua. Jm J. 1798 verließ er seinVaterland, ging nach Deutschland, später nach Dänemark und Schweden, und 1799 nachFinnland. Mit dem Obersten Skiöldebrand, einem geschickten Landschaftsmaler, den er inTorncä traf, machte er die Reise bis zum Nordcap, als der erste Italiener, der bis dorthinvordrang. Nach seiner Rückkehr ging er nach England, wo er seine Reise beschrieb (2 Bde.,Lond. 1892, 4.)', die unter seinen Augen zu Paris von Petit-Radel übersetzt und von ihmselbst hier und da berichtigt wurde (3 Bde., Par. 1803). Im I. 1818 begründete er inMailand die „Libünteca itt,!ü>„a"; als er 1826 zum üstr. Gcneralconsul in Ägypten er»nannt wurde, übergab er dieselbe an Gironi, Bibliothekar der Brera, den Astronomen Car-lini und Fumagalli; doch lieferte er ihr auch später noch Mittheilungen über Ägypten. Mitder reichen Ausbeute an Naturalien, welche er auf seinen Ausflügen nach Fayum, durchMittel- und Unterägypten und nach dem Rothen Meere machte, bereicherte er nicht nur seinPrivatmuseum, sondern bewies auch durch werthvolle Geschenke an die wissenschaftlichenSammlungen zu Wien, Pavia, Mailand und Padua (1836), wie sehr er das Gemein-nützige fürs Vaterland noch immer im Auge habe. — Enrico A., der sich als Lehrer derKlinik und als medicinischer Schriftsteller einen Namen erworben, war zu Castano im Mai-ländischen am 27. Oct. 1785 geboren und starb am 5. Dec. 1827 als Hospitalarzt in Mai-and. Sein klarer Blick am Krankenbette und sein beredter Vortrag voll origineller Funkenund geistreicher Bemerkungen, sowie seine liebenswürdige Persönlichkeit zog die Studicen-dcn dergestalt an, daß seine Krankcnsäle ganz von selbst zu einer Schule der Klinik wurden.Sein Hauptwerk ist die „Vottrina teorico-pratica ckel morbt) peteccüiaie e <Ie' contsN ingonere". Auch seine „^uiiutiirinni <1i inockicina prstica", die ihn in einen gelehrten Streitmit Locatelli verwickelten, sind in Italien geschätzt. Unter seinen Aufsätzen ist noch zu er-wähnen eine Lebensbeschreibung des Wundarztes Monteggia und eine andere des AgnoloPoliziano. Er chatte sich außerdem mit poetischen Studien von Jugend auf beschäftigt undwar auch Mitarbeiter der „öibliotecit italiana".
Achäer, der Name eines griech. Stammes, der aber bei Homer wie Argiver undDanaer auch die Griechen insgesammt bezeichnet. Sie leiteten sich von dem Achäus, einemSohne des ikuthus und Enkel des Hellen ab und scheinen ursprünglich aus Thessalien in denPeloponnes eingewandert zu sein, wo sie namentlich in Argolis und Lakonika Reiche grün-deten, die zur Zeit des trojanischen Krieges die mächtigsten in Griechenland waren. Ausdiesen Wohnsitzen durch die Dorier, die um 1104 unter den Herakliden in den Peloponnescindrangen, vertrieben, wendeten sie sich nach der nördlichen Küste der Halbinsel, verdräng-ten die daselbst wohnenden Joner und nannten das Land, das bis dahin Ägialea geheißenhatte, Achaja. Hier wohnten sie, ohne an den Verhältnissen des übrigen Griechenlands be-deutenden Änthcil zu nehmen, in zwölf Städten, in welchen an die Stelle der monarchischenVerfassung bald eine demokratische trat und die selbst untereinander in einem Bund standen,der erst in der maccdonischen Zeit durch die Eingriffe des Demetrius, Kassander und Antigo-nus aufgelöst ward. Erneuert ward er um das I. 280 v. Ehr. durch das Zusammentretenvon vier der alten Städte, und so der Grund zu dem vorzugsweise so genannten Achäi-schcn Bund gelegt, der über Achaja hinaus durch den Beitritt vieler anderer griech.Städte erweitert ward. (S. Griechenland.) Als die Römer im J. 146 v. Ehr. durchdie Eroberung von Korinth dem Bunde und der griech. Freiheit zugleich ein Ende machten,ward der Name Achaja Benennung des gesammten Griechenlands als röm. Provinz.
Achaja, eine schmale, in zwölf kleinere Staaten getheilte Landschaft im Norden desPeloponnes, am Isthmus, mit der Hauptstadt Ägium, daher in frühester Zeit Ägialeagenannt, grenzt östlich an den Saronischen, nördlich und westlich an den Korinthischen Meer-busen, südlich an Arkadien und Elis. Das Land selbst, am Meere hin eben, dann gegen dasGebirge sanft aufsteigend, wird von den Alten besonders als ergiebig an Wein, Ol und an-dern Südfrüchten gerühmt. Zur Zeit der Römer, als diese das gcsammte Griechenland in