Accornpagnement Accord 55
hciten. Die Accommodation eines Lehrers zu den Fähigkeiten und Vorstellungen der zu Be-lehrenden kann eine doppelte sein; zuerst in der Form des Vortrags, wenn er eine Lehr-methode, eine Art zu erläutern und zu beweisen wählt, welche nicht an sich die vollkommenste,sondern der Beschaffenheit, d. i. der Fassungskraft und den Meinungen der zu Belehrenden,angemessen ist. Besonders gehört dahin der Gebrauch solcher Beweise für die vorzutragendeWahrheit, die aus Sätzen, welche die zu Belehrenden schon glauben und festhaltcn, mögen sieauch ungegründet sein, hergelcitct werden (urgiimelit^allbominem, tlispiUciti» ex couce?«!.«),sowie der Gebrauch solcher sprachlicher Formen, welche zwar der reinen Idee, die man gebenwill, nicht genau entsprechen, aber den zu Belehrenden schon bekannt und geläufig sind, unddaher bei ihnen den Übergang von der Form zur reinen Idee vorbereiten und vermitteln.Diese Accommodation gehört zur Lehrweisheit, selbst für einen göttlichen Lehrer, weil derFortschritt zur Wahrheit nie ein abgerissener Sprung sein kann, sondern aus dem Vorhan-denen heraus sich entwickeln und an das Vorhandene anknüpfcn muß. Darum fanden csschon die ältesten Kirchenväter unbedenklich zu behaupten, daß auch Gott bei der Offenbarungsich nach den Fähigkeiten der Menschen in seinem Reden, Thun und seinen Anordnungen ge-richtet habe. Sie nannten dieses k7N)Xl,.r«/!tuoic, die Lateiner conckssceiisio oder ckomissio.Die Accommodation kann aber auch zweitens geschehen in der Materie, die derLehrer vor-trägt, und findet statt, wenn der Lehrer die irrigen Vorstellungen der zu Belehrenden selbstzu billigen scheint, indem er entweder (negativ) diese Jrrthümer nicht bestreitet, sondern stehenläßt, oder(positiv) diese Jrrthümer selbst, ungeachtet er sie als irrig erkennt, mit in seinen Un-terricht aufnimmt und als wahre Sätze verträgt, um dadurch die zu Belehrenden fürandere Wahrheiten zu gewinnen, oder doch ihnen nicht geradezu anstößig zu werden. DerUnterschied, ob der Lehrer sich seines Accommodirens durch Reflexion bewußt werde odernicht, ist hier nicht anwendbar, da eine unbewußte Accommodation keine Accommodationmehr, sondern ein Theilnehmen an dem Jrrthum ist. Die Accommodation in der Form lie-ßen auch die Supcrnaturalisten stets gelten, aber nicht in der Materie. Diese aber nahm manim vorigen Jahrh. bei Jesu an, nachdem man die Vorstellungen von den Dämonischendes Neuen Testaments für eine bloße jüdische Zcitvorstellung erkannt hatte und Grund zuhaben glaubte, auch die Vorstellungen vom Teufel, den Engeln, dem Messiasreiche, dem Ge-richt, der Auferstehung u. s. w. als jüdische Zeitvorstellungen ansehen zu müssen. Man be-hauptete daher, Jesus habe aus Schonung seiner Zeitgenossen, und um sie für die höhereWahrheit zu gewinnen, diese Vorstellungen theils nicht bestritte», theils in seine Vorträgecingewebt, ohne jedoch damit bestimmen zu wollen, daß sie für alle Zeiten Wahrheit seinsollten. Vielmehr habe man diese unter den Juden gangbaren Vorstellungen von der reinenLehre Jesu zu scheiden. So der ältere Rationalismus in der letzten Hälfte des vorigenJahrh., der auf diese Art den gestörten Frieden zwischen Vernunft und Erfahrung mit demherkömmlichen theologischen System wiederherstcllcn zu können vermeinte. In neuerer Zeitist der Streit über die Accommodation ziemlich entschlafen, indem die neuere Philosophie(Schelling, Hegel) die kirchlichen und biblischen Sähe in ihrem historischen Sinne unange-fochten ließ, aber die kirchlichen Wörter und Formeln zu eine»! ganz heterogenen philosophi-schen Sinne umdentcte, der neuere Rationalismus aber, das Unhaltbare der altern Accom-modationshypothese erkennend, der Frage, ob Jesus sich accommodirt habe oder nicht, sichganz cntschlagen koiintc, weil er (besonders Bretschncidcr und Ammon) nachwies, daß diereligiösen Ideen selbst nur allein das Wesentliche in jeder Offenbarung sein können, daß aberihre Bekanntmachung und ihre Form, oder ihre Auffassung in dem menschlichen Gcmüthedem allgemeinen Gesetze der allmäligen Entwickelung und Fortbildung unterworfen unddurch den Reflex der Weltanschauung jedes Zeitalters bedingt sei, sodaß jede Offenbarungsich nvthwendig an die Kulturstufe ihrer Zeit anschließen, in dcn Vorstcllungskrcis ihres Zeit-alters cintretcn und aus diesem heraus, als historischer Übergangsstufe, sich entwickeln müsse,wenn sie nur verstanden, geschweige denn angenommen oder geglaubt werden wolle.Accompagnement, s. Begleitung.
Arcord (vom ital. uccorUare, und dieses vom lat. clioiclü, d. i. Saite) bezeichnet inder Musik eine auf die natürlichen Tonverhältnisse gegründete Verbindung gleichzeitig erklin-gender Töne. Auf diesen Zusammenklängcn und ihrer Folge und Verknüpfung beruht die