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gäbe bedeutend unterstützt wirb, welche ihm die künstlichen Mittel darbieken, wo die natürli-chen nicht mehr ausreichen. Indessen auch hier finden gewisse Grenzen statt, da jedes Klimaeinem jeden, mithin auch dem menschlichen, Organismus seinen Stempel aufdrückt, wie diesdie Racenverschiedenheiten auf das unzweideutigste Nachweisen. Diese Besonderheit muß dersich acclimatisircndc Organismus nun mit einer andern vertauschen, welche die Stelle der er-stcrn alsdann einnimmt, wozu nothwcndig eine theilweise Umänderung in der bisherigenRichtung seiner Thätigkeit erfodcrt wird. Diese Umwandlung mit den dabei sich kundgebcn-den Erscheinungen nennt man den Äcclimatisationsproceß; er wird um so leichtervonstattcn gehen, je ähnlicher die Klimatc find und je weniger das bisherige den Thätig-keitsäußerungen eine einseitige Richtung aufdrückt, umgekehrt aber um so schwerer, je diffe-renter die zu vertauschenden Klimate sind; daher besitzen die in der gemäßigten Zone leben-den Organismen das größte Acclimatisationsvcrmögen und übcrstehen de» Acclimatisations-proceß am leichtesten, während die Polarorganismen sich am wenigsten und nur sehr schwerzu acclimatisiren vermögen, zumal wenn der Übergang aus dem einen Klima in das andereschnell erfolgt; denn hier ist eine ruhige allmäligc Ausgleichung der Differenzen nicht mehrmöglich, es kommt zu abnormen Thätigkcitsäüßerungcn, welche man mit dem NamenAcclimatisationskrankheiten belegt, die uns aber nur in Bezug auf den Menschenund auch hier nur in den Hauptzügen genauer bekannt sind. Da das Klima vorzugsweisedurch die Atmosphäre auf den Menschen wirkt, so werden die Respirationsvrgane (Lungenund Haut) auch die nächsten und auffallendsten Veränderungen bei der Acclimatisation dar-bieten ; der Nordländer mit seinem vorherrschenden arteriellen Brustlebcn, bei dem die Lun-gen fast allein die Respiration, d. h. die Entkohlung des Blutes, besorgen, da die Lust imNorden reich an Sauerstoff ist, muß plötzlich die wenig thätige Hautrespirakion in Gangbringen, wenn er nach dem Süden kommt; dies ist aber kaum möglich, daher die Leber denüberschüssigen Kohlenstoff in der Gallenbildung zu entfernen sucht, was ihr aber gleichfallsnicht gelingt, und so erkrankt sie an Entzündungen, Abscessen und Degenerationen, oder diescharfe Galle erregt Ruhr und andere Darmleiden. Der Südländer dagegen mit seinem vor-herrschenden venösen Bauchleben soll plötzlich die rege Hautrespiration mit erhöhter Lebens-thätigkeit aufgcbcn, wenn er nach dem Norden kömmt und den Lungen, welche der reichenMenge Sauerstoffs ungewohnt sind, die Entkohlung des Blutes allein überlassen, was ernoch weniger vermag, daher geht er leicht an Blutungen, Entzündung und Phthisis derLunge zugrunde, und kein Mittel der Kunst vermag hier zu schützen, während dem nach demSüden wandernden Nordländer so vielerlei zu Gebote steht. Vgl. Haspcr, „Über dieKrankheiten der Tropenländer" (2 Bdc., Lpz. 1831), Foifsac, „Über den Einfluß desKlima auf den Menschen" (aus d. Franz, von A. Westrumb, Götting. 1810)- — Im All-gemeinen acclimatisiren sich Pflanzen leichter als Menschen und Thicre. Bei ihrer Acclima-tisation hat man vorzüglich Boden, Nahrung und Klima zu berücksichtigen; Boden undKlima insofern, als jede Pflanze, die aus einem leichten und unfruchtbaren Boden in einenschweren und fruchtbaren oder aus einer rauhen Gegend in eine warme versetzt wird, sichleichter acclimatisiren läßt als im entgegengesetzten Falle, wo sie meist verkümmert; Klimaund Nahrung kommt, nächst den Menschen, bei den zu acclimatisireNden Thicrcn besondersdeshalb in Betracht, weil sich das Thier nur sehr schwer an ein dem bisherigen Klima entge-gengesetztes gewöhnt und weil das an seinem bisherigen Standorte sich im besten Gedeihenbefindliche und großen Nutzen gebende Thier in seinen guten Eigenschaften und Nutzungensehr zurückgehcn wird, sobald es in fremden Klimaten nicht das gewohnte Futter findet. Manmuß deshalb bei der Acclimatisation alle Extreme möglichst zu verhüten suchen, damit die zuacclimatisirenden Gegenstände nicht ausarten, was besonders bei allen aus einem halbwildenZustande in den Stand der Hausthiere übergegangenen Thieren der Fall ist, indem diese, beivernachlässigter Pflege, sehr geneigt sind, wieder in jenen zurückzukchren, und sich dann diese' -Rückkehr schneller als die frühere Veredlung ausbildet. Während die Acclimatisation beimanchen Pflanzen und Thieren sehr leicht ist, gelingt sie bei andern gar nicht; manche Thiere,z. B. Hund und Katze, gewöhnen sich an jedes Klima. Um die Acclimatisirung ausländischerPflanzen hat sich der Baron von Kottwitz in Schlesien verdient gemacht. (S. Samen.)
Äccommodation heißt die Anbequemung an Anderer Meinungen, Wünsche, Schwach-