Accesflt Akklimatisation 53
Accession, indem sic ihr noch die Specification oder das Umbildcn einer Sache in eine andere,ferner die Confusion und die Commixtion, die Vermischung flüssiger oder trockener Sachenverschiedener Eigcnthümer, beizählen: drei Rechtsbcgriffc, die jedoch richtiger als besondereEigenthumserwcrbungsarten betrachtet werden, und von denen die letzte noch dazu nur inden wenigsten Fällen wirklich eine solche ist. Auch über den Erwerb der Früchte ins Eigcn-thum gelten verschiedene Grundsätze.
Accessit nennt man den zweiten Preis, welchen bei Prcisaufgaben diejenige Arbeiterhält, die nach der, welche den Sieg davon getragen, für die beste erklärt wird.
Accidens bezeichnet eine zufällige, nicht wesentliche Eigenschaft einer Person oderSache; accidentell, zufällig, im Gegensätze des Essentiellen, Wesentlichen. Da-her wird Accidens bei den Philosophen der Substanz (s.d.) entgegengesetzt und bezeich-net die Art und Weise des Seins der Substanz, die Eigenschaften, Bestimmungen, die nichtzum Wesen eines Dinges gehören, und ihm deshalb auch fehlen oder sich verändern können,ohne daß das Ding aufhörc zu sein, was es ist. Inwiefern aber diese Unterscheidung zwi-schen Substanz und Accidens auch nur für das vergleichende und abstrahircnde Denken gül-tig ist, bedarf weiterer Untersuchungen. — Accidenzien, s. Stolgebühren.
Accise, Excise, Ziese oder Zeiße, ist eine sehr alte und in ihrer Entstehung örtliche Ab-gabe von gewissen in die Stadt verkauften Gegenständen nach dem Verhältnis des Preises.In dieser Art kommt sie in den deutschen und franz. Städten schon im 12. Jahrh. vor undwar vcrmuthlich schon damals etwas Altes; die Gegenstände aber, von welchen sie genom-men wurde, waren sehr verschieden; bald nur einige, bald Alles, was von Fremden eingc-bracht und in der Stadt verkauft wurde. Als die Landesherren Häufigere-Stcuerbewilligun-gen verlangten, wurde ihnen nicht selten von den Städten die Einnahme der Accise über-lassen, die früher meist in die Gemeindckasse geflossen war; allein hier und da sind dergleichenAbgaben auch zum Vortheil der Städte selbst beibehaltcn worden. Der bessern Ordnungwegen erhob man die Accise bei dem Einbringen an den Thoren. Später wurde sic auch ausdas Land ausgedehnt (Landaccisc) und dadurch zu einer allgemeinen Verbrauchssteuer(Generalconsumtionsaccisc), die aber mit einer Menge anderer Abgaben, Zöllen,Jmpost, Trankstcuer concurrirte und nach Provinzen und Orten verschieden war. Als ziem-lich allgemein zutreffende Perioden ihres Fortschreitens kann man annehmen, daß sie im 15Jahrh. in die Hände der Landesherren kam (in Sachsen 14-1»,- in Brandenburg 1467), im17. Jahrh., gegen Ende des dreißigjährigen Kriegs, auf das Land ausgedehnt (in Sachsen1640, Brandenburg 1641) und dann immer weiter ausgebildet wurde, in Preußen durchKurfürst Friedrich Wilhelm 1684 und König Friedrich l>. 1787 , in Sachsen 1707, 1822und 1824. In Frankreich hatte jede Provinz ihr eigenes Abgabesystcm, daher auch eigeneGrenzzöllc, und die Menge dieser Binnenzölle war kein geringes Hinderniß des bürgerlichenVerkehrs. In der Revolution wurden sie abgeschafft, auch durch das Gesetz vom 10. Febr1701 die Localabgabcn aufgehoben; da aber hierdurch die städtischen Verwaltungen in diegrößte Verlegenheit kamen, schon unter der Directorialverfassung 1708 wiederhcrgestclltIn England ist die Accise nicht eigentlich eine Abgabe, die bei dem Übergang der Waarenans einem Orte in den andern erhoben wird, sondern sie umfaßt, außer gewissen Zöllenhauptsächlich indirecte Abgaben, die von den Producenten gewisser, in größer» Fabrikanla-gen gefertigter Consumtionsartikcl entrichtet werden. Auch in Deutschland hat man inneuerer Zeit die innere Accise meist aufgehoben, dnrch Grenzzölle, dirccte Steuern (Gewerbs-und Claffensteuer) und indirecte Abgaben (z. B. die Branntweinsteuer) ersetzt und damitder Freiheit des inner» Verkehrs große Dienste geleistet. (S. Zollvereine.)
Akklimatisation nennt man die Gewöhnung der Organismen an ein anderesKlima als dasjenige ist, in welchem sie sich seit ihrer Entstehung oder Geburt befanden, undAcclimatisationsvermögcn die Fähigkeit zu dieser Gewöhnung. Letzteres steht ingeradem Verhältniß mit der Fähigkeit, sich der nachtheiligcn Einwirkung der äußern Medienzu entziehen und die möglichste Selbständigkeit besonders auch in Bezug auf den organi-schen Tempcraturgrad zu bewahren. Da nun von allen Organismen der menschliche dieseFähigkeit in» höchsten Maße besitzt, so ist es auch natürlich, daß er sich am leichtesten acclimati-sirt, zumal da er hierbei von dem Willen wie von seiner geistigen Thätigkeit und ErfindungS-