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welche von irgend einem Punkte der erstem auf die letztere (nötigenfalls zu verlängerndeoder zu erweiternde) gefällt oder gezogen ist.
Abfteigung, s. Aufsteigung.
Abstimmung ist die Handlung, wodurch eine Versammlung, in der Regel nach vor-heriger Berathung, den definitiven Willen ihrer Mitglieder über den von ihr zu fassendenBeschluß ermittelt. Es hängt von der Verfassung des betreffenden Instituts ab, ob Stim-meneinhelligkeit, oder nur Stimmenmehrheit erfoderlich ist, um den Beschluß zu Stande zubringen. Nur ausnahmsweise steht zuweilen schon einer bestimmten Minderzahl einer Vcr-sammlung das Recht zu, die Gesammtheit zu einer Handlung zu nöthigen, z. B. zur Ver-wandlung einer öffentlichen Sitzung in eine geheime, zur Vornahme einer Eemeinheitsthci-lung und dergleichen. Jndirect kann da, wo, wie bei der englischen Jury, Stimmeneinhellig-keit, oder eine sehr starke Majorität, oder umgekehrt nur relative Mehrzahl erfodert wird,der Wille einer Minderzahl für die Mehrzahl verpflichtend werden. Ferner kommt es bei derAbstimmung darauf an, ob absolute Majorität, d. h. eine Stimme mehr als die Halste, odereine noch stärkere, etwa oder '/< der Mitglieder, oder ob nur relative Majorität, d. h. daßfür eine Meinung sich mehr Mitglieder entscheiden als für irgend eine andere, wenn auchweniger als für alle andern zusammengenommen, nöthig ist. Es muß bestimmt sein, wie csim Fall der Stimmengleichheit zu halten sei, ob da der Präsident oder das Loos den Ausschlagzu geben, ob der mildern Meinung, oder dem Bestehenden der Vorzug zu geben, oder ob dieSache zu vertagen sei. Auch ist es wichtig, ob die Abstimmung öffentlich, durch Ja undNein, Aufstehen oder Sitzenbleiben, Händeaufheben u. dergl., oder obste geheim, z. B.durch Ballottage, Kugelung u. s. w., erfolgen soll. Ersteres hat etwas Offenes, Biederesund vermittelt mehre Controle, Letzteres sichert größere Unabhängigkeit der Abstimmung.Jede Entscheidung nach Stimmenmehrheit ist allerdings in den meisten Fällen nur ein frei-lich häufig unvermeidliches, aber immer unvollkommenes Auskunftsmittel, da Weisheit undTugend nicht nach der Kopfzahl gleichmäßig unter die Menschen vcrtheilt sind. Das erkenntschon der alte Spruch an: „Vota 8unt poncierancla, non numeranlls." (Man soll dieStimmen wägen und nicht zählen.) Die Entscheidung nach Stimmenmehrheit ist eigentlichnur in dem Falle jedem Bedenken enthoben, wo die Stimmenden lediglich für sich selbst, nichtfür Andere, nicht für die Zukunft, und wo sie zudem nur über eine Frage des Vortheils, nichtüber eine Frage der Pflicht entscheiden, kurz wo sie rein das Thun und Lassen haben. In al-len andern Fällen bleibt es höchstens eine Wahrscheinlichkeitssache, daß die Meinung derMehrzahl auch die gerechteste und weiseste sei, und auf die Verstärkung dieser Wahrscheinlich-keit sind die Einrichtungen zu berechnen. Besondere Schwierigkeit entsteht durch den Con-flict der Interessen, ferner wenn die Frage, über welche abgestimmt werden soll, aus vielenTheilen besteht, die doch in harmonischem Geiste behandelt werden sollen, oder wenn sie sehrverschiedenen Ansichten unterliegt. Der Erfolg der Abstimmung wird zweifelhafter, je zahl-reicher die Versammlung ist, während doch auch wieder eine gewisse Zahl und Vielseitigkeitderselben häufig wünschenswert!) ist. Sehr viel kommt auf die Art der Fragstellung an.
Abstrakt und Abstraktion. Unser Erkenntnis beginnt mit den unbestimmten Gc-sammteindrücken einzelner Dinge. Um etwas bestimmt zu denken, fodert die Natur unserergeistigen Thätigkeit die Abziehung (allstrsctio) unserer Gedanken von andern Dingen. Je-der durch seinen eigenen Inhalt bestimmte Begriff kann daher als ein durch Abstraktion zuStande gekommenes Erzeugnis des Geistes betrachtet werden. Aber noch mehr tritt dasVerfahren der Abstraktion da hervor, wo wir von dem in der Erfährung gegebenen Beson-der« das Allgemeine absondern. Hier redet man im engern Sinne von abstrahirten Begrif-fen. Aber das Abstrahiren ist willkürlich und führt deshalb allein nicht zum wahren Er-kenntniß der Dinge, und ein wahrer Begriff ist daher keine bloße Abstraktion. So lange wiruns nämlich der Verbindung bewußt bleiben, in welcher das abgesonderte Allgemeine mitdem Besonder«, von welchem wir es abgesondert haben, steht, so lange ist unser Denken nochlebendig und wahr, und unsere Begriffe sind nicht bloße abstrakte, sondern Begriffe im wah-ren Sinne; fortgesetztes Abstrahiren führt zur inhaltsleeren Allgemeinheit, einseitiges Fest-halten des Abgesonderten zur Unwahrheit, und das Betrachten des Allgemeinen ohne Ver-bindung mit dem Besonder» erzeugt eine leblose Ansicht der Dinge, die man tadelnd ab-