Absolutismus Abstand 41
abgeschafft, in der protestantischen Kirche aber bis ins vorige Jahrh. allgemein beibehalten,wo sie dann aber auch in den meisten Orten in eine allgemeine verwandelt worden ist.
Absolutismus nennt man in politischer Hinsicht die Unbcschränktheit einer Herr-schergewalt im Gegensatz der durch staatsgrundgesehliche Einrichtungen gebundenen Oberge-walt. Während der absolute Herrscher auch Das vermag, was weder ihm noch dem Volkefrommt, ist namentlich der constitutionclle Monarch, besonders bei Ausübung der gcjetzge-benden Gewalt, an die Mitwirkung der Vertreter des Volks gebunden. Von der despotijchenGewalt unterscheidet sich die absolute dadurch, daß jene lediglich für die Zwecke des Gebietersund nach dessen Laune geübt wird, während die absolute, wenigstens der Idee nach, das Bestedes Volks zur Richtschnur nehmen und sich an die selbstgegebenen Gesetze binden soll. Daaber kür Beides keine sichere Bürgschaft gewonnen ist, so hat man mit Recht gejagt, daß ab-solute Gewalt für die Fürsten gefährlich, für das Volk herabwürdigend sei. — Der NameAb so lutist en wurde zuerst in Spanien der Parteiname der Verfechter der unbeschränktenFürstengewalt. — In der Dogmatik bezeichnet man mit Absolutismus die Behaup-tung unbedingter Prädestination (s.d.).
Adsorbentia heißen die Heilmittel, welche, indem sie mit der krankhaft erzeugtenSäure im Magen eine chemische Verbindung eingehen, dieselbe sättigen oder wenigstens ab-stumpfen, z. B. Magnesia, Natron u. s. w.
Abspannung nennt man das Nachlassen der Kräfte, welches bei übrigens bestehenderGesundheit zuweilen auf einige Zeit eintritt. Sie ist theils in dem Leben selbst gegründet, theilswird sie durch besondere Anstrengung herbeigeführt. Das Leben bedarf eines in sich zurückkeh-renden Umlaufs, der am Tage stärker und in der Nacht schwächer, im Frühling mehr nachaußen, im Winter im Innern bemerkbar ist. Nach einem Zeitraum kräftigern Wirkens ermat-tet das Leben, um dann verjüngt sich wieder hoher zu heben. In der Abspannungsfrist ist dieThätigkeit geringer, man arbeitet langsamer, mühevoller, schlechter als sonst und fühlt sichermattet. Selbst die Freude ist dann minder lebhaft, die Gemüthsbewegung selbstsüchtiger,reizbarer, leicht ungerecht, selbst hart gegen Andere; die Absonderungen vermindern sich, dieVerdauung ist träger, die Haut- und Lungenausdünstung geringer und letztere bisweilenübelriechend, die Haut rauh, trocken, das Auge matter, das Haar starrer und dieNägel haben weniger Glanz. Aber diese Abspannung ist der Weg zu erhöhter Thätigkeit desLebens; während der Krise wird der Schlaf erquickender, die Ausleerung reichlicher; dieAusdünstung vermehrt sich, und der Harn ist gesättigter. Dieser Umlauf findet von Zeit zuZeit im Menschen statt. Je ruhiger man die Krise abwartef, desto schneller hört die Abspan-nung auf. Während derselben wähle man leichtere Arbeit und verdaulichere Kost. Verschie-den von dieser periodisch von selbst eintrctendcn Abspannung ist diejenige, welche Folge einerübertriebenen Anstrengung ist, solche mag nun geistiger oder körperlicher Art gewesen sein.Hier bedarf die Natur mehr Hülfe als bei jener. Man lasse dann die erschöpften Kräftefeiern und übe mehr die entgegengesetzten. Auf zu starkes Nachdenken folge daher mecha-nische Anstrengung.
„Abstand. In der Sternkunde nennt man Abstand vom Mittage den Bogendes Äquators von dem Mittagskreise bis zu dem Punkte, in welchem der Abweichungskreiseines Sternes den Äquator schneidet; Abstand der.Nachtgleichc vom Mittageden in Graden oder Stunden ausgedrückten Bogen des Äquators, welchen der Frühlings-punkt von dem Augenblicke des wahren Mittags an noch zu durchlaufen hat, ehe er in denMittagskreis kommt, d. h. 360° weniger der jedesmaligen geraden Aufsteigung der Sonne, wasleicht in Stunden ausgedrückt werden kann, da in einer Stunde 15 Grade durch den Meri-dian gehen; Abstand vom Scheitel oder Zenith (dieZenithdistanz) den Bogen einesScheitelkreises vom Scheitelpunkt an gerechnet bis zu einem beliebigen Punkte, z. B. einemSterne, alio 90° weniger der Höhe dieses Punktes über dem Horizonte. — In der Geome-trie ist Abstand eines Punktes von einer geraden Linie oder von einer Ebene die senkrechteLinie, welche von diesem Punkte auf die (nöthigenfalls verlängerte oder erweiterte) Linieoder Ebene gezogen ist; ferner der Abstand einer Linie von einer ihr parallelen Linieoder Ebene, ebenso der einer Ebene von einer ihr parallelen Ebene eine senkrechte Linie,