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1 (1845) A bis Balbuena
Entstehung
Seite
31
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Ableger Ableitende Methode 31

übrigen Misbräuchc, welche aus Aberglauben, Unwissenheit, Unehrerbictigkeit, oder wo sonstimmer her entstanden sind, wegen der verschiedenartigen Verderbnisse der Orte und Provin-zen, wobei sie Vorkommen, nicht füglich spcciell hier verboten werden können, befiehlt die Sy-node allen Bischöfen, daß sie, ein jeder, dergleichen Misbräuchc ihrer Kirche fleißig sammelnund in der ersten Provinzialsynodc Vorbringen, damit sie auch durch der andern Bischöfe Ur-theil für Misbräuchc anerkannt, sofort dem obersten Bischöfe zu Nom vorgetragcn werden,nach dessen Ansehen und Weisheit, was der allgemeinen Kirche angemessen ist, bestimmtwerden soll, sodaß das Amt der heiligen Ablässe fromm, heilig und unverdorben für alleGläubige verwaltet werde." Ein großer.Thcil der katholischen Kirche legt aber Dem, wasvon dem Concilium nur disciplinarisch aufgestellt worden ist, keine bindende Kraft bei. Inkeinem Falle ist die Lehre vom Ablaß als ein Dogma der katholischen Kirche, sondern blosals Hosthcologic anzusehen. Begründet ward dieses Dogma zuerst von den ScholastikernAlexander von Hales und Thomas von Aquino durch die Lehre von überfließenden Verdien-sten und vom Schatze guter Werke, den die Kirche besitze, welche später durch Papst Clemens VI.1 Ü 42 bestätigt wurde. Man nahm nämlich an, daß Christus mehr gelitten als zur Er-lösung nöthig gewesen sei, daß Maria und alle Heiligen mehr Gutes, als von ihnen verlangtworden, auf Erden gestiftet hätten. Das, was Jene zu viel gethan, gehe der Kirche zugute,und diese könne nun nach Umständen Denen aushelfen, die, statt Tugend zu üben, Sünden be-gangen hätten, wodurch der Schuldbeladene ein Gerechter und von den künftigen Strafenbefreit werde. Soll der Ablaß in der Kirche bestehen, so kann dies nur in der ältesten Artund Form geschehen, sodaß er Milderung oder Erlaß der kirchlichen Bußen ist. In jeder an-dern Bedeutung, welche ihm spätere Jahrhunderte gaben, ist er, wie auch in der dcutsch-karhol. Kirche schon längst geschah/-durchaus tzu verwerfen.

Ableger bedeutet in der Kunstsprache des Bienenzüchters das Aushcben von Brut-tafcln aus sehr vollen Stöcken und das Einfügen jener in neue leere; in der Kunstsprachedes Forstmanns, Gärtners und Weinbauers das Einlegen von Zweigen eines Wurzelstocksin die Erde und das Abschneiden und Verpflanzen derselben, wenn sie Wurzeln getrieben.

Ableitende Methode oder Ableitung. Die regen sympathischen und antagonisti-schen Beziehungen, welche zwischen den verschiedenen Organen und Theilen des thierischenKörpers stattfinden, mußten nothwendig schon frühzeitig von den Ärzten erkannt und dem-gemäß zu therapeutischen Zwecken benutzt werden. Sowie nämlich im gesunden Zustande nichtalle Organe und Theile gleichzeitig denselben Grad von Thätigkeit oder Energie entwickeln,sondern nur eine bestimmte Gruppe derselben, welche zur Hervorbringung eines bestimmtenActes direct nothwendig sind, während die übrigen auf einem gewissen Minimum ihrer Thätig-keik verharren und nur dann erst wieder thätiger erscheinen, wenn die Energie ein gewissesMaß erreicht hat, so sehen wir dieses Wechselvcrhältniß der Thätigkeit auch in Krankheitenaustreten, um die abnormen Thätigkeitsvcrhältnisse zur Norm zurückzuführen, was dieÄrzte, da cs ohne Vermittelung der Kunsthülfc auftritt, als Äußerungen der Natur-Heilkraft aufzufassen Pflegen, und daher mit Recht als Fingerzeige für ihr eigenes Han-deln betrachten. Während z. B. Durchfall vorhanden ist, ist die Secretionsthätigkeit derHaut gering, in dem Maße aber als die Hautthätigkcit wieder erwacht und Schweiß ein-tritt, verschwindet auch der Durchfall, denn mit dem Eintritt des Schweißes sinkt die Se-ccetionsthätigkeit der Darmschleimhautfläche auf ein gewisses Minimum herab. Ähnlichesbeobachtet man zwischen allen Secretionsorganen und Secretionsflächen. (S. Antago-nismus.) Da mit jeder erhöhten Secrction oder Absonderung ein verstärkter Sästczuflußnach dem absondernden Organe verbunden ist, so wird nothwendig der Säftezufluß nachandern Organen vermindert sein. Durch das Zustandekommen der Secretion in einemderselben wird diesem ebenso wieder der Säftestrom zugeleitet; da aber auf längere Zeit nie-mals nach zwei verschiedenen Seiten gleichzeitig der Säftestrom hingeleitet werden kann, somuß er nothwendig von dem einen Organ abgeleitet werden. Die Mittel, welche Letzteres be-zwecken, nennt man ab leiten de Mittel (llsrivuntiu), und es ist die ableitende Me-thode, welche zugleich eine metaschematisirendc Methode wird, wenn sie ein dem Grund-leiden ähnliches in dem zur Ableitung benutzten Organe, also einen künstlichen Meta sche-matismus (s. d.) zu erregen sucht, eine der am häufigsten in Anwendung kommenden