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1 (1845) A bis Balbuena
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26 Aberli Abführen

dem sinnlichen Lebensgebietc nicht zum Aberglauben. Abergläubige Meinungen sind vielmehrvornehmlich solche, welche Das als Wirkungen aus der Geisterwclt anschen, was auf natur-gemäße Weise erklärt werden muß, z. B. Glaube an Hexerei, Schutzkraft der Amulett, Heil-kraft geweihten Wassers und priesterlicher Segenssprüche u. s. w. Mit Recht hat man dahergesagt, das Wesen des Aberglaubens bestehe in einer falschen Anwendung des Causalitäts-gcsetzes, wie denn auch die Fortschritte der Naturwissenschaften sich als das kräftigste Mittelgegen den Aberglauben bewährt haben. Die Verwandtschaft zwischen Aberglauben und Un-glauben legt ein Zeugniß theils dafür ab, wie unabweislich das religiöse Gefühl im Gemüthedes Menschen liege, theils dafür, daß, wo die religiöse Anlage unentwickelt ist, es auch mitSinn und Verstand nicht besser stehe. Der Aberglaube wirkt in Rücksicht auf das bürger-liche Leben noch viel verderblicher als der Unglaube; über die Pflicht, ihm entgegen zu arbei-ten, ist daher kein Zweifel, wie sehr es auch im Interesse einer engherzigen Politik liegenmag, das Volk im Dunkel religiöser Unklarheit zu erhalten.

Aberli (Joh. Ludw.), ein durch seine Schwcizeransichten berühmter Zeichner, gcb.1723 zu Winterthur, war ein Schüler Joh. Grimm's in Bern und malte anfangs Por-traits. Als jedoch die Neigung für Landschaftsmalerei bei ihm die Oberhand gewann, ginger 1759 mit seinem SchülerZingg nachParis. Später kehrte er nach Bern zurück, wo er nungroße Achtung genoß und 178V starb. Er kann als der Erfinder und zugleich als einer derausgezeichneten Meister des sehr ausgebreiteten Zweiges der Kunstindustrie in illuminirtenSchweizerlandschaften und Volkstrachten genannt werden; Rieder, Bidermann u. A. m.sind ihm hierin gefolgt.

Abernethy (John), ein ausgezeichneter Chirurg, wurde 1763 zuDerby in Irland ge-boren, erhielt aber seine Erziehung zu London, wohin seine Altern bald nach seiner Geburtgezogen waren. Ein Schüler I. Huntcr's, suchte er besonders vom anatomischen Stand-punkte aus die Chirurgie zu cultiviren, und zwar mit so glänzendem Erfolge, daß er nicht nurbald als Lehrer der Anatomie und Chirurgie am Collegium der Wundärzte angestcllt, son-dern auch mit der Stelle eines Directors am Bartholomew-Hospital, bekleidet ward, dessenSchule und vortreffliches pathologisches Museum seinen Bemühungen ihr Dasein verdan-ken. Wenngleich sein schroffes Benehmen ihn seinen Collegen immer mehr entfremdete, sowurden ihm doch zahlreiche Auszeichnungen zu Theil. Er starb, in England wie im Aus-lande seines Wissens und seiner Kunst wegen geachtet, am 26. Apr. 1831 zu London. Unterseinen Schriften haben die Classification der Geschwülste und die Werke über Pseudosyphi-lis, worin, er die Mehrheit der Contagicn vertheidigte, die meiste Anerkennung gefunden;sie erschienen unter dem Titel:8rgic»I sn<> ptl)-si»loßßcnl Morles" (4 Bde., Lvnd. 1831).

Aberration, s. Abirrung des Lichts.

Aberwitz bedeutet, je nachdem man es von Afterwih, Überwitz oder Ohnewitz ableitet,entweder ein falsches, übertriebenes oder durchaus mangelhaftes Wissen, vorzugsweise einfalsches, aber eingebildet höheres Wissen bei Mangel an Beurtheilungskraft. Nimmt manWitz im gewöhnlichen Sinne, so bedeutet Aberwitz jene zum Unwitz, ja zum Unsinn übertrie-bene Abart desselben. In diesen Fehler verfallen Schriftsteller, die, um witzig zu scheinen,dem Auffallenden nachjagen. Sie machen Zusammenstellungen, die ein gesunder Verstandnicht belachcnswerth finden kann, sondern verwerflich erachten muß. Dasselbe ist auch beimWahnwitz der Fall, nur mit dem Unterschiede, daß dieser von eingebildeter Ähnlichkeit ver-glichener Gegenstände verführt wird, während jener auf eine ungereimte Weise Ähnlichkeitenmit Bewußtsein macht, daß also dort das Falsche in der irrigen Vorstellung von dem Gegen-stände, hier in dem Witze selbst liegt. Der Aberwitz als Seelcnkrankheit betrachtet, entstehtaus Überspannung des Verstandes und ist mit Stolz auf ein tieferes Wissen verbunden, dasder Kranke als Geheimniß verwahrt, z. B. Ergründung der Quadratur des Kreises.

Abführen nennt man in der Heilkunde die kunstgerechte Beförderung der excreticllenFunction des Darmkanals oder die absichtlich herbeigeführte verstärkte Darmausleerung.Die Abführmittel (täatkartica, se meckicainina) theilt man nach dem Grade der Stärkeihrer Wirkung in Laxantia, Purgantia und Drastica. Zu den erster« gehören die mildenfetten Öle und die Manna, ferner die Neutralsalze, Cremortartari, Glaubersalz, schwefelsaureMagnesia in mäßigen Dosen, welche die eigentlichen Laxantia bilden, und da sie zugleich die