Druckschrift 
1 (1845) A bis Balbuena
Entstehung
Seite
25
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Aberdeen Aberglaube 25

Aberdeen, eine mit dem Cap Kinnaird nordöstlich in die Nordsee vorspringendeGrafschaft des Mittlern Schottlands, zwischen Banff und Jnverncß im Nordwesten und Perth,Angus (Forfar) und Kincardine im Süden, umfaßt 92 IHM. mit 17165» E. Der süd-westliche Theil wird vom Grampiangebirge und nordöstlichen Verzweigungen zu einemrauhen, in Hochmooren, dichten Waldringen und wilden Felspartien wechselnden Bcrglandegemacht, in welchem derBen-na-Muic-Duh (-1320 F.), der Cairntoul (-1245 F.), der Cairn-gorm (4095 F.) und der Benavon (3964 F.) die ausgezeichnetsten Gipfel sind, und wel-ches nordöstlich zu einem wellenförmigen, größtentheils ebenen Hügellande übergeht. Dochsind die Küsten felsig, von Riffen umgeben und zum Theil ausgehöhlt, wie z. B. die Bullersvon Buchan einen vom Meere durchbrochenen Felsbogen von 50 F. Weite zeigen. Zu denHauptflüffen gehört der banffer Grenzfluß Deveron, der Ugie, der MH an, in welchem Per-lenfischerei betrieben wird, der Don mit dem Urie und der Dee. Das Klima ist trotz der durchherrschende Winde erzeugten Veränderlichkeit bei der offenen Lage am Meere ein mildes. DieBewohner betreiben Bergbau, Viehzucht, Fischerei und beträchtlichen Handel; auch hoben sichin neuerer Zeit der Ackerbau und die Industrie auf Baumwollen- und Leinenzcuge, Seiler-waaren und Strumpfstrickerei. Die Haupstadt der Grafschaft ist Aberdeen, gcthciltdurch den Dee in Neu-und Alt-Aberdeen, welche beide Stadttheile durch eine schöne, auseinem einzigen Bogen von 132 F. bestehende Brücke miteinander verbunden werden undzusammen 58000 E. haben. Die Collegien beider Orte bilden eine Universität mit reichenHülfsmitteln, aber untergeordneter Wirksamkeit. Die ansehnlichen Manufacturen in Wol-len-, Baumwollen- und Leinenwaaren, mehre Eisengießereien, Schiffbau, Ausfuhr vonGranitplatten und Mühlsteinen, Grönlandssischerei und Lachsfang im Don und Dee sindHauprhebel eines sehr bedeutenden Handels. Der sonst gefährliche Hafen ist jetzt geschütztdurch einen 1200 F. langen Granitdamm und vertheidigt durch zwei Batterien.

Aberdeen (George Gordon, Graf von), brit. Staatssecretair des Äußern, aus einemalten schvtt. Geschlechte, machte sich, nachdem er den Kontinent bereist und sich längere Zeit inGriechenland aufgehalten hatte, zuerst 1804 durch die Stiftung der ^tllenisn 8ociet)- in Lon-don bekannt, in welche Niemand ausgenommen wurde, der nicht eine Reise nach Griechen-land gemacht. Zm I. 1813 erhielt er eine wichtige Sendung an den östr. Hof, den erzum Eintritt in den Bund gegen Napoleon bewog, und mit dem er am 3. Oct. 1813 zuTeplitz die vorläufigen Bedingungen dazu abschloß. Zum außerordentlichen Botschafter amöstr. Hofe ernannt, leitete er die Vereinbarungen zwischen Murat, dem König von Nea-pel, und Ostreich ein, sah jedoch seine Bemühungen durch den Schritt Murat's im I. 1815vereitelt. Seit 1814 zum schott. Pair ernannt, zeigte er sich im Obcrhause fortwäh-rend als entschiedener Tory. Im J. 1828 ward er Minister der auswärtigen Angelegen-heiten im Ministerium Wellington's. In dieser Stellung ging er ganz von dem zeither be-folgten politischen Systeme Canning's ab, indem er, als Freund Metternich's, so viel alsmöglich im Sinne der östr. Politik handelte. So mißbilligte er die Schlacht bei Navarin,obschon er mit Frankreich und Rußland die ersten Protokolle in Betreff Griechenlands unter-zeichnet, und handelte zu Gunsten Dom Miguel s, den er erst kurz zuvor im ParlamenteeinScheusal neuer Art" genannt hatte. Bei der durch die Reformaufregung herbeigeführ-ten Auflösung des gesummten Wellington'schen Ministeriums am 16. Nov. 1830 legte aucher seine Stelle nieder. Seit dieser Zeit war er im Parlamente einer der entschiedensten Geg-ner aller liberalen Maßregeln der nun folgenden Whigministerien und ein eifriger Freundder Sache Dom Miguel's und des Don Carlos, für welchen Letzter» er sich auch außerhalbdes Parlaments, im Gegensatz zur Politik der Whigs, auf mannichfache Art thätig zeigte.Zn dem kurzen torystischen Zwischenministerium Peel- Wellington vom 14. Nov. 1834 bis8. Apr. 1835 bekleidete er die Stelle eines Colonialministers, und in dem nach MelbournesSturz 1841 gebildeten Peel'schen Ministerium ward er wieder Minister des Auswärtigen,doch suchte er jetzt, indem er im Geiste seines Vorgängers Palmerston handelte, weit weni-ger wie früher, seinen ultratorystischen Tendenzen und Neigungen Geltung zu verschaffen.

Aberglaube ist so viel als Afterglaubc, d. h. falscher Glaube, 8,i,>k-i-8titio. Esdrücken diese Worte eine gewisse Schwäche und Befangenheit in Beziehung auf den Glauben andas Göttliche aus. In dieser Beschränkung gehören Zrrthümer, Fehlschlüsse, Thorheiten auf