Abendmahlsgerichte Abensberg 23
(Bamb. 1824) und Scheibe!, „Kurze Nachricht von der Feier des Abendmahls bei den ver-schiedenen Religionspartcien" (Bresl. 1824).
Abendmahlsgerichte, s. Ordalien.
Abendschulen oder Nachtschnlen sind solche Schulen, in welchen der Unterrichtwährend der Abendstunden ertheilt wird. Sie sind zur Bildung solcher Kinder und jungenLeute bestimmt, welche durch Geschäfte und Arbeiten abgehalten werden, am Tage den Un-terricht zu besuchen, und haben Nachhülfc oder Fortbildung, oder Elementarbildung über-haupt zum Zweck. Als Schulen für elcmentarische Bildung sollen sie die gewöhnlicheVolksschule für solche Kinder ersetzen, welche den Tag über in Fabriken arbeiten müsse»; siesind aber dann nichts als Nothbehelfc und nur in den dringendsten Fällen zulässig, denn dieKürze der Unterrichtszeit und die durch die Tagesarbeit herbeigcführte körperliche und gei-stige Erschöpfung und Abspannung der Kinder macht einen gedeihlichen Unterricht unmög-lieh. Daher sind auch im Königreiche Sachsen solche Abendschulen im Allgemeinen für un-zulässig erklärt; vielmehr ist bestimmt worden, daß der Unterricht auch der in Fabriken ar-beitenden Kinder in der Regel am Tage stattfinden soll- Nur als Nachhülfe- und Fortbil-dungsschulen für schon consirmirte Knaben sind Abendschulen im Allgemeinen zu empfeh-len, wenn durch gehörige Aussicht von Seiten der Altern, Lehrmeister und der Police!verhütet wird, daß die Schüler bei nächtlicher Weile Unfug und Unsittlichkeiten auf derStraße sich gestatten.
Aden Esra, eigentlich Abraham-ben-Meir-ibn-Esra, geb. um 1099 inSpanien, gest. 1174 in Rom, war einer der begabtesten Geister unter den Juden des > 2.Jahrh., ein kenntniß- und geistvoller Denker, scharfsinnig und sprachgewandt. Er verstandHebräisch, Arabisch, Aramäisch, Mathematik, Astronomie und Heilkunde, war ein scharferBeobachter, im Ausdrucke der Rede klar und kurz) nicht selten epigrammatisch witzig. Be-sonders hat er sich um hebräische Grammatik und Poesie, um Theologie und biblische Exegeseund um die Astronomie bleibendes Verdienst erworben. Ohne Vermögen und vielleicht inFolge von Bedrückungen verließ er etwa um 1140—42 sein Vaterland, wohin er nie wie-der zurückkehrte. Wir finden ihn später in der Lombardei, der Provence, Frankreich, Ägyp-ten, Rhodus (1156) und England (1159); vielleicht hat er auch Palästina und selbstIndien besucht. Die letzten Jahre seines Lebens brachte er in Rom zu. Fast an jedem Orteseines Aufenthalts hat er, bald aus eigenem Bedürfniß, bald nach dem Wunsche der ihmzuströmenden Schüler, grammatische, theologische, exegetische und astronomische Abhand-lungen, oder im Aufträge von Gemeinden Synagogalgebete verfaßt. Auch hat er mehrearab. Werke ins Hebräische übertragen und Einzelnes selbst arabisch verfaßt. Er war mitseinen berühmten Zeitgenossen Jehuda Halevi aus Castilien und Jakob Tam aus Frankreichpersönlich bekannt; Maimonides zog seine exegetischen Schriften denen seiner Zeitgenossenvor. Unter seinen Werken stehen die Commentarien zu einem großen Theile des Alten Te-staments oben an; zum Pentateuch hat er später noch einen kürzer» Kommentar ausgear-beitet. Einzelne Theile dieser Arbeiten sind auch in lat. Übersetzung gedruckt. Von seinenastrologischen Werken, die er zum Theil aus dem Arabischen übertragen hat, sind einzelneAbtheilungen, wie „Ile oativitatibus" (Ven. 1485), „Opera nstrologica" (Ven. 1507),„ve Oisbus critieis" (Lyon I486), lateinisch erschienen. Mit Recht gilt A. mit JehudaHalevi und Moses-ben-Esra als der Dritte in dem glänzenden Triumvirat der jüdischenPoesie seines Jahrhunderts. Bei den christlichen Schriftstellern des später« Mittelalterskommt er unter dem Namen Abenare oder Ävcnara vor.
Abensberg , Landgericht und Stadt ssl der Provinz Nicderbaiern an der Abens,einem Nebenflüsse der Donau, hat 1200 E-, ein Mkneralbad mit schönem Garten und nichtunbeträchtliche Brauerei und Wollweberei. Man hält es für das Abasina oder Abasinumder Römer und bemerkt daselbst noch die Spuren eines röm. Lagers. A. ist Geburtsort desbair. Geschichtschreibers Thurnmayr, der sich darnach Aventin us (s. d.) nannte. Hierschlug am 20. Apr. 1809 Napoleon an der Spitze der Baiern und Würtemberger imVerein mit der großen Armee unter Davoust, Lannes und St.-Sulpice den linken Flügelder östr. Armee des Erzherzogs Karl unter Erzherzog Ludwig und General Hiller. DieÖstreicher verloren dabei 88 Offiziere, 202:r Todse und Verwundete und 40oo Gefangene;