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1 (1845) A bis Balbuena
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22
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22 Abendmahl

Theorie vom Abendmahle hinneigten, so wurde von den luther. Zeloten die protestantische Lehrein der Concordienformel nach Äußerungen in Luther's Schriften dahin bestimmt: Leib undVlut Christi sei bei der Austheilung des Brotes und Weins mit diesem auf eine unbegreif-liche Weise (»MO sscramenkulis) verbunden und werde in, mit und unter dem Brote undWeine von dem Communicanten, sowol dem bösen als dem frommen, durch den Mund em-pfangen. Bon den Wirkungen des Abendmahls lehrten die Protestanten, es wirke objecti»Vergebung der Sünde kraft des Wortes der Verheißung, und subjectiv befestige es die Wie-dergeburt. Bei den Neformirten gestaltete sich der Lehrbegriff anders. Zwingli faßte dasAbendmahl blos als Gedächtnißmahl des Todes Christi auf, bei welchem Brot und Weinden abwesenden, für uns gestorbenen Christus für den Glauben versinnliche. Man verließaber seine Vorstellung bald und folgte der Theorie Calvin's, welcher lehrte: in dem Augcn-genblicke des Empfangs von Brot und Wein gehe aus der Substanz des verherrlichten (imHimmel bleibenden) Leibes Christi eine übernatürliche Kraft aus in die Seele des Gläubi-gen, diese zu nähren, zu stärken und zu beleben, wovon aber der Ungläubige nichts empfindeund blos Brot und Wein empfange. Diese Vorstellung ging auch in die öffentlichen Be-kenntnisse der reformicten Kirche über. Die Protestanten nahmen daher mit der röm.- undgriech.-kathol. Kirche eine substantielle Gegenwart des Leibes und Blutes Christi und einenGenuß dieser Substanz an, nämlich die Katholiken durch eine Verwandlung des Brotes undWeins in die Substanz des Leibes Christi, die Protestanten durch eine unbegreifliche Vereini-gung beider; die Neformirten aber lassen blos eine dynamische Gegenwart des im Himmelverbleibenden Leibes Christi, und nur einen geistigen Genuß desselben mittels des Glaubensgelten. Die röm.- und griech.-kathol. Kirche lehrt, der Priester bringe bei der Feier desAbendmahls Gott ein wahres, aber unblutiges Opfer zur Sühnung der Sünden; die Pro-testanten aber lehren, daß nur eine Anwendung des einmal für immer dargebrachten Opfersfür den Gläubigen zur Vergebung seiner Sünde und Bekräftigung seiner Wiedergeburtliattfinde. Den Gebrauch der Oblaten und das Nichtbrechen derselben behielten die Pro-testanten bei; die Neformirten aber brauchen Brot und brechen cs.

Die Socinianer, Arminianer und Mennoniten betrachten das Abendmahl blos als einenvon Christo eingesetzten Ritus zur symbolischen Feier der Erinnerung an dessen Tod und zurDanksagung für die durch Christum empfangene» Wohlthaten. So viel ist gewiß, daß dieAusdrücke bei der Einsetzung:für euch gegeben, vergossen zur Vergebung der Sünde", sichnicht auf die einzusetzende Handlung, sondern auf das Sterben Christi beziehen, und also nichteine Wirkung des Ritus und dessen Wiederholung, sondern eine Wirkung des Sterbens Jesvbezeichnen, daß mithin die Behauptung, daß der Communicant dadurch Vergebung seiner Sün-den erlange, in den Worten der Einsetzung nicht liegt. Dieses würde nur der Fall sein, wennJesus gesagt hätte: solches thut, so oft ihrs thut, zur Vergebung eurer Sünden. Ebenso istgewiß, daß die kathol. und die protestantische Lehre die Behauptung vorausseht, es kommedem Leibe und Blute Christi Allgegenwart und Unendlichkeit zu, um an so vielen Orten ge-nossen und dadurch nicht consumirt zu werden, und die protestantische Concordienformclstellte deshalb den Satz auf, daß jene Eigenschaften dem Leibe Christi durch Mittheilung dergöttlichen Natur Christi zu Theil würden. Doch die Grundlosigkeit dieser Hypothese, sowieüberhaupt die Erkenntniß, daß die Schrift die Handlung des Abendmahls als eine symbo-lische darstelle, und daß man nicht angeben könne, was nun eigentlich der Genuß des wirk-lichen Leibes Jesu für besondere Wirkungen haben solle oder könne, führte schon im vorigenJahrh. die protestantischen Theologen, wie Zachariä, Reinhard, Storr, Knapp u. A., mehrzu der reformirten Meinung hin, daß nur eine dynamische Gegenwart und Wirkung desLeibes Christi anzunehmcn sei (praesentm operative), oder sic betrachteten das Abendmahlblos als eine symbolische Eedächtnißfeicr des Todes Jesu, wobei sic aber in Hinsicht der Wir-kungen des Abendmahls und der Erklärung des Sinnbildlichen verschiedenen Ansichten folgten.Nach der Hcgel'schen Ansicht (bei Marheineke) ist das Abendmahl das Sinnbild des in sei-ner Schöpfung sich wiederfindenden Gottes. Nach der Einsetzung aber soll es offenbar nmdas Sinnbild des für die Seinen sich opfernden Christus sein, daher die Wirkung der Abend-mahlsfeier auch nur eine subjektive und moralische sein kann. Über das Ritual bei den ver-schiedenen christlichen Parteien vgl. Brenner,Geschichtliche Darstellung der Eucharistie"