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1 (1845) A bis Balbuena
Entstehung
Seite
19
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Abeliten Abend 19

Werkzeuge eines höchsten Willens schilderte, möglichst in den Hintergrund zu stellen undbei jeder Gelegenheit hervorzuheben, daß Baiern nur eine ständische, aber keine repräsenta-tive Verfassung habe. Die Bundesbeschlüsse vom 28. Juni 1832 wurden von ihm, denmit Übereilung gegebenen süddeutschen Verfassungen" gegenüber, dadurch auf die höchsteSpitze ihrer Konsequenz getrieben, daß er, unter steter Verwahrung gegen jede Absicht,den Landtag zu einem bloßen Postulatenlandtag zu machen, gleichwol dessen Steuerbewilli-gungsrecht auf das Minimum seiner Bedeutung zurückzuführen suchte. Auf diesem Stand-punkte sprach er denn auch am Schlüsse der ständischen Sitzung (9. Apr. 1840) über denbisherigenUsus und dessen Urheber" den förmlichsten Fluch aus und verstärkte noch amfolgenden Tage die beleidigenden Worte, in die er gegen seinen Vorgänger im Ministeriumausgebrochen war. Die Folge dieses in den parlamentarischenAnnalen unerhörten Vor-falls war ein Zweikampf zwischen ihm und dem Fürsten von Öttingen-Wallerstein. DieDuellanten schossen sich; zwar fehlten die Kugeln, doch entspann sich aus diesem Zwiste einefür beide Theile wol gleich unangenehme öffentliche Verhandlung über den Ehrenpnnkt.Vgl.A. und Wallerstein" (Stuttg. 1840). Daß A. zahlreiche Gegner finden mußte, istbei seiner Stellung und seiner Hingebung an den Ultramontanismus und das möglichst un-beschränkte Monarchenthum leicht erklärlich; allein auch sie verkennen nicht sein ausge-zeichnetes administratives Geschick und seine rastlose Thätigkeit. Jedenfalls ist er, als suc-cessiver Repräsentant zweier politischen Principien, einer der merkwürdigsten Staatsmän-ner in der Entwickelungsperiode des konstitutionellen Deutschlands.

Abeliten, Abelianer oder Abelonicr, eine von Augustin erwähnte christlicheSekte in Nordafrika zu Ende des 4. Jahrh. Die Abeliten entlehnten ihren Namen viel-leicht von Abel, dem Sohne N5sim's)1>er rrnöerehlicht starb, und enthielten sich, um die Erb-sünde nicht forrzupflanzen, der Ehe. Nach neuerer Vermuthung dagegen ist der Name aufEljon, den ältesten und einfachsten Gottesnamen, zurückzuführen. Dieser war nämlich im4. und 5. Jahrh. das Schiboleth mancher Parteien, die aus Misbehagen an dem Bestehen-den einen allgemeinen Gottesglauben bekannten, die ältesten Deisten. (S. Hypsistaricr.)

Abenceragen, eine der vornehmsten und mächtigsten Familien Spaniens zur Zeitder Araber in Granada, und zwar in der Zeit, als von Seiten der christlichen BevölkerungSpaniens dem Maurenthum der Untergang bereits geschworen war, und innere Unruhen denUntergang des maurischen Staats von Granada beschleunigten. Die A. erschienen dabeials heimliche Feinde ihres Königs, fanden aber endlich einen schmachvollen Untergang, wozuvorzüglich die Familie der Zegris behülflich war, welche zu derselben Zeit am Hofe der Kö-nige von Granada alle wichtigen Stellen inne hatte und den A. aufs feindlichste gegenüber-stand. Die Veranlassung zu ihrem Untergange war die Liebe eines A. zu einer Schwe-ster des Königs Abu Hassan, der seit 1465 regierte. In nächtlicher Stille erstieg dieserA. das königliche Schloß Alhambra, um die letzte Gunst seiner Angebeteten zu genießen.Allein der Kühne ward verrathen. Aus Rache lockte der König das ganze Geschlecht derA. in die Alhambra und ließ sie hier sämmtlich niedermetzeln. Nur Wenige entkamen demgräßlichen Blutbade und leisteten später dem Boabdil hnlfreiche Hand, als derselbe gegenAbu Hassan die Fahne des Aufruhrs erhob. Am ausführlichsten ist die übrigens auch viel-fach zu Dichtungen benutzte Geschichte der A. erzählt von Conde,Historis <Ie la ckomma-cion cke los Grabes eu Lspaii-r" (3 Bde., Madr. 1820).

Abend heißt die Zeit des Sonnenuntergangs; ferner diejenige Himmelsgegend, in wel-cher die Gestirne untergehen, auch Abendgegend oder Westen genannt. Der Abend-punkt oder Wcstpunkt, einer der vier Haupt-oder Cardinalpunkte des Horizonts, ist der-jenige Punkt desselben, in welchem die im Äquator stehenden Gestirne untergehen, weshalbauch die Sonne an den Tagen der Nachtgleichcn genau in diesem Punkte untergeht. Er ist90" von Süden und mithin ebenso weit von Norden entfernt und liegt dem nach Sü-den sehenden Beobachter zur Rechten. Abendweitc ist der Abstand des Punktes, woein Gestirn untcrgeht, vom wahren Abendpunkte; sic kann nördlich oder südlich sein, je nach-dem der Stern nördlich oder südlich vom Äquator steht. Die Sonne hat im Sommer einenördliche, im Winter eine südliche Abendweitc. Abendröthe ist die Röche, welche

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