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Abel (Niels Henrik) Abel (Karl von)
Abel (Niels Henrik), einer der scharfsinnigsten Mathematiker der neuern Zeit, geb.
5. Aug. 1802 zu Findoe im Stifte Christiansand in Norwegen, erhielt den ersten Unter-richt bei seinem Vater, Sören Georg A., der in dem genannten Orte Prediger war, undbesuchte dann eine Schule in Christiania, auf welcher sein Genie bei der Auflösung mathe-matischer Aufgaben erwachte. Schon auf der Universität seines Vaterlandes, die er 1821bezog, gab er einige Abhandlungen heraus, die seinen Ruf in der gelehrten Welt begründe-ten. Die Regierung bewilligte ihm bereitwillig ein Rcisestipendium, um sich zwei Jahre langim Auslande, namentlich in Paris, für sein Fach auszubildcn, worauf er über Berlin undWien nach Paris reiste, dann aber nach Berlin zurückkehrte, wo er in nähere Verbindungmit dem Obcrbaurath Crelle trat, der fortan für sein „Journal für die reine und angewandte -Mathematik" in A. einen fleißigen Mitarbeiter gewann. A.'s Arbeiten betrafen insbesonderedie Theorie der elliptischen Functionen, die er gleichzeitig mit dem scharfsinnigen K. G-I.Jacobi bearbeitete und mit den schönsten Entdeckungen bereicherte. Nach seiner Rückkehrwurde er Docent an der Universität und Ingenieurschule in Christiania, zog sich aber durchseinen übermäßigen Fleiß die Auszehrung zu, die am 6. Apr. 1829 auf dem EisenwerkeFroland bei Arcndal sein junges Leben endigte, von dem für die Wissenschaft noch schöneFrüchte zu erwarten waren. Die sämmtlichen Schriften A.'s in franz. Sprache hat seinLehrer, Prof. Holmboe, herausgegeben (2 Bde., Christiania 1839, 3.).
Abel (Karl von), bair. Minister des Innern, geb. 17. Sept. 1788 zu Wetzlar, einSohn des 1819 verstorbenen Justizraths und Professors der Rechtswissenschaft an der bis1814 daselbst bestandenen Rechtsschule, zeigte schon beim ersten Unterricht viel Anlage,Fleiß und energischen Ehrgeiz. Die franz. Revolution machte tiefen Eindruck auf ihn undgab ihm früh eine politische Richtung. Nach juristischen Vorstudien besuchte er 1806— 9die Universität zu Gießen und die Rcchtsschule seiner Vaterstadt. Hierauf begann er seinepraktische Laufbahn, die er 1811 durch anderthalbjährige Militairdienste unterbrach, wurdenach manchem Wechsel seiner Amtsverhältnisse 1818 Police!- und Stadtcommissar zuBamberg, wo er viel Eifer und administratives Talent bewährte, 1819 Regierungsrath zuMünchen und 1827 Ministerialrath im Ministerium des Innern. Mit dem Civilverdienst-orden der bair. Krone erhielt er den Adel. Seine politische Thätigkeit begann mit dem Land-tage von 1831, wo er, wie auf dem von 1828, Negierungscommiffar war. Die bewegteZeit äußerte auch auf ihn ihren Einfluß. „Die Preßfreiheit", sagte er damals, „ist von nunan ein Dogma unserer politischen Glaubenslehre. Und wer könnte und möchte wol jetztnoch der Censur das Wort reden, dieser morschen Krücke einer schwachen, dieser lähmendenFessel einer starken, in sich einigen Regierung?" Auch bemerkte er: „es sei für jeden zurTheilnahme an der Verwaltung Berufenen beinahe eine Ehrenpflicht, der Censur, wie beider Taufe dem Teufel feierlich zu entsagen." Solche Ansichten vermehrten nicht die Gunst,in der er stand; er wurde 1832 als Geh. Legationsrath ins Ministerium des Auswär-tigen versetzt; aber noch in demselben Jahre substituirtcs Mitglied der Regentschaft in Grie-chenland, um das er sich nicht geringe administrative Verdienste erwarb, und wo er eine Politikverfolgte, die ihn besonders den Vertretern des östr. Systems näherte. Er nahm lebhaft Parteigegen Armansperg, und die Zwistigkeiten in der Regentschaft führten ihn 1834 nachBaiernzurück, wo er wieder in das Ministerium des Innern eintrat. Seine Thätigkeit zur Recht-fertigung des Aufwandes für das neue Universitätsgebäude gewann ihm wieder die Gnadedes Königs, und fortan schloß er sich entschiedener der Partei der Ultramontanen an. AlsRcgicrungscommissar auf dem Landtage von 1837, wo der Minister des Innern, Fürstvon Ottingen - Wallerstein, eine dem Steuerbewilligungsrechtc der Volksvertreter nichtungünstige Theorie des Usus aufstellte, wich er zwar noch jeder Principicnfrage aus undließ nur zuweilen seine veränderte Ansicht durchblicken. Doch schon im Herbste 1837Unterzeichnete er das Entlaffungsdecret für den Fürsten, und zum wirklichen Staats-rathc ernannt, versah er das Ministerium des Innern erst provisorisch und seit dem Apr1838 definitiv; auch übernahm er im März 1840 provisorisch die Leitung der Finanzen. ^Der Landtag von 1839 auf 1840 gab ihm Veranlassung, sich auf dem Gipfel der in neue- fstcr Zeit von ihm vertretenen Meinung zu zeigen. Namentlich suchte er die Verantwortlich- kkeit der Minister, die er, zumal in Beziehung auf Anstellungen im Staatsdienste, nur als 1