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Abd-el-Kader
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gebenen Stämme regiert er im Ganzen mit vieler Milde, und mancher Zug von Großmuthgegen seine Feinde wird von ihm erzählt. Seine öffentliche Thätigkeit begann erst mit derEroberung Algeriens durch die Franzosen. Kaum war die Macht der Türken gebrochen,als die Arabcrstämme der Provinz Oran die Gelegenheit ergriffen, sich ganz unabhängig zumachen. An ihrer Spitze erschien A.'s Vater vor Maskara und überwältigte die türk. Be-satzung. Die Bewohner der eroberten Stadt wollten ihn zu ihrem Oberhaupte wählen;allein er lehnte dieses ab zu Gunsten seines jüngsten Sohnes A., der nun von ihnen zumEmir erwählt wurde. Bald wußte A. die Araberstämme der Umgegend sich zu unterwerfenund von Maskara aus immer weiter seine Macht auszubreiten.
Seine erste größere Unternehmung war der Angriff, den er, jedoch vergebens, am 3 .und Mai 1832 auf das von den Franzosen besetzte Oran unternahm. Zn der nächst-folgenden Zeit dehnte er seinen Einfluß über alle Stämme aus zwischen Maskara und demMeere, und am 3 . Juli 1833 erstürmte und zerstörte er das den Franzosen unterworfeneArzew. Einige blutige Gefechte, die er dem in Oran befehligenden General Desmichels am3 . Dcc. 1833 und am 6 . Jan. 1834 lieferte, nöthigten diesen zu einem Vertrage mit ihm. ImInnern des Landes griff nun die Macht A.'s auf eine höchst beunruhigende Weise um sich,indem er den Frieden mit den Franzosen benutzte, alle am linken Ufer des Schelif und in derEbene Ceirat wohnenden Stämme seiner Oberherrschaft zu unterwerfen. Er besiegte, obwolunter großen Anstrengungen, seinen alten Gegner Mustapha-ben-Jsmael, ehemaligen Agavon Oran, und Mussa-el-Darkui, einen mächtigen Häuptling der Sahara. In Folge desletztem Sieges kam er in den Besitz von Miliana und Medcah, wo er enthusiastisch em-pfangen ward. Alle Städte und Stämme der Provinzen Oran und Titcri gaben ihm nunden Titel Sultan; die entferntem schickten ihm Gesandte mit Geschenken. Während ersich so im Innern ein Reich gründete, wußte er den damaligen franz. GeneralgouverneurDrouet d'Erlon zu überreden, daß er lediglich dahin arbeite, die dirccte Herrschaft Frank-reichs über die Stämme vorzubcreiten und der europäischen Eivilisation den Weg zu bah-nen. Mit den Gewehren, die ihm der Generalgouverneur zum Geschenke machte, rüsteteer neue Truppen aus, die später den Kern seines Heers bildeten und von Renegaten einge-übt wurden. Bald gaben ihm die Unternehmungen des in Oran befehligenden GeneralsTrezel, welcher die Nachtheile des von seinem Vorgänger geschlossenen Friedensvertragswieder gut machen wollte, Gelegenheit, den Krieg mit erneuten Kräften zu beginnen undalle Muselmänner zum heiligen Kampfe aufzubictcn. Gleich die Wiedereröffnung derFeindseligkeiten war ihm günstig, Lenn die erste n Op erationen Trezel's führten zu dessenRückzug, bei dem das franz. Heer an der Makta von der gesummten Streitmacht A.'s, diesich auf fast 26006 Reiter belief, am 28 . Juni angegriffen wurde und eine schmählicheNiederlage erlitt. Übrigens war nicht der materielle Verlust das Schlimmste, was denFranzosen durch diese Niederlage widerfuhr, sondern der moralische Eindruck, den sie imLande hervorbrachte, indem der Glaube an die höhere Sendung A.'s erhöht ward. AlleStämme, die sich noch fern von ihm gehalten, wandten sich nun ihm zu.
SeinHauptbestrcben aberging dahin, alle Stämme dies- und jenseitdes Atlas, von dermarokkanischen Grenze bis zur Stadt Algier, gegen die Franzosen zu erheben und diesen durchAufhebung alles Verkehrs die Verproviantirung unmöglich zu machen. Dieses zu vereiteln,sahen sich die lehtern zu der Expedition gegen Maskara genöthigt, die am 26. Nov. 1835 unterdem Oberbefehle des Marschalls Clauzel, 11600 Mann stark, von Oran aus sich in Bewe-gung setzte und trotz dem hartnäckigen Widerstande der Araber zwar glorreich mit der Einnahmevon Maskara, dem Mittelpunkte der Macht A.'s, aber dennoch ganz erfolglos endigte, in-dem der Marschall diese Stadt nicht behaupten zu können glaubte und sie deshalb vor demRückzüge anzünden ließ. So befand sich A. sehr bald wieder im völligen Besitze der Ge-walt über alle die Stämme, die nach der Eroberung von Maskara von ihm abgefallen wa-ren. Von den nun folgenden kriegerischen Operationen, bei denen die Franzosen fast immerSieger waren, aber nichts weiter gewannen als das Schlachtfeld, erwähnen wir nur deserfolglosen Zuges des Generalgouverneurs an der Tafna, der Wiederbesttznahme vonMaskara durch A., dem seitdem auch noch andere arab. Stämme zugefallen waren, endlichder Niederlage, welche General d'Arlanges am 25.Apr. 1836 durch A. an der Tafna erlitt,