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1 (1845) A bis Balbuena
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Abd-el-Kader 15

und durch welche er in die gefährlichste Lage versetzt wurde, sodaß die franz. Regierung in allerEile den General Bugeaud mit 400» Mann ihm zu Hülfe senden mußte. Gleich Bu-geaud's erstes Auftreten war von ziemlichem Erfolg begleitet, indem er nicht nur die an derMündung der Tafna eingeschlossenen Franzosen befreite, sondern auch am 6. Juli A. amSikak eine bedeutende Niederlage beibrachte, sodaß dieser in der zweiten Hälfte des I. 1836den Krieg mit weit weniger Energie zu führen vermochte. Dafür suchte er sich im Innernwieder zu kräftigen und arbeitete vor Allem an der Wiederherstellung und Befestigung deszerstörten Tckedemt, das er von nun an zu seiner Residenz und zu seinem Hauptstützpunktemachte, in welchem sich seine Kriegsvorräthe und Waffenfabriken befanden. Inzwischenmachte die beabsichtigte Expedition nach Konstantine den Franzosen es wünschenswerth, imWesten der Regentschaft Ruhe zu haben. Daher kam mit A. am 30. Mai 1837 der fürdiesen sehr vortheilhafte Friede an der Tafna zu Stande, der die Macht A.'s, wenn auch un-ter der nominellen Souverainetät Frankreichs, als solche anerkannte und ihr in den derfranz. Herrschaft nicht unmittelbar vorbehaltcnen Gebietstheilen einen großen Spielraumgewährte. Trefflich wußte A. die Zeit des Friedens zu nutzen, seine innern Angelegenheitenzu ordnen und sich in Stand zu setzen, den Krieg zur gelegenen Zeit wieder beginnen zu kön-nen. Vor Allem suchte er sein Verhältnis! zu den ihm gehorchenden Stämmen zu befesti-gen, sich neue Anhänger unter den Beduinen der Sahara zu gewinnen und insgeheim auchmilden zu dem unmittelbaren franz. Gebiete gehörigen Stämmen Jntriguen anzuknüpfcn;dann das ihm unterworfene Gebiet zu organisiren, indem er es in zwei Statthalterschaftenund diese wieder in I2Agaliks eintheilte und ihnen die Regierung des Landes übertrug;ferner sich eine regelmäßige Truppe zu bilden und Kriegsbedarf anzuschaffen, zu welchemBehuf er viele franz. Überläufer an sich , zog, die seine Leute in den zur Beschaffung desKriegsmaterials nöthigen Künsten und Gewerben unterrichten mußten. Überdies bezog ernach dem Wortlaute des Vertrags eine Menge Kriegsbedarf von den Franzosen selbst undnoch mehr über Marokko, mit dem er fortwährend in gutem Einvernehmen stand, von denEngländern. Auf dem franz. Gebiete unterhielt er allerwärts die zuverlässigsten Kund-schafter und suchte die Franzosen durch seine Agenten auf alle Weise über seine eigentlichenAbsichten zu täuschen; wie er denn auch in der Mitte des 1. 1838 in der Person des Milud-ben-Aratsch zu keinem andern Zwecke als zu diesem einen Gesandten nach Paris schickte.

So dauerte denn der Friede bis gegen Ende des I. 1839, indem die Streitig-keiten über die Grenzen des beiderseitigen Gebiets, welche allerdings einige Gcwalt-streiche zur Folge hatten,- durch einen ZusaHverkrSffBrm Frieden an der Tafna am 4.Juli 1838 beseitigt wurden. Als aber A.'s Gebiet, wie er behauptete, durch den Srreif-zug, den der Marfchall Valee mit dem Herzog von Orleans im Oct. 1839 von Konstantineaus nach dem Engpaß des Eisernen Thores unternahm, verletzt worden war, begann er imNov. desselben Jahres den Krieg von neuem. Wahrscheinlich wäre dies schon früher ge-schehen, wenn er nicht in seinem Bestreben, auch die Beduinenstämme der Wüste sich zuverbinden, auf einen gefährlichen Rivalen, den Marabut Tedschini von Ain-Maade, gesto-ßen wäre, den er während des Friedens nun zu unterwerfen suchte, was ihm aber, obschoner im Juni 1838 mit einem bedeutenden Heere gegen ihn gezogen, nicht gelungen war. Derwiederbegonnene Krieg mit den Franzosen ward von beiden Theilcn mit dem größten Nach-druck geführt, und mehre blutige Gefechte zeigten, daß die Bestrebungen A.'s, sein Heer zudiscipliniren, nicht ohne Erfolg gewesen waren. Zwar gelang es den Franzosen nach har-tem Kampfe in den Engpaß von Muzaia am 12. Mai 1840 Medeah und im Juni Milianazu besetzen; dies warenaberauch die einzigen Resultate des Frühlingsfeldzugs dieses Jah-res. Auch der darauf folgende Herbstfeldzug hatte kein anderes Resultat, als die Verpro-viantirung der genannten beiden Plätze, die sich in der Zwischenzeit in der bedrängtestenLage befunden hatten. Unter immerwährenden kleinen Gefechten im Laufe des darauf fol-genden Winters rüstete sich A. zu den neuen Feldzügen für das I. 1841, die verderblicherfür ihn werden sollten. An die Stelle des Marschalls Valee war nämlich gegen Ende desFebr. der General Bugeaud getreten. Schlag auf Schlag griff er A. an, sodaß dieser baldin die Enge getrieben war. Die Einnahme der beiden Hauptstühpunkte A.'s, Tekedcmtund Maskara, im Mai 1841, gab seiner Macht den ersten Stoß; bald sah man, nach langer