10 Abbate Abbitte
mm, erreichte er vollkommen den Zweck seiner Sendung, und bei seiner Rückkehr reich be-schenkt, lebte er bis zu seinem Tode mit der rufs. Regierung in gutem Einverständnisse.
Abbate (Niccolo dell'), auch N. Abati genannt, geb. zu Modena 1509 oder 1512,ein handfertig tüchtiger Maler, besonders im Fache der Frescomalerei. Er folgte den künst-lerischen Richtungen Rafael's und Correggio's; durch das Verschmelzen Beider, die aufwesentlich verschiedenen Principien beruhen, bereitete er jedoch zum Theil die manieristischeAusartung der Kunst vor, die in der zweiten Halste des 16. Jahrh. einriß. Frühere Werkeseiner Hand sieht man in Modena, spätere zu Bologna, wo das Gemäkde einer Anbetungder Hirten, im Portico de' Leoni, als sein Hauptwerk gilt. Im I. 1552 berief ihn der Ma-ler Primaticcio nach Frankreich, um an der Ausführung der gegenwärtig meist zerstörtengroßen Frescomalereien in Fontainebleau theilzunehmen. Er starb in Frankreich I57l.Aus seiner Familie sind mehre, jedoch minder bedeutende Künstler hervorgcgangen.
Abbau und Ausbau nennt man das Anlegen neuer Vorwerke auf großen Güternund die Abbrechung der bisherigen Wohn- und Wirthschastsgebäude behufs der Wicderauf-bauung in der Mitte der zusammengelegten Grundstücke. Obwol der Ab- und Ausbau, dernur für größere Besitzungen und solche, welche Spatencultur betreiben, zu empfehlen ist,seine Lichtseiten hat, so hat er doch auch seine Schattenseiten. Zu jenen gehören in land-wirthschaftlicher Hinsicht Ersparung an Zeit und Arbeitskräften, bessere Beaufsichtigungder Dienstboten und Tagelöhner von Seiten ihrer Vorgesetzten, Verhinderung des häufi-gen Felddiebstahls, Ersparung an Arbeitern, Schiff und Geschirr, bessere Conservationdes Getreides und Rauhfutters bei ungünstigen Ernten, vermehrter Düngergewinn, weilkein Dünger durch das Fahren über fremde Besitzungen verloren geht, die Abhaltung derDienstboten von nächtlichen Gelagen und die größere Sicherheit vor Brandunglück. Inmoralischer und policeilichcr Hinsicht verschwinden aber alle diese Vortheile wieder, indemder Schulbesuch der Kinder erschwert, im Winter wol gar verhindert wird, die Abgeschlos-senheit und Einsamkeit zu Ausschweifungen und Lastern aller Art Veranlassung gibt,mehr Gelegenheit zu Brandstiftungen und Raub gegeben ist, die Aufrechthaltung der in-ner» Police! sehr erschwert wird und die gegenseitigen Ideen und Mittheilungen fast ganzverhindert werden. Alle diese Nachtheile findet man auch in der Wirklichkeit begründet, in-dem die Landleute in Flandern, Thüringen und Sachsen, die in Dörfern beisammen wohnen,beiweitem rationeller wirthschaften als die Westfalen und Brabanter, die in der Regel in derMitte ihrer Ländereien abgeschlossen von ihren Nachbarn wohnen.
d. i. Abt (s. d.), heißt in Frankreich im weitern Sinne Jeder, der dem geistli-chen Stande sich gewidmet oder auch nur auf einer theologischen Lehranstalt seine Studiengemacht hat. Der Abbss gab es vor der Revolution, angelockt durch die Hoffnung, vomKönige zum comwenclatairs ernannt zu werden, so viele, daß sic eine eigene Classeder Gesellschaft bildeten und auf den Charakter derselben einen bedeutenden Einfluß hattenMan sah sie überall, bei Hofe, in den Gerichten, im Schauspiel, in den Kaffeehäusern, und fastin jeder angesehenen Familie war ein Abbe' als Hausfteund und Gewissensrath. Eine rundeHaarlocke und ein schwarzes oder violettes Kleid bezeichneten den Abbe'.— cnm-
Ilienäataire oder Commendaturabt hieß in Frankreich der vom Könige ernannteweltliche Abteivorsteher. Er bekam ein Drittheil der Klostereinkünfte, hatte aber weiter keineRechte über dasselbe; die Verwaltungsgeschäfte besorgte ein krieur dauttral. Eigentlichsollte ein jeder Commendaturabt binnen Jahresfrist die Priesterweihe empfangen; doch derPapst dispensirte, und der Abt verzehrte sein oft sehr bedeutendes Einkommen, wo er Lusthatte. Solcher Abtstcllcn hatte der König 225 zu vergeben, von denen die geringem alsPensionen für Gelehrte (^bbaxos ckes 5avants), die reichern zur Ausstattung für die jüngernSöhne des Adels dienten. Seit der Revolution, welche die Abteien in Nationalgüter ver-wandelte und jenen Beanwartschafteten den Gegenstand ihrer Bewerbung entzog, sind dieAbbes in Frankreich sehr selten geworden. Zahlreich sind sie noch in Italien, wo man jedenjungen Geistlichen, der die Tonsur, wenn auch sonst noch keine Weihe hat, Abbate nennt. .
Abbitte gehört nebst der E h r e n e r kl ä r u n g und dem W i d e r r u f e (der Palinodie)zu den beschämenden Strafen, und zwar nach der richtigem Ansicht zu den reinen Privat-sirafen, wiewol einige Rechtslehrer, z. B. Feuerbach, aus denselben eine besondere Classe ge-