Abano
Abarca
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erbaute unweit Nogent an der Seine eine Kapelle, Paraklet genannt, die er, nach seiner Er-nennung zum Abt von St.-Gildas-de-Nuits, Heloisen und ihren Religiösen zur Wohnungüberließ. Traurig war sein Aufenthalt zu St.-Gildas und ein steter Kampf mit seiner Liebeund mit dem Hasse der Mönche, die cs endlich so weit brachten, daß seine Lehre I > -10 vomPapste verdammt und ihm Einkerkerung zuerkannl wurde. Doch Peter der Ehrwürdige,Abt zu Clugny, söhnte ihn aus mit seinen Feinden, und als Muster klösterlicher Zucht starber am 21. Apr. 1142 in der Abtei St.-Marcel unweit Chalons an der Saonc. Heloist,die ihn 20 Jahre überlebte, erbat sich den Leichnam und ließ ihn zu Paraklet begraben, umeinst an seiner Seite zu ruhen. Beider Asche wurde 1808 in das Museum der franz. Denk-mäler nach Paris gebracht, 1817 zu Monamy in einer besonder» Kapelle und 1828 ineinem eigens erbauten Grabmale auf dem Kirchhofe des Pere Lachaisc in Paris beigesetzt.Im Streite mit dem heil. Bernhard sprach sich A.'s Lehre als vollständiger Rationalismusaus, und man kann ihn und den früher» Erigena (s. d.) als die ältesten offenen Vertreterdieses Systems ansehcn. A. stellte nämlich das Princip auf: Nichts sei zu glauben alswas man zuvor eingesehen habe, während die herrschende Kirche annahm, daß man glaubenmüsse, um einzusehen, und Bernhard das Forschen vom Gebiete der Religion gänzlichentfernt wissen wollte. Vgl. Goldhorn, „De summis prinoipiis tlleologius .4l>»elarl1eae"(Leipz. 1838). Um das Verdienst A.'s zu würdigen, muß man ihn nicht nach seinen Schrif-ten beurtheilen, sondern erwägen, welchen Einfluß er durch mündliche Dialektik auf seineZeit übte. Wie seine Lehre, so gab auch sein Charakter manchen Anstoß. Übrigens ist Aunstreitig der kühnste Denker des 12. Jahrh., bei der Nachwelt indcß mehr durch sein Liebes-verhältniß bekannt. Seine lat. Schriften und Briefe hat Franz Amboise gesammelt, undDuchesne (Par. 1616, 4.) herausgegeben. Vgl. Berington, „Ilistor) ok sn<t Heioise"(Lond. 1787, 4.; deutsch von Sam. Hahnemann, Leipz. 1789) und Feßler, „A. und He-imse" (2 Bde., Berl. 1806). Neuerdings aufgefundene Werke von ihm, darunter das „8i<?et Non", eine Sammlung dogmatischer Widersprüche der Kirchenväter, sind thcils durchCousin (Par. 1836, 4.), thcils durch Rheinwald (Berl. 1835) veröffentlicht worden.
Abäno, Stadt mit 3000 E. in der Delegation und im District Padua, sechsMiglien südlich von Padua, am Fuße der Euganeischen Berge, war seiner Schwefel-quellen wegen schon den Römern unter den Namen ^quuo ^poui oder kstsviuae
(bei Plinius) bekannt; Überreste alter Bäder wurden namentlich zu Monte Grotto (Z-lonsuo^rntorum), S.-Pietro-Montagnone und Casa-Nuova gegen das Ende des 18. Jahrh.aufgefundcit. A. besitzt die heißeste Schwefelquelle unter allen europäischen Thermen; siegehört zu den euganeischen Quellen, welche in dem Umkreise einiger Miglien aus dem östli-chen Abhange des euganeischen Kegelgebirges Hervorbrechen und entspringtauf dem Gipfeldes Montiron. Ihr Wasser enthält als vorwaltende Bestandtheile Kochsalz, schwefelsauresNatron, Magnesia und einen geringen Antheil Schwefelwafferstoffgas mit einer Tempe-ratur von 66°—69° R. Vorzugsweise wird der Mineralschlamm zu heißen Schlammbädernbenutzt, die insbesondere gegen chronische Hautausschläge, veraltete Syphilis und Gichtsich heilsam erweist». Vgl. Andrejewsky, „De tkermis ^ponensibus in a^ro katavino"(Berl. 1831, 4.). Nächst A. ist der südlich davon gelegene Flecken Battaglia seiner Heil-quellen wegen am meisten besucht. A. ist auch berühmt als die Vaterstadt des Livius unddes berühmten Arztes Pietro d'Abano, der, geb. 1246, als Lehrer an der Universitätzu Padua, wegen Zauberei zum Tode verurtheilt wurde, aber noch ehe das Urtheil zurVollstreckung kam, 1312 starb.
Abarca (Don Joaquin), Bischof von Leon, geb. um 1780 trat zeitig in den geistlichenStand und wurde Pfarrer in einem Orte Aragoniens. Als solcher sprach er 1820 gegen diewiederhergestellte Constitution von 1812 und ward sehr bald eins der Häupter der apostolischenPartei in seiner Provinz. Er mußte deshalb flüchten und begab sich zur Junta von La-Seu-de-Urgel. In Folge der Wiederherstellung der absoluten Königsgewalt im I. 1823 gewanner seine frühere persönliche Stellung wieder; sehr bald ward er auch unter dem Mini-sterium Calomarde zum Bischof von Leon ernannt; doch ging er nicht in seinen Sprengel,sondern blieb in Madrid, wo sein hofmännisch feines Benehmen und seine absolutistischeGesinnung ihn eng mit der extrem-apostolischen Partei, an deren Spitze der Jnsant Don