Aarhuus Abälardus 7
Aarhuus, ein östliches Stift der jütländ. Halbinsel im Königreiche Dänemark anden Ufern des Kattegat, umfaßt 86 OM. mit 137000 E. und hat vorherrschend fruchtebaren Boden. Die Hauptstadt des Stifts wie des gleichnamigen Amtes und Bischofssitzist Aarhuus am Kattegat, das durch den Ausfluß des Braband- oder Aabyesees in zweiTheile geschieden wird, 6000 E. zählt, durch Handel, Fischerei und Schiffahrt mit 56 eige-nen Schiffen wie durch einen guten Hafen belebt ist, und Zuckerraffinericn, Tabacks-, Hut-und Handschuhfabrikcn, auch Baumwollen- und Tuchmanufacturen besitzt.
Aaron , der Bruder des Moses, war ein Sohn Amram's und der Jochebed, aus demStamme Levi, und um 157 8 v. Chr. in Ägypten geboren. Als Moses den göttlichen Auf-trag zur Befreiung seines Volkes erhielt, ward A. zu seinem Beistände und Redner be-stimmt, und bei Errichtung der Stiftshütte erhielt er für sich und seine Nachkommen dasPriesterthum. In der arabischen Wüste fertigte er den Israeliten, die über MoseS' Abwesen-heit ungeduldig wurden, auf ihr Verlangen ein goldenes Kalb, ohne zu ahnen, daß das Volkein Götzenbild darin verehren werde. Von seinen vier Söhnen starben zwei noch bei seinemLeben. Er unterstützte seinen Bruder in der Verwaltung der öffentlichen Angelegenheitenund starb 123 Jahre alt auf dem Berge Hör, unweit Sela in Jdumäa (1456). Sein dritterSchn Elasar folgte ihm in der Würde eines obersten Priesters. Die spätere Traditionrühmt A. als einen nach Kräften Frieden stiftenden Volksfteund.
Abäcus nannte man das sonst gebräuchliche Rechenbret zu arithmetischen Berech-nungen; dann im Allgemeinen eine Zahlentabelle, daher Xtrscus kxtbsgoriciz das Ein-maleins; in der Baukunst bezeichnet es die Platte, womit der Knauf der Säule bedeckt ist.
Abaddon, so viel wie Abgrund, nennen rabbinische Sagen die tiefste Stelle derHölle. So heißt auch der Engel des Verderbens , und in die ser Beziehung ist es von Klop-stock in seinem „Abaddona" gebraucht; in der Offenvarung Joyrnmi» (0, I I) führt derKönig der Heuschrecken diesen Namen.
Abadir heißt in der griech. und röm. Mythologie der Stein, welcher dem Saturn inein Fell gewickelt statt des neugeborenen Jupiter dargereicht und von ihm verschlungenwurde; bei den Karthagern war A. die höchste Gottheit.
Abälardus (Petrus), ursprünglich Abeillard, scholastischer Philosoph und Theo-log, war 1079 unweit Nantes in dem Flecken Palais, der seinem Vater Verenger gehörte,geboren. Angeborene Neigung für die Wissenschaften veranlaßte ihn, seinen Brüdern dasRecht der Erstgeburt zu überlassen. Ganz vorzüglich beschäftigte er sich mit scholastischerDialektik. Um Wilhelm von Chämveaur zu Horen; ging er ans Bretagne nach Paris; dochbald zog er sich durch seinen Scharfsinn, der seinen Meister in Verlegenheit brachte, dessenHaß zu. Er floh nach Melun, von da nach Corbeil, überall bewundert, aber auch verfolgt.Um seine Gesundheit herzustellen, ging er in die Heimat; neu gestärkt kehrte er nach Pariszurück, versöhnte sich mit seinen Feinden und bildete die ausgezeichnetsten Männer, unterihnen den nachmaligen Papst Cölestin II., Petrus Lombardus, Berengar, seinen nachheri-gen Apologeten, und Arnold von Brescia. Um diese Zeit lebte zu Paris Heloise, die Nichtedes Kanonikus Fulbert, damals 17 Jahre alt, ausgezeichnet an Schönheit, Geist und Kennt-nissen. A., obgleich schon 38 Jahre alt, entbrannte für sie von so heftiger Liebe, daß er dar-über Alles vergaß. Heloise war für seine Neigung nicht weniger empfänglich. Durch Ful-bert selbst ward A. Lehrer und Hausgenosse Heloisens, und beide Liebende genossen ihrGlück, bis A.'S feurige Lieder auch Fulbert's Ohr erreichten. Er suchte die Liebenden zutrennen; doch zu spät, namentlich fürHeloise. A. entführte nun die Geliebte nach der Bre-tagne, wo sie einen Sohn gebar, und vermählte sich heimlich mit ihr, wozu Fulbert seine Ein-willigung gab; allein bald kehrte Heloise in das Haus ihres Oheims zurück und leugnete dieEhe, um A. an der Erlangung kirchlicher Würden nicht hinderlich zu werden. Darüber undüber eine zweite Entführung entrüstet, ließ Fulbert A. entmannen, um ihn zur Erhaltungkirchlicher Ehrenstellen kanonisch unfähig zu machen. Tief gebeugt durch die an ihm ver-übte Schandthat trat A. als Mönch in die Abtei St.-Denis und bewog seine Geliebte, zuArgenteuil den Schleier zu nehmen. Neue Verfolgungen zogen ihm die Vorlesungen zu,die er nach einiger Zeit begann. Auf der Kirchenversammlung zu Soissons imJ. 1121wurden seine Ansichten über die Dreieinigkeit für ketzerisch erklärt. Er verließ St.-DemS,