I. Ashem-vohü.
1. Reinheit ist das beste Gut.
2. Heil ist, heil ihm :
3. Nämlich dem besten Reinen an Reinheit.
II. Yalhä ahü vairyo.
1. Wie es des Herren Wille ist, also (ist er) der Gebieter ausder Reinheit.
2. VouVohu-mano Gaben (wird man empfangen) für die Werke(die) in der Welt für Mazda (man thut).
T. Geber dieses oft vorkommende Gebet sehe man Bd. fl. p. LXXXtt. Esistsowol ins Huzvaresch als auch ins Sanskrit übersetzt, auch, wie sich versteht,ins Guzerati. Die beiden zuerst genannten Gebersetzungen sind ziemlich gleich-lautend, die letzte unterscheidet sich in einigen unwesentlichen Punkten, abernicht zu ihrem Vortheil. Nur in § 3. weiche ich etwas von der Tradition ab.Die ältere Tradition will übersetzen : „(Glücklich ist, oder Heil ist dem Manne)der das Reine vorwärtsgelten macht.“ Dies lässt sich kaum mit den Wortenvereinigen, noch weniger die Guzeratiübers.: „Wer ein Verkünder der Gerech-tigkeit ist, auch der ist sehr rein und gut.“
II. Auch über dieses Gebet ist Bd. II. p. LXXXII. zu vergleichen. Diesesberühmteste unter allen Parsengebeten ist ungleich schwieriger- als das vorigeund es Hessen sieb sehr verschiedene, von der traditionellen ganz abweichende,Deutungen aufstellen, namentlich wenn man nicht blos die Wortverbindung,sondern auch die traditionelle Satzabtheilung angreift. Auch von diesem Ge-bete, wie vom vorigen, besitzen wir dreierlei Uebersetzungen, von denen diebeiden ersten so ziemlich mit der unseren übereinstimmen. Als Erklärung zu§ 1. wird beigefügt: Jede gute That — welche sie auch sei — ist so auf recht-schaffene Art zu thun , wie es der Wille des Ormazd ist. In § 2. unterscheidensich mehrere Erklärungen, die namentlich den Anfang anders verstehen aberdoch auch auf den obigen Sinn hinauskommen. Die allzu freie Guzeratiiiber-setzung füge ich hier der Vergleichung wegen bei: „Welcher Gestalt es derWunsch Ormazds ist, solcher gestalt ist das Gebot für jede rechte (Thal). (Weilman diese thut und) weil man in dieser Welt gute Thaten thut, giebt Ormazdgute Gedanken und wer die Armen unterhält dem giebt Ormazd die Herrschaft(d. h. das hohe Paradies).“ Es ist mir nicht bekannt, auf welche Autorität sichdiese Gebersetzung stützt, auf die alten üebersetzungeu gewiss nicht.
1*