Vorrede.
den zu meiner Pärsigrammatik und zum ersten Bande dieserUebersetzung dargelegt habe, bin ich, trotz allen Wider-spruchs, auch in diesem Bande getreu geblieben. Ich habedies gethan, nicht aus Hartnäckigkeit, sondern weil sich im-mer mehr in mir die Ueberzeugung befestigt hat, dass dieser(schon von Burnouf eingeschlagene) Weg der einzige ist,der uns zu einem sichern Verständnisse des Avesta führenkann. Die Angriffe die ich deswegen erfahren habe und dievornehmlich von Hrn. Haug in Puna ausgehen, haben inneuerer Zeit einen solchen Grad von Heftigkeit erreicht,dass ich es für meine Pflicht halte, zur Orientirung der Le-ser, hier einige Worte darüber zu sagen. Nach der Art undWeise wie diese Angriffe geführt werden, sollte man ver-muthen dieselben seien blos gegen mich persönlich ge-richtet und bezweckten nichts Anderes als mir die nöthigenKenntnisse und die nöthige Befähigung zu einer Ueber-setzung des Avesta abzusprechen, während über die Grund-sätze, nach welchen eine solche Uebersetzung zu verferti-gen sei, nirgends eine Meinungsverschiedenheit obwalte.Allein diese Darstellung ist eben eine ganz falsche, derGrund liegt weit tiefer und ich bin persönlich weniger be-theiligt als es scheint. Es fragt sich einfach, wer der Be-gründer der altbaktrischen Philologie sei, ob Burnouf, obHaug und ob die Methode nach der Burnouf gearbeitet hatauch für fernere Arbeiten auf diesem Gebiete massgebendsein könne oder nicht. Selbst wenn ich und meine Ueber-setzung ganz beseitigt wären, so würde doch diese Frageimmer noch zu beantworten sein. So lange BurnoufsMethodenicht als eine unwissenschaftliche beseitigt ist halte ichmeine Arbeit für ziemlich geborgen und wenn es auch bisjetzt noch nicht erwiesen ist dass ich nach seinen Grund-sätzen gearbeitet habe, so glaube ich dies doch eben sobestimmt erweisen zu können als ich mir jeden Augenblick