Druckschrift 
2 (1859) Vispered und Yaçna
Entstehung
Seite
222
Einzelbild herunterladen
 

222

Zarathustra und die Lehren des Avesta.

(Nothwendigkeit) genannte aber dem Zrväna-dareghö-qadhäta andie Seite setzen. Auch die Verbindung der Zodiacalbilder mit denPlaneten hat Chwolsohn (1. c. II p. 660) aus vielen Stellen der Al-ten nachgewiesen. Man wird also kaum dieses oben angeführte Par-senfragment für apocryphisch halten dürfen, sondern annehmen müs-sen, dass wirklich einmal dieser Glaube über dessen Herkunft ausdem Westen wol kein Zweifel sein kann in Erän weit verbreitetwar. Das sicherste Zeuguiss dafür scheint mirFirdosi zu sein. Werdiesen Dichter liest, dem kann es kaum entgehen, welch hohenRang die Astrologie in den Von ihm überlieferten Sagen einnimmt,wie Sterndeuter stets mit den Maubads zusammen genannt werden,wie häufig die Klagen über die Härte des Schicksals sind.

Es wäre somit ein semitischer Einfluss, der einer Reformationnicht unähnlich sieht, für die spätere Zeit in Erän allerdings erwie-sen. Aber obwol anzunehmen ist, dass schon frühe semitische Ele-mente nach Erän eingedrungen sind, so kann doch der bedeutendeEinfluss erst ziemlich spät entstanden sein. Auf die Behauptung,dass Erän schon in frühester Zeit diesen semitischen Göttern zuge-than gewesen und erst auf Anlass Zarathustras.seinen Glauben ge-ändert habe, ist gar kein Gewicht zu legen. Die Nabathäer undChaldäer wollten nicht blos die Eränier, sondern fast sämmtlicheihnen bekannte Völker als Angehörige ihrer Religion in der Urzeit^betrachtet wissen, wie dies aus dem Berichte bei Chwolsohn Bd. IIp. 402 flg. hinlänglich ersichtlich ist.

Druck, von Breitkopf und Härtel in Leipzig.