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Zarathustra und die Lehren des Avesta.
diese Legende in ihren Grundzügen schon als den ältesten Verfas-sern des Avesta bekannt voraussetzen zu dürfen (p. ix). Daraus folgtalso, dass schon damals die Lebenszeit Zarathustras eine mythischegewesen sei. Wir haben ferner gesehen, dass die bestimmte Aeus-serung der Huzväresch - Uebersetzer, das indirecte Zeugniss derZarathustralegende sowie die Aussagen glaubwürdiger muhamme-danischer Autoren dafür sprechen, dass das Vaterland des Zarathu-stra nicht inBaktrien, sondern weiter. gegen Westen zu suchensei, wenn auch nicht geleugnet werden soll, dass sie annehmen,er habe seine Lehre zuerst in ßaktrien verkündigt. Die Altenschwanken gär sehr über das Vaterland des Zarathustra, die über-wiegende Anzahl von Stimmen unter ihnen dürfte sich aber auch fürden Westen entscheiden. Die Autorität für den baktrischen UrsprungZarathustras ist eigentlich nur Ammianus Marcellinus , ein ziemlichspäter Schriftsteller, dessen Angabe dadurch als ein sehr erklärlichesMissverständnis erscheint, dass eben die ganze Zarathuslralegendein Baktrien spielt und es also nahe lag, den Zarathustra auch dortgeboren sein zu lassen. Bei so widersprechenden Angaben der Au-toren, die in dieser Frage als Gewährsmänner gelten müssen , kannes uns nicht wundern, wenn auch die europäischen Forscher in ihrenAnsichten schwanken; die meisten derselben neigen sich wol gegen,wärtig zu der Ansicht hin, dass Zarathustra ein Baktrier gewesensei, worin ich aber nicht beistimmen kann. Aber auch in neuererZeit haben sich wenigstens zwei gewichtige Stimmen dafür aus-gesprochen, das Zarathustra nach dem Westen zu setzen sei, näm-lich Movers (Phoenizier I 359 sq.) und Räwlinson (Journal of theR. As. Soc. XV. 245 not.).
Nicht weniger mythisch als Zarathustra selbst stehen auchseine Nachkommen in der Sage da. Seine drei Söhne werden zu denStammvätern der drei eränischen Stände, der Priester, Krieger undAckerbauer gemacht, die Namen von zweien derselben finden sichschon in Avesta selbst. Aber auch der zukünftige Retter und Helfer,der künftig erst aus dem Wasser Kari^aoya geboren werden soll,Qaoshyan§, wird auf übernatürliche Weise *) zum Sohne Zarathu-stras gemacht. Nach allen diesen kann man kaum umhin, dem Ur-theile Movers über Zarathustra beizupflichten (Phoenizier I p. 361):„Man gehe nur die verschiedenen Urtheile der Alten über ihn durch,
1) Cf. Windiscbuidnii: Mithra p. 80. flg.