Siebentes Capitel.
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sich nun, auf weicher Seile die Priorität zu suchen sein dürfte? Esmuss hier meines Erachtens geschieden werden zwischen dem allge-meinen Systeme des Cultus und zwischen den einzelnen Cerimonien.Was die Aehnlichkeit betrifft, welche in dem Gesammtsysteme des Cul-tus liegt, derFortgang der heiligen Verrichtungen im täglichen Cultus,so ist, wie ich glaube, der christliche Cultus entschieden der frühere.Es setzt nämlich, wie mich dünkt, dieses System die Gegenwart einersichtbaren Gemeine voraus, die an dem Cultus theilnimmt, einesolche ist aber jetzt nicht gegenwärtig, wenn die parsische Liturgiegefeiert wird und ist aller Wahrscheinlichkeit nach nie vorhandengewesen. Ferner, hätten die Christen dieses System von den Per-sern entlehnt, j so würden uns die kircheugeschichtlichen Autoritätengewiss entschieden auf jene Quelle hinweisen, was aber nicht derFall ist. Wenn wir umgekehrt annehmen wollen, die Parsen hättenihr System von den Christen entlehnt, so hat dies keine Schwierig-keiten. Wir wissen, dass die Perser vielfältig auf syrischen Schulenstudirten, dort lernten sie auch die christliche Liturgie kennen undübertrugen die Resultate ihrer Studien auf ihre eigene Religion sogut es ging, ohne dass man den Fundamenten derselben Gewalt an-that. Freilich wird es dann nöthig, das Entstehen dieser Liturgie inziemlich junge Zeit herunterzurücken, ich sehe aber auch nicht,was uns hindert dies zu thun. Ganz davon zu scheiden ist aber danndie Untersuchung über das Alter der einzelnen Gebräuche. Von die-sen sind nun viele, wo nicht die meisten weit älter als das Systemder Liturgie. Der Glaube, dass die Seele die nächsten drei Tagenach einem Todesfälle noch in der Welt weile, ist schon durch denVendidad bezeugt und daran schliesst sich ganz natürlich auch dieSitte der dreitägigen Todtenfeier an. Die Aehnlichkeit einer persi-schen Feier in den Mithrasmysterien (ohne Zweifel das Haomaopier)mit dem christlichen Abeudmahle ist uns aber schon durch einen sofrühen Zeugen wie Justinus Martyr beglaubigt 1 ). Nicht allein derchristliche, auch der spätere jüdische Cultus hat vielfache Rerührun-gen mit dem Parseneultus, doch ist dieser nicht so wichtig, weil sichdie Aehnlichkeit, so viel mir jetzt bekannt, nur auf die späteren Zu-
ll Justin. Apol. I. 08: "Otisq xal ( v Toig tov MCSqcc fivgi^Qi'oig naqiöia-xav yeviod-ai /jifjijodfisvoi oi tzovijooi da.ifj.ovsg • oti yaq ctQrog xal nortjiiiovvd'azog t C&ercu Iv Tr«? tov fjvovfiivov r O.STctlg utr tniloywv tivoiv ?; Ini-gaad-e r; fjct&eTv ävvaaS-e.