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Würdige, Veste, hochgelehrte Nähte und Liebe getreue. Nach-dem dem grnndgütigen Gott gefallen, Unserer herzgeliebten Ge-mahlin Liebdeu heute zwischen 9 und 10 Uhr vormittags Ihrerbisher getragenen Churfürstlichen Leibesbürden in gnaden zuentbinden und uns abermal mit einem Jungen Princen zu er-freuen, so haben Wir euch solches sofort notificiren wollen, damitihr behörige anstatt machet , daß der güte Gottes vor wichengnadenreichen seegen in den Kirchen gedanket und daselbst umbvöllige restitution und genesung hochgedachter Unser herzgelicbtenGemahlin Liebdeu auch fernerer protegirung Unseres Churhausesvon Herzen angefleht werde. Seindt euch mit gnaden gewogen.Gegeben zum Sparenberg den 5. Januar nt, n. 1873.
Friedrich Wilhelm.
Die Churfürstin wurde am 27. Mai 1675 auf demSparenberge nnchvon einer Tochterentbunden, zu deren Taufe dieStände Ravensbergs als Paten mit den Worten ernannt wer-den : „Als Wir nun euch zu deroselben Pathen und Taufzengengnädigst erwehlet, auch eure Stelle zu vertretten wie die heil.Tauffe verrichtet worden, Jemand verordnet, so haben wir Euchsolches in Gnaden zu eröffnen nicht unterlassen wollen rc."
Die Stünde antworteten unter anderem, sie wünschten,daß der Allmächtige dieselbe zu höchster Freude und Wonne,den Unterthanen zu mächtigem Trost in allen christlöblichenTugenden erwachsen und bei langwierigen Jahren Wohlstand undGesundheit erhalten und gedeihen lassen möge, auch brachten siewertvolle Geschenke, wie auf Seite 120 zu lesen ist; die Prin-zessin Dorothea aber lebte nur kurze Zeit.
Die Vorliebe, welche der große Churfürst für Burg, Stadtund Land hatte, tritt auch durch eine Thatsache lebhaft hervor.Unter den Kriegsschiffen, die er gegen Schweden ausrüstete, wurdeeins von ihm mit dem Namen/Bielefeld' bedacht, gleichsam alswollte er hierdurch andenten, daß er hoffe, seine Leinenstadtwerde sich bald durch ihren überseeischen Handel Ruf und Ruhmverschaffen.
Unter dem Drosten Clamor von dem Busche hatte derSparenberg noch seine alte Bedeutung, wie wir aus dem Gangeder Geschichte erfahren haben und zahlreiche Erlasse beweisen.Dieser Beamte vermittelte 1703 die zwischen der Regierung undder Stadt Blinden ansgebrochenen Streitigkeiten, die sich aufJurUdictionsfragen bezogen, unter ihm starb 1693 der Schloß-pförtner Hunecke, den wir hier anführen, weil seiner Leichen-predigt die Worte zu gründe lagen: Ich will lieber der Thür