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Geschichte der Stadt Bielefeld und der Graffschaft Ravensberg
Entstehung
Seite
78
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8. Bielefeld unter den Hohenzollern.

HL^^ie älteste Schwester Johann Wilhelms, Marie Eleonore,«iRD war an den Herzog Albrecht von Preußen verheiratetAHMW gewesen und es wird erzählt, daß sie auf ihrer Reise nachdem Osten auch durch Bielefeld gekommen sei und hier über-nachtet habe. Ihre Tochter Anna hatte den Kurprinzen Jo-/Hann Sigismund von Brandenburg zum Gemahl, während derPfalzgraf Ludwig von Neuburg die zweite Schwester JohannWilhelms, die ebenfalls Anna hieß, zur Ehe besaß.

Zwischen diesen beiden Erben, der andern nicht zu geden-ken, entbrannte nun der Hauplstreit. Man verglich sich erst zuDortmund, hielt eine Zusammenkunft zu Düsseldorf 1613, wodie Ohrfeige, welche der Brandenburger dem Pfalzgrafen ver-abreichte, erst alles verdarb, und kam dann endlich 1614 inLauten zu der Vereinigung, daß Brandenburg Cleve, Markund Ravensberg erhalten sollte. Als aber auch dieser Vertag auf-gehoben wurde, griffen beide Teile zu und zogen in die Graf-schaft als Besitzer ein, wobei der katholisch gewordene Pfalzgrafvon den Spaniern, der reformierte Churfürst von Brandenburgaber von den Niederländern unterstützt wurde.

Es folgte nun für Bielefeld eine Zeit des Schreckens undder Aufregung, die um so schlimmer war, als sich fortan auch diereligiösen Wirren, die längst beruhigt schienen, wieder erhoben.

Zu den Schrecken des Krieges gesellen sich die einesErdbebens, das am 30. Oktober 1612 das nordöstliche West-falenland heimsuchte und von einem Rudolph von Vellinghausen,aber auch einem Gerhard Altzenbach in Versen beschrieben ist.Solches menniglich zur Warnung und gutherzigen Meinungür Augen zu stellen, Hub der letztere an: