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Geschichte der Stadt Bielefeld und der Graffschaft Ravensberg
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wandfabrikation und Handlung und ließ, jetzt unabhängig vonden vorigen Schranken und Hindernissen einer Doppelherrschaft,dies seine erste landesväterliche Sorge sein, die reiche Quellezum Wohl des Landes bestmöglichst zu nützen.

In der That war Fabrik und Handlung während der90jährigen und der schon zuvor über die Cleve- und JülichscheSuccession entstandenen kriegerischen Veränderungen in Verfallgeraten, wobei der große Churfürst die erste Ursache in demMangel der innern und äußern Beschaffenheit der Fabrikateund der zu deren Richtigkeit erforderlichen ununterbrochenenAufsicht entdeckte. Es wurde deshalb eine Legge zu Bielefeldfür die ganze Grafschaft gestiftet, wobei die angestellten Be-amten alle Leinwand ohne Ausnahme und auch das Löwendnach Länge und Breite ausmessen, mit dem herrschaftlichenStempel bezeichnen und die Qualität derselben beschauen muß-ten. Diese Legge erhielt ihre besondere Instruktion und dasganze Land die angemessenste Anweisung, wie es mit der Ver-legung Md öffentlichen Beglaubigung der Leinwand gehaltenwerden sollte, wie aus der Verordnung vom 1. Februar 1652erhellt.

Diese Veranstaltung beförderte den Credit und mit dem-selben den Absatz der Leinwand, und um solchen noch mehrauSzubreiten und die Befolgung der Ordnung den Unterthanenzu erleichtern, wurden 1678 in den damaligen Weichbildern zuVersmold, Borgholzhausen, Oldendorf und Vlotho, wie auchin der Stadt Herford, besondere Leggekammern angelegt. Außer-dem würden die Verhältnisse der Städte und Weichbilder gegendas platte Land in Ansehung der Fabrikation und Handlungnach weisen Grundsätzen bestimmt, die Bleichanstalten erweitert,und die darüber vorhandenen schriftlichen Befehle und im Druckerlassenen Verordnungen von 1679, 1680 und 88 sind Denk-male von der nnermüdeten Fürsorge des großen Fürsten, derbesonders durch seine öftere Gegenwart in hiesiger Grafschaft,durch Aufmunterungen und unablässige eigene Aufsicht denFlor der Fabrikation beförderte, insonderheit aber bemüht war,die Fabrikation der dichten Leinwand nach der Art und Länge,wie solche zu Warendorf verfertigt wurde, einzuführen. Nocham Ende seines am 29. April 1688 geschlossenen ruhmvollenLebens stiftete er 8 Tage vorher unterm 20. April das herr-liche Vermächtnis für sein geliebtes Linnenland in dem preis-würdigen Commerzienedict, worin er aus den vorhandeneneinzelnen Bruchstücken des Handels und der Fabrikverfassunghiesiger Grafschaft ein schstematisches Ganzes errichtete und dem